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Dienstag, 17. September 2019
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Geschrieben von PM am 09. Juli 2019
Region

Hilfe, mein Führerschein ist weg – Was tun?

Fachstelle für Sucht und Suchtprävention bietet Kurs zur Vorbereitung auf die MPU an

Foto: Pexels
Foto: Pexels


Der Abend mit den Kollegen in der Gaststätte war kurzweilig. Nach den vier, fünf Flaschen Bier wurde noch die eine oder andere Runde Schnaps ausgegeben. Hr. K. hatte den Eindruck, sich noch gut unter Kontrolle zu haben und setzte sich für den Weg nach Hause ans Steuer. Dabei geriet er in eine Routinekontrolle der Polizei und musste einen Alkoholtest machen. Das Ergebnis (1,7‰) führte zu dem Entzug der Fahrerlaubnis, einer Sperre von 10 Monaten und eine empfindliche Geldbuße. Die Fahrerlaubnis konnte er nur wiederbekommen, wenn er sich eine medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU), im Volksmund auch „Idiotentest“ genannt, unterzog.
Hr. K. war beschämt und verärgert über sein unverantwortliches Verhalten, aber auch fassungslos über das Ausmaß seines Alkoholkonsums. Die Konsequenz seines Führerscheinentzuges wirkte sich gravierend auf seine berufliche und private Situation aus. Wie kam er bloß zu seinem Arbeitsplatz, der 25 km von seinem Wohnort entfernt lag? Wer brachte seine Kinder zu verschiedenen Schulveranstaltungen Sportvereinen oder holte sie nachts mal von Freunden ab? Wie sehr konnte er seine Frau belasten, die ihn mal hier mal da hin chauffierte? Was muss eigentlich getan werden, damit er die MPU bestehen, und damit die Fahrerlaubnis wiedererlangen konnte?
So wie Herrn K. geht es vielen Betroffenen, die ihren Führerschein infolge des Konsums von Alkohol oder Drogen abgeben müssen. 2017 haben sich ca. 88.000 Personen einer MPU unterziehen müssen, davon ca. 44,5% wegen einer Alkoholauffälligkeit, 24,4% wegen eines Drogenkonsums oder -besitzes. 59% der Betroffenen haben die Begutachtung bestanden, 36% wurden als ungeeignet eingestuft und müssen die MPU wiederholen, bei 7% war eine zusätzliche Nachschulung ausreichend, um den Führerschein wieder zu bekommen.
Eine rechtzeitig angestrebte und gute Vorbereitung auf die medizinisch-psychologische Untersuchung erhöht in jedem Fall die Chance, als in Zukunft geeignet zur Teilnahme im Straßenverkehr eingestuft zu werden und damit die MPU zu bestehen.
Wer die Sperrfrist, die ja eine Maßnahme zur „Sicherung und Besserung“ ist, früh genug zur Information, Auseinandersetzung mit dem Suchtmittelkonsum und einer Konsum Veränderung nutzt, kann böse Überraschungen vermeiden und möglicherweise viel Geld sparen. Eine medizinisch-psychologische Untersuchung kostet ca. zwischen 550 und 750 Euro, je nach Untersuchungsanlass. Wenn zusätzlich Abstinenznachweise gefordert sind, wird die Begutachtung noch teurer.
Die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention bietet seit Jahren einen Führerscheinkurs für Alkohol- und Drogenauffällige Kraftfahrer an. Dieser Kursus kann als Vorbereitung auf eine medizinisch-psychologische Untersuchung genutzt werden. Ein neuer Kurs startet am Samstag, dem 31.08.2019.
Der Kurs umfasst insgesamt 18 Unterrichtsstunden, verteilt auf drei Samstagvormittage (31.08, 07.09., 14.09.2019 von 9.30 – 14.00 Uhr) und drei Einzelgespräche. Der Kurs richtet sich an Personen, denen aufgrund von Alkohol oder Cannabiskonsum ihre Fahrerlaubnis entzogen wurde und sich einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) unterziehen müssen. Die Kursteilnehmenden erhalten Hilfestellung und Information zur Wiedererlangung des Führerscheins sowie Unterstützung, sich konstruktiv mit dem Thema Suchtmittelkonsum im Straßenverkehr auseinanderzusetzen. Der Führerscheinkurs ist kostenpflichtig.
Ausführliche Informationen und Anmeldungen bei Christina Schöngart-Decker und Carsten Schmidt unter der Telefonnummer: 05522/901969

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