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Samstag, 20. Juli 2019
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Geschrieben von PM/ski am 14. Juli 2019

Region

Neue Ausgrabungen an der Einhornhöhle Scharzfeld

War der Neandertaler ein Kälteflüchtling? Die Grabungen können besucht werden

Foto: Unicorncave [Lizenz: CC BY-SA 4.0 ] Lizenzlink siehe unten
Foto: Unicorncave [Lizenz: CC BY-SA 4.0 ] Lizenzlink siehe unten
Eingang zur Einhornhöhle. Foto: Tine [Lizenz: CC BY-SA 3.0 ] Lizenzlink siehe unten
Eingang zur Einhornhöhle. Foto:  Tine [Lizenz: CC BY-SA 3.0 ] Lizenzlink siehe unten

An der Scharzfelder Einhornhöhle wird künftig wieder gegraben: Das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege und die Gesellschaft Unicornu fossile e. V. (der Verein, der die Höhle betreibt) starten mit Förderung des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur am 15. Juli 2019 gemeinsame Ausgrabungen an der überregional bedeutenden Höhle.

Die bereits 1541 urkundlich erwähnte Höhle ist ein sehr bedeutsamer Fundplatz für die Erforschung des Neandertalers im Norden, der schon vor mehr als 100.000 Jahren das Felsmassiv als Lagerplatz genutzt hat.


Klimaveränderungen und wie der Mensch darauf reagierte

In der Einhornhöhle haben sich die Hinterlassenschaften der letzten über 100.000 Jahre in mächtigen Ablagerungen erhalten, in denen zahlreiche hervorragend erhaltene Tierknochen und Werkzeuge unseres eiszeitlichen Vorfahren zu finden sind.  Die Höhle bietet damit auch ausgezeichnete Möglichkeiten, die natürlichen Klimaveränderungen von der Eiszeit bis heute zu studieren. Knochen von Tieren wie Höhlenbären, Wölfen und sogar Fledermäusen werden in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Braunschweig analysiert, sie erlauben eine verlässliche Rekonstruktion der Umweltverhältnisse. Die seit jeher bekannten Funde von Knochen und Zähnen in der Höhle waren es übrigens auch, die ihr seit alters her ihren Namen gaben: man hielt sie für die Knochen des sagenumwobenen Einhorns.

Ziel der neuen Forschungen ist es, Ausgrabungen in der Höhle und auch im Bereich eines verschütteten Eingangs durchzuführen. Mit Hilfe der freigelegten Steingeräte und Faunenreste sowie mit physikalischen Altersdatierungen für die verschiedenen Fundschichten soll geklärt werden, wann und unter welchen Klimabedingungen der Mensch sich im Harz aufgehalten hat. War der Neandertaler möglicherweise ein Kälteflüchtling?
An der Grabung werden Studierende der Georg-August Universität Göttingen, der TU Clausthal, der TU Braunschweig, der Eberhard Karls Universität Tübingen sowie der Ruhr-Universität Bochum teilnehmen.

Die Außengrabungen auf dem Vorplatz können ab dem 1. August dienstags bis freitags von 11:00 bis 16:00 Uhr besucht werden.

Bildlizenzen: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/ sowie https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/ (externe Links)


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