Diese Webseite verwendet Cookies. Mit der weiteren Nutzung von LauterNEUES erklären Sie sich damit einverstanden.

Sonntag, 20. Oktober 2019
Login



Geschrieben von Karl-Heinz Wolter am 07. Oktober 2019
Region

30 Jahre Grenzöffnung: Rotbuchenfest mit vielen "Schirmherren"

Am Tag der Deutschen Einheit wurde an der Grenze wieder gefeiert

Blick in die beschirmte Menge
Blick in die beschirmte Menge
Pastoren (v.links) T. Hofer, H. Reinhard, J. Lenz, H. Krause
Pastoren (v.links) T. Hofer, H. Reinhard, J. Lenz, H. Krause
Links T. Hofer, rechts H. Krause bei der Andacht
Links T. Hofer, rechts H. Krause bei der Andacht
Fröhliche Gesichter trotz Regen
Fröhliche Gesichter trotz Regen
Die Bürgermeister: vorn Herr Viehweger; hinten H. Pasenow
Die Bürgermeister: vorn Herr Viehweger; hinten H. Pasenow
Pastoren Reinhard und Lenz beim Zählen der Kollekte
Pastoren Reinhard und Lenz beim Zählen der Kollekte
Der Posaunenchor
Der Posaunenchor
Das Essen schmeckte auch bei Regenwetter
Das Essen schmeckte auch bei Regenwetter

Zu dem traditionellen Rotbuchenfest am Tag der Deutschen Einheit am 03.10.2019 hatten auch in diesem Jahr die Stadt Ellrich und die Gemeinde Walkenried zu gemeinsamen Feierlichkeiten an der ehemaligen Grenze (Landesstraße 601 und 1014) eingeladen. Bereits ab 10.00 Uhr fanden sich die ersten Besucher ein, der Spielmannszug Walkenried war dorthin gekommen und unterhielt mit schmissiger Musik. Auch ein Dudelsackspieler unterhielt die Gäste. Am Veranstaltungsort, an dem vor 10 Jahren auch ein Gedenkstein aufgestellt wurde, gab es verschiedene Essens-und Getränkestände, für die Kinder war eine Hüpfburg aufgestellt.

"Die Verhältnisse müssen nicht bleiben, wie sie sind"

Die Kirchengemeinden aus Ellrich und Walkenried hatten zu einem ökumenischen Gottesdienst eingeladen, den sie auch gemeinsam abhielten. Pastor Jochen Lenz aus Ellrich und Pastor Heiner Reinhard aus Walkenried eröffneten den Gottesdienst. Zu dem in diesem 30. Jahr nach der Grenzöffnung waren die beiden Pfarrer, die seinerzeit  "das Wunder für Ost und West" begleitet hatten, an ihre alten Wirkungsstätten zurückkgekehrt. Pfarrer im Ruhestand Helmut Krause und der stellvertretende Landesbischhof Thomas Hofer hielten die Festpredigt und erinnerten an die Ereignisse vor 30 Jahren. Dabei wurde an die Abläufe vor fast 30 Jahren erinnert, aber auch kritische Anmerkungen zu der Bedeutung dieses Feiertages und dessen Begehung wurden angesprochen. Helmut Krause zeigte sich dankbar für das gemeinsam Erreichte, insbesondere, dass es in all den Jahren gelungen ist, die Ellricher Johanniskirche zu erhalten und weiter auszubauen; war es doch Ziel der Verantwortlichen im Jahre 1987, diese abzureissen und dort eine Markhalle zu errichten. Thomas Hofer sprach von dem ständigen Wandel in der Gesellschaft, der hier vor 30 Jahren erlebt wurde. Veränderungen seien aber auch in der Gegenwart spürbar. "Die Verhältnisse müssen nicht bleiben, wie sie sind" war sein passender Vergleich zu dem Wandel vor 30 Jahren bis in die heutige Zeit, verbunden mit dem Appell, auch weiterhin gewollte und notwendige Veränderungen umzusetzen. 

"Frieden kann nur durch Begegnung wachsen"

Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst vom Posaunenchor aus Wieda, der mit 15 Musikern auf der kleinen Bühne Aufstellung genommen hatte. Die Kollekte dieses Gottesdienstes soll verwendet werden für ein Projekt aus Ellrich; Jugendliche fahren in der nächsten Woche nach Frankreich in eine kleine Stadt, in der Nachkommen von Inhaftierten des Außenlagers Juliushütte bei Ellrich leben. "Frieden kann nur durch Begegnung wachsen" so Jochen Lenz.

Weitere Ansprachen gab es anschließend durch die beiden Bürgermeister, Herrn Henry Pasenow aus Ellrich, und Andreas Viehweger aus Walkenried. Viehweger hielt einen kleinen historischen Rückblick über ehemalige Feiertage (17. Juni) und den heutigen 3.Oktober. Aber auch die Grenzöffnung am 11. November 1989 und die Ereignisse danach wurden beleuchtet. Bereits in den ersten vier Stunden wurden damals 1300 Fahrzeugbewegungen von Ost nach West vom Bundesgrenzschutz registriert. Bis zu 20 000 Besucher wurden an einem Tag gezählt, die in die umliegenden Gemeinden strömten. Viehweger dankte allen Beteiligten, Helfern und Organisatoren, die zum Gelingen dieses Tages wieder beigetragen hatten. Auch Henry Pasenow blickte kurz zurück in die Vergangenheit und zeigte sich zuversichtlich, dass durch Glauben und Hoffnung an Frieden und Freiheit eine lebenswerte Zukunft vor den Menschen liegt.

Drei-Länder-Grenzwanderung trotz Regen und Kälte

In einer Schweigeminute wurde allen Opfern der ehemaligen innerdeutschen Grenze und anderen Grenzen gedacht. Nach dem die Nationalhymne gespielt und gesungen war, legte "DJ Lutz" auf und unterhielt die zahlreich erschienenen Gäste. Besonders gelobt wurde von allen Rednern die Beharrlichkeit aller Besucher, die trotz des regnerischen Wetters und der Kälte die Veranstaltung besuchten. "Die Veranstaltung hatte in diesem Jahr viele Schirmherren" wurde geschmunzelt. Danach herrschte reges Treiben an den Ständen; besonders begehrt waren zunächst die warmen Getränke im vielfältigen Angebot.
 
Auch ab 14.00 Uhr hatte der Förderverein Dorfgemeinschaft Tettenborn zu einer historischen Drei-Länder-Grenzwanderung eingeladen, die vom Dorfgemeinschaftshaus Tettenborn aus startete und bei der in ca. drei Stunden Gehzeit die dortigen historischen Grenzen des damaligen Herzogtums Braunschweig und der Königreiche Preußen und Hannover und natürlich auch die ehemalige innerdeutsche Grenze, die vor 30 Jahren verschwand, besichtigt wurden. An den nur noch spärlich vorhandenen alten Grenzsteinen wurden halt gemacht. Nach Angaben der Veranstalter nahmen 25 Personen an der Wanderung teil.


mt_ignore

.................................................................................................................................................

Bild der Woche