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Freitag, 29. Mai 2020
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Geschrieben von PM Grenzlandmuseum Eichsfeld am 20. Mai 2020
Region

Erinnerung an die Grenzabriegelung vor 68 Jahren

Verschiebung der Gedenkwanderung in den Herbst 2020

Die Grenze bei Ecklingerode im Sommer 1952 (Foto: Hans-Georg Hövener, Archiv Grenzlandmuseum Eichsfeld)
Die Grenze bei Ecklingerode im Sommer 1952 (Foto: Hans-Georg Hövener, Archiv Grenzlandmuseum Eichsfeld)
Die damalige Polizeiverordnung (Foto: Grenzlandmuseum Eichsfeld)
Die damalige Polizeiverordnung (Foto: Grenzlandmuseum Eichsfeld)

Vor 68 Jahren, am 26. Mai 1952, beschloss die DDR „Maßnahmen“ zur Abriegelung der rund 1.400 km langen innerdeutschen Grenze zur Bundesrepublik Deutschland und führte damit eine Verschärfung des Grenzregimes ein. Einen Tag später, am 27. Mai 1952, wurde zur Überwachung der Grenzregion die „Polizeiverordnung über die Einführung einer besonderen Ordnung an der Demarkationslinie“ vom Ministerium für Staatssicherheit erlassen.

Die Errichtung einer gestaffelten 5 km tiefen Sperrzone wurde darin festgelegt sowie strenge Regularien für das Leben und Arbeiten in der Sperrzone. Menschen, die außerhalb der Sperrzone lebten, mussten Passierscheine für einen Besuch oder die Arbeit beantragen. Westdeutsche durften nicht mehr in die Ortschaften des Sperrgebietes. Die Proteste während der Friedlichen Revolution im Herbst 1989 führten am 13. November 1989 zur Aufhebung des Sperrgebietes.

Zur Grenzabriegelung von 1952 gehörten auch Zwangsaussiedlungen. Sie wurden nur wenige Tage nach den Vordnungen im Sperrgebiet an der innerdeutschen Grenze durchgeführt und sind unter dem Namen „Aktion Ungeziefer“ bekannt geworden. Bei den Zwangsaussiedlungen im Jahr 1952 verloren mehr als 8.000 Menschen ihre Heimat. Im Eichsfeld waren mehr als 300 Menschen betroffen. Eine zweite große „Zwangsaussiedlungsaktion“ aus dem Sperrgebiet fand am 3. Oktober 1961 statt.

Das Grenzlandmuseum Eichsfeld und die Heinz-Sielmann-Stiftung erinnern jedes Jahr mit einer Gedenkwanderung an die Abriegelung der innerdeutschen Grenze und an die Folgen, die die Verschärfung des DDR-Grenzregimes für die Menschen auf beiden Seiten der Grenze hatte. Dabei gehen sie auch auf wertvollen Perlen der Natur ein, die rechts und links des einstigen Todesstreifens und heutigen Grünen Bandes liegen.

Aufgrund der Corona-Pandemie wird die für den 24. Mai 2020 geplante Wanderung abgesagt. Ein neuer Termin im Herbst 2020 wird rechtzeitig angekündigt.


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