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Samstag, 28. Januar 2023
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Geschrieben von Peter Bischof am 07. September 2020
Region

Feldherr und Staatsmann im Dreißigjährigen Krieg

Biographie über Georg von Calenberg, Herzog zu Braunschweig-Lüneburg, erschienen

Die Titelseite des Buches mit einem Ölbild von Georg von Calenberg. Das Gemälde, 1836 von G. F. Reichmann, ist heute im Rittersaal des Schlosses Herzberg zu sehen. Fotos: Privat
Die Titelseite des Buches mit einem Ölbild von Georg von Calenberg. Das Gemälde, 1836 von G. F. Reichmann, ist heute im Rittersaal des Schlosses  Herzberg zu sehen. Fotos: Privat
Ausschnitt der Herzberger Jagdtapete. Zu sehen sind die vier Söhne von Herzog Georg und Herzogin Anna Eleonore beim Jagdmahl.
Ausschnitt der Herzberger Jagdtapete. Zu sehen sind die vier Söhne von Herzog Georg und Herzogin Anna Eleonore beim Jagdmahl.
Herzogin Anna Eleonore zu Braunschweig-Lüneburg geborene Prinzessin von Hessen-Darmstadt, Ölbild um 1619.
Herzogin Anna Eleonore zu Braunschweig-Lüneburg geborene Prinzessin von Hessen-Darmstadt, Ölbild um 1619.
Ausschnitt aus dem Leichenzug Herzog Georgs von 1643. Kupferstich von Conrad Buno 1646.
Ausschnitt aus dem Leichenzug Herzog Georgs von 1643. Kupferstich von Conrad Buno 1646.

Herzog Georg zu Braunschweig-Lüneburg (1582-1641) gehörte zu den mächtigsten und in unserer Region bekanntesten Herrschern des Welfenhauses. Im 17. Jahrhundert trat Georg zunehmend in das Rampenlicht der Geschichte Norddeutschlands.
1617 erhielt er von seinem Bruder Herzog Christian aus Celle aus Dankbarkeit das Schloss und das Amt Herzberg als Wohnsitz und Lebensrente übertragen. Georg hatte durch sein Verhandlungsgeschick für seinen Bruder den Erbschaftsstreit zwischen der Lüneburger und Wolfenbütteler Welfenlinie um das Fürstentum Grubenhagen zugunsten von Lüneburg entschieden.

Georg einem breiteren Publikum nahebringen

Der Buchautor Alexander Dylong  unternimmt den Versuch, mit der vorliegenden Biografie den Lebenslauf des Fürsten Georg einem breiteren Publikum nahezubringen. Das Buch enthält zahlreiche Bilder und drei aufklappbare Doppelseiten, auf denen große Abbildungen von Herzog Georg und Anna Eleonore, ein Ausschnitt der Herzberger Jagdtapete und ein Merian-Kupferstich der Schlacht bei Hessisch-Oldendorf 1633 abgebildet sind.

Enthalten ist auch ein dramatisches Gedicht in fünf Aufzügen, das Georgs Sieg bei Hessisch-Oldendorf verherrlichte. Das Stück, dessen Autor anonym blieb, sollte dazu dienen, in der nunmehr preußischen Provinz Hannover die Erinnerung an die im Jahr 1866 abgesetzte und jetzt im Exil lebende Welfendynastie wachzuhalten. Das Gedicht glorifiziere die Schlacht und charakterisiere die auftretenden Personen als willensstark und heldenmütig, so Autor Dylong,
 
Diplomatisches Fingerspitzengefühl


Herzog Georg war der sechste von sieben Söhnen von Herzog Wilhelm des Jüngeren von Braunschweig-Lüneburg und seiner Ehefrau Dorothea, einer Tochter des Königs Christian III. von Dänemark. Georg war mit Anna Eleonore (1601-1659), Prinzessin von Hessen-Darmstadt, verheiratet.

Er verstand es mit diplomatischem Fingerspitzengefühl sowie während des Dreißigjährigen Krieges insbesondere durch häufiges Wechseln der militärischen Bündnisse seine eigene Position sowie die seines Hauses zu stärken.
Im Gegensatz zu seinen sechs Brüdern galt Georg als weltläufig und verfügte über hervorragende Kontakte zu den wichtigsten politischen und militärischen Akteuren seiner Epoche. So stand er in Korrespondenz unter anderem mit den skandinavischen Monarchen Christian IV. von Dänemark und Gustav II. Adolf von Schweden, aber auch mit Kaiser Ferdinand II. und dem kaiserlichen Generalissimus Albrecht von Wallenstein.

Heinrich der Löwe verlor Baiern und Sachsen

Das Geschlecht der Welfen lässt sich bis in das 8. Jahrhundert zurückverfolgen und zählt somit zu den ältesten Fürstenhäusern in Europa. Die Welfen waren eng mit dem fränkischen Herrscherhaus der Karolinger verwandt, das sie mit einer Grafschaft in Oberschwaben um Weingarten herum belehnte.

Den Höhepunkt ihrer mittelalterlichen Macht erlangten die Welfen im 12. Jahrhundert, als sie die Herzogtümer Baiern und Sachsen regierten. Nachdem deren Herrscher Heinrich der Löwe aufgrund eines tiefgreifenden Zerwürfnisses mit seinem Vetter, Kaiser Friedrich I. Barbarossa, im Jahr 1180 diese beiden Territorien verloren hatte, verblieb den Welfen immerhin noch Erb- und Eigenbesitz, der sich um die Städte Braunschweig und Lüneburg konzentrierte. Dieser Besitz wurde dem Reich übertragen, und Kaiser Friedrich II. erhob ihn 1235 zum Herzogtum Braunschweig-Lüneburg und belehnte mit diesem Heinrichs Enkel Otto das Kind.

Erbteilungen verhindern starken Herrscher

Im Laufe der folgenden Jahrhunderte gelang es den Welfen, durch eine kluge Heiratspolitik sowie den Abschluss von Erb- und Kaufverträgen, ihr Territorium sukzessive zu erweitern. Schließlich reichte ihre Herrschaft um 1500 von der Elbe bis zum Oberlauf der Weser, mit Ausnahme des Hochstifts Hildesheim.

Allerdings vermochte sich zunächst kein starker Herrscher zu etablieren da zahlreiche Erbteilungen eine Machtkonzentration in der Hand eines Fürsten verhinderten. Zu Beginn der Neuzeit hatten sich vier Territorien herausgebildet: die Fürstentümer Lüneburg, Braunschweig-Wolfenbüttel, Calenberg-Göttingen sowie Grubenhagen.

Der Autor studierte Geschichte und Germanistik

Alexander Dylong wurde 1964 in Hildesheim geboren. Nach dem Abitur studierte er in Hannover Geschichte und Germanistik. 1997 promovierte er über das Hildesheimer Domkapitel im 18 Jahrhundert. Heute ist er freiberuflich in seiner Heimatstadt als Geschichtswissenschaftler tätig. Er ist Mitglied im Stadtrat von Hildesheim und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bistumsarchiv Hildesheim.

Das Buch ist im MatrixMedia Verlag, Göttingen, von Prinz Heinrich von Hannover erschienen. ISBN: 978-3-946891-13-0.


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