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Sonntag, 29. November 2020
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Geschrieben von Christian Dolle am 21. September 2020
Region

Spannung digital

Mordsharz 2020 im Livestream mit dem „Harzer Hammer“-Preisträger Peter Grandl

Foto: Jana Theuring
Foto: Jana Theuring
Peter Grandl (Fotos: Christian Dolle)
Peter Grandl (Fotos: Christian Dolle)
Andreas Sack
Andreas Sack
Roland Lange
Roland Lange
Das Team der Kulturschmiede
Das Team der Kulturschmiede
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Es war schon eine besondere Erfahrung. Mordsharz fand in diesem Jahr nicht wie sonst als Festival, sondern als Livestream statt. Ein bisschen kleiner als sonst, denn anders ging es ja nicht, aber dennoch spannend, unterhaltsam und natürlich inklusive der Verleihung des Krimipreises „Harzer Hammer“. Den bekam in diesem Jahr Peter Grandl für seinen Thriller „Turmschatten“ verliehen und natürlich kam er auch persönlich in den Harz, um den gewichtigen Preis in Empfang zu nehmen.

Wenn es am Samstag auch ein gutes Ende nahm, so hatte alles für die Veranstalter doch extrem aufregend angefangen. Wochenlang wurde hin und her überlegt, ob Veranstaltungen denn im September wieder stattfinden können und auch, ob es verantwortlich ist, sie stattfinden zu lassen. Nach der Absage begann die Planung für eine Verlegung des diesjährigen Jubiläumsprogramms ins kommende Jahr, anschließend die Überlegungen, doch wenigstens eine Art Ersatzprogramm anzubieten.

Mitorganisator und Autor Roland Lange hatte ja extra zum Zehnjährigen einen Krimi zum Festival geschrieben, zumindest daraus, so kam bald die Idee auf, könne er ja lesen. Live ist das in diesem Jahr jedoch zu unsicher, so sollte es einen Livestream geben. Als Partner hierfür bot sich der Verein Kulturschmiede Osterode an, der generell dafür eintritt, lokalen Künstlern eine Bühne zu bieten und  sich seit Beginn der Corona-Maßnahmen mit den digitalen Möglichkeiten für Events auseinandersetzte.

Das Programm für den Stream nahm immer konkretere Formen an. Auf jeden Fall sollte der „Harzer Hammer“ verliehen werden, denn die Chance auf einen Preis für das Erstlingswerk hat jede Autorin, jeder Autor schließlich nur einmal. Zudem waren ja Einsendungen für den Wettbewerb eingegangen, viele davon absolut preiswürdig. Als die Juryentscheidung auf „Turmschatten“ fiel, wurde Peter Grandl informiert und bekundete sofort, kommen zu wollen, wenn es denn möglich ist.

Der Samstag selbst begann mit dem Aufbau eines Sets und der Technik, wobei die Mitglieder der Kulturschmiede, Volker Huchthausen, Kristof Ahrens, Daniel Li und Thilo Schneider schnell Hand in Hand mit Mordsharz-Techniker Andreas Sack arbeiteten und wirklich Spaß an der Umsetzung des vom Mordsharz-Team erarbeiteten Konzepts hatten. Das Wetter spielte zum Glück mit, so dass die natürliche Kulisse für eine besondere Atmosphäre sorgte.

Pünktlich um 20 Uhr begrüßte Christoph Lampert die Zuschauer erstmals nicht live, sondern vor dem Bildschirm, zunächst ein wenig ungewohnt, doch dank vieler Reaktionen im Chat schon bald durchaus okay. Den Anfang im Programm machte Roland Lange mit seiner Lesung aus „Der Fall Sartory“, wo er beschrieb, wie eine Bestsellerautorin nie beim Krimifestival ankam, weil jemand schon lange ihr Ableben vorbereitet hatte.

Anschließend wurden die Bücher der Shortlist für den mit 1000 Euro dotierten Krimipreis vorgestellt. Dazu gab es Grußboschaften einiger Autoren, die eigentlich beim Festival dabei gewesen wären. Tatjana Kruse, Alex Beer, Yrsa Sigurdardottir, Jens Hendrik Jensen, Dietmar Wunder, die Stillen Hunde und Sebastian Fitzek hatten Videos geschickt, sie alle werden aber 2021 live bei Mordsharz lesen.

Nach diesen Highlights wurde dann feierlich der Preisträger bekanntgegeben, der Hammer an Peter Grandl überreicht und die Laudatio von Andreas Gruber aus Österreich eingespielt. Auch er lobte „Turmschatten“, woraus Peter Grandl dann eine Szene las, die gleichermaßen gesellschaftspolitisch wie auch emotional darauf vorbereitete, um was es in diesem Roman geht. „Ich wollte mit dem Buch über Neonazis aufklären, will aber jene erreichen, die sich sonst vielleicht noch nicht mit dem Thema auseinandergesetzt haben“, erläuterte der Autor, warum er das, was er sagen will, in einem Thriller verpackt.

Am Ende gab es viel Lob aus dem Chat und sowohl das Mordsharz-Team als auch die Mitglieder der Kulturschmiede waren rundum zufrieden mit dem, was sie gemeinsam auf die Beine gestellt hatten. Wer den Livestream verpasst hat, kann ihn sich auf Youtube auf dem Kanal der Kulturschmiede Osterode noch einmal ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=G3zS7TDiPZ8

Auch der Spendenlink, mit dem der Verein regionale Künstler unterstützt, die in der Coronazeit nicht auftreten können, bleibt noch eine Weile aktiv: https://www.spenden.kulturschmiede-osterode.de



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