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Dienstag, 07. Dezember 2021
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Geschrieben von PM Agentur für Arbeit am 18. April 2021
Region

Ausbildungsmarkt ist trotz Corona unerwartet stabil

Rechnerisch kommen 1,4 Ausbildungsstellen auf einen Bewerber

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Im April letzten Jahres stiegen die Arbeitslosenzahlen infolge des ersten Lockdowns deutlich an. Seitdem präsentiert sich der Arbeitsmarkt in der Region trotz Corona unerwartet stabil – auch dank hoher Inanspruchnahme von Kurzarbeit durch die Betriebe. Doch wie sieht es aus mit konkreten Perspektiven für Jugendliche, die im Spätsommer in das Berufsleben starten möchten?

Die Zahlen vom Ausbildungsmarkt machen deutlich, dass auch in der Pandemiezeit mehr Lehrstellen und duale Studienangebote als Jugendliche gemeldet sind. Rechnerisch kommen auf einen Ausbildungsplatzbewerber oder eine Lehrstellensuchende 1,4 Ausbildungsplätze. Allerdings sagen diese rein statistischen Werte nichts über die Passgenauigkeit aus – etwa darüber, ob der gewünschte Schulabschluss vorliegt, ob der Ausbildungsplatz überhaupt zu erreichen ist oder ob gesuchte und angebotene Ausbildungsangebote übereinstimmen.

Seit Oktober letzten Jahres haben Wirtschaft und Verwaltung bisher 2.234 Ausbildungsplätze bei der Agentur für Arbeit gemeldet. Das sind 224 weniger als im Vorjahreszeitraum (-9,1%). Auf der Bewerberseite haben sich seit Oktober 1.649 Ausbildungsinteressierte bei der Arbeitsagentur und den regionalen Jobcentern gemeldet, vier mehr als im Vorjahreszeitraum (+0,2%).

„Derzeit ist noch beinahe alles möglich“, erläutert Klaus Voelcker, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Göttingen, die Chancen von Jugendlichen und Betrieben. „Keine Frage, viele Branchen und Unternehmen sind von den Folgen der Corona-Pandemie stark betroffen, andere kommen vergleichsweise gut durch die Zeit. Doch insgesamt hören wir von den Firmen, dass sie an der Ausbildung auch in schwierigen Zeiten möglichst festhalten wollen. Denn eines ist allen klar: Wer heute nicht ausgebildet wird, steht morgen auch nicht als Fachkraft zur Verfügung. Und in vielen Branchen ist es schon heute schwer, gut qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen.“

Derzeit sind im Agenturbezirk Göttingen, der die Landkreise Northeim und Göttingen umfasst, noch 1.436 Ausbildungsstellen unbesetzt. Auf der Seite der Ausbildungsinteressierten suchen aktuell 985 junge Menschen nach einer Lehrstelle oder einem dualen Studienplatz.

Betrachtet man Angebot und Nachfrage hinsichtlich der Ausbildungsberufe, so ist festzustellen, dass es kaum Veränderungen gibt. Weder haben die Betriebe, wie
vielleicht zu erwarten gewesen wäre, mehr Ausbildungsplätze wegen der fortschreitenden und in der Corona-Zeit beschleunigten Digitalisierung im IT-Bereich zur Verfügung gestellt. Noch ist das Interesse an Berufen, die in der aktuellen Krise vermeintlich sicher waren, gestiegen. „Ob sich hier in den nächsten Jahren aufgrund der aktuellen Erfahrungen etwas ändern wird, bleibt abzuwarten. Der Ausbildungsmarkt reagiert jedenfalls nicht so schnell auf derartige Entwicklungen, wie der Arbeitsmarkt es mit Einstellungen bereits ausgebildeter Kräfte kann“, erklärt Voelcker.

Auffällig ist, dass auch in einigen Bereichen, in denen sich seit Jahren der Fachkräftebedarf bemerkbar macht, die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen leicht zurückgeht. Das betrifft beispielsweise die Bau- und Baunebenberufe. „Hier stellen wir fest, dass nicht etwa die Ausbildungsbereitschaft zurückgehen würde. Aber der eine Firmenchef, die andere Arbeitgeberin ist gefrustet, weil sich seit Jahren kaum Jugendliche für diese wirklich tollen Ausbildungsberufe im Handwerk interessieren. Da ist durchaus Resignation mit Blick auf die Ausbildung der eigenen Fachkräfte zu spüren“, so der Arbeits- und Ausbildungsmarktexperte.

An dem großen Interesse von Jugendlichen an Ausbildungsstellen im kaufmännischen und administrativen Bereich hat sich auch in diesem Jahr nichts verändert. Allerdings stehen junge Menschen vor der Herausforderung, sich beruflich zu orientieren, ohne ihren Wunschberuf praktisch ausprobiert oder überprüft zu haben. Denn aus Gründen des Infektionsschutzes sind viele Betriebe zurückhaltend, wenn es um Praktika oder Hospitationen geht. Online-Angebote haben alternative Möglichkeiten geschaffen, mit Betrieben in Kontakt zu treten und sich direkt über Ausbildungsangebote zu informieren. Hier sind beispielhaft der von Measurement Valley und IHK Göttingen organisierte GöBit-on-tour oder die Online-Berufsorientierungsmesse des Göttinger Tageblattes zu nennen. Aber auch die Berufsberatung der Agentur für Arbeit bietet derzeit zahlreiche virtuelle Veranstaltungen für Schülerinnen und Schüler oder Studienzweifelnde an.  

Wer seinen Wunschberuf noch nicht gefunden hat oder seine Berufswahl auch bezüglich möglicher Alternativen überprüfen möchte, dem steht rund um die Uhr ein umfangreiches online-Angebot zur Verfügung, allen voran die vielfältigen Angebote der Bundesagentur für Arbeit. Da wäre www.planet-beruf.de zu nennen für den Bereich der schulischen Mittelstufe oder www.abi.de für die Oberstufe. Die Portale www.berufe.tv oder www.berufenet.arbeitsagentur.de bieten eine Übersicht über alle Ausbildungsberufe – für viele Berufe stehen Videos zur Verfügung. Und der Selbsttest Check U unter www.arbeitsagentur.de/bildung hilft, die eigenen Stärken und Interessen zu entdecken. Wer seinen Wunschberuf schon gefunden hat, kann sich unter www.jobboerse.arbeitsagentur.de über offene Ausbildungsstellen in der Region informieren.

Auch wenn die Berufsberaterinnen und Berufsberater der Agentur für Arbeit derzeit nur sehr eingeschränkt an den Schulen präsent sein können, stehen sie Jugendlichen am Übergang Schule-Beruf jederzeit mit Information und Beratung zur Seite. Derzeit erfolgt der Kontakt insbesondere telefonisch, auf Wunsch auch per Videokommunikation. Eine persönliche Terminvereinbarung ist möglich unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Ohne Termin freuen sich die Berufsberaterinnen und -berater jeweils montags und donnerstags, 10:00 bis 12:30 Uhr, und donnerstags, 14:00 bis 16:00 Uhr, auf einen Anruf unter 0551 / 520-350.

Betriebe, die ihre Ausbildungsstellen bei der Agentur für Arbeit melden möchten, erreichen den Arbeitgeber-Service unter der Telefonnummer 0551 / 520 666.


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