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Geschrieben von Peter Bischof am 05. Oktober 2021
Region

Das Modell des Welfenschlosses kann im Museum besichtigt werden

Ein Schloss im Schloss

Ist es wirklich nur das Modell oder ist es das Original? Das Modell des Welfenschlosses kann zurzeit im Rittersaal besichtigt werden. Foto: Peter Bischof
Ist es wirklich nur das Modell oder ist es das Original? Das Modell des Welfenschlosses kann zurzeit im Rittersaal besichtigt werden. Foto: Peter Bischof
Gesamtansicht des Modells auf der Grundrissplatte von 1,30 x 1,60 m. Foto: Reiner Holzapfel
Gesamtansicht des Modells auf der Grundrissplatte von 1,30 x 1,60 m. Foto: Reiner Holzapfel
Der Eingang des Amtsgerichtes am Sieberflügel. Foto: Peter Bischof
Der Eingang des Amtsgerichtes am Sieberflügel. Foto: Peter Bischof
Wilhelm Peters baute das Schlossmodell nach. Foto: privat
Wilhelm Peters baute das Schlossmodell nach. Foto: privat
Der Eckturm zwischen Sieberflügel und Grauem Flügel. Foto: Peter Bischof
Der Eckturm zwischen Sieberflügel und Grauem Flügel. Foto: Peter Bischof
Das innere Tor zwischen Marstallflügel und Neuem Flügel. Foto: Peter Bischof
Das innere Tor zwischen Marstallflügel und Neuem Flügel. Foto: Peter Bischof
Der Sieberflügel mit seinen Wasserspeiern faszinierte den Modellbauer von Beginn an. Foto: Peter Bischof
Der Sieberflügel mit seinen Wasserspeiern faszinierte den Modellbauer von Beginn an. Foto: Peter Bischof

Wer sich die Fotos des Modells des Herzberger Welfenschlosses anschaut, muss zweimal hinsehen: Ist es wirklich nur das Modell oder ist es das Original? Das Modell ist derart detailgetreu, dass selbst an der Tür des Amtsgerichtes am Sieberflügel das kleine Corona-Warnschild zu entdecken ist.

Gebaut hat das Modell des Welfenschlosses im Maßstab 1:50 Wilhelm Peters aus Salzgitter. „Schlösser zu bauen ist seine große Leidenschaft“, sagt seine Ehefrau Margit Peters. Wilhelm Peters hat bereits das Wolfenbütteler Schloss, Schloss Oelber, Schloss Marienburg und das Schloss Celle nachgebaut.

Finanzierung durch Sponsoren

Am Dienstagnachmittag (28. 9.2021) stellte Herzbergs Bürgermeister Lutz Peters im Beisein seines Nachfolgers Christopher Wagner das Herzberger Modell der Öffentlichkeit vor. Zurzeit ist das Modell noch im Rittersaal zu besichtigen. Später soll es in einen der bisherigen Sonderausstellungsräume umziehen.

Finanziert wurden die Kosten für das Modell durch mehrere Sponsoren, darunter der Förderverein Schloss, der Heimat- und Geschichtsverein und die Stadt Herzberg. Das Modell wird in Kürze eine Glasabdeckung bekommen, die die Firma Glas Henze aus Hörden fertigt.

Pläne vom Baumanagement

Auf das Herzberger Schloss aufmerksam gemacht wurde die Wilhelm Peters von Markus Rogge, dem Leiter des Staatlichen Baumanagements Südniedersachsen. Das Baumanagement stellte Peters auch die Pläne des Herzberger Schlosses aus dem hauseigenen Archiv zur Verfügung.

Im nächsten Schritt machte das Ehepaar Peters hunderte Fotos vor Ort. Das Fachwerk, die Säulen am Stammhausflügel, der Uhrenturm mit seinem Zwiebeldach und der Sieberflügel mit seinen Wasserspeiern faszinierten den Modellbauer von Beginn an.

Zeichnungen auf Millimeterpapier

Nächster Schritt waren die exakten Zeichnungen. Nach 252 Stunden waren alle Gebäude des Herzberger Schlosses gezeichnet. Zwölf Meter Millimeterpapier brauchte Peters dafür, es entstanden neun große Zeichenblätter.

Mitte Juni des vergangenen Jahres waren die Zeichnungen fertig und der eigentliche Nachbau begann, wie immer in reiner Handarbeit, mit Laubsäge und anderem filigranen Werkzeug. Der Grundriss für das Modell beträgt 1,60 x 1,30 m – ohne das Torhaus. Der Unterbau besteht aus zwei aufeinander geleimten Spanplatten von je 0,80 x 1,30 m. In die Platten sind Griffmulden für den Transport eingearbeitet.

Über 2000 Stunden filigrane Arbeit

Auch das Herzberger Schloss wird wie seine Vorgänger nicht ausschließlich aus Holz gebaut. Für die Herstellung der Dachpfannen diente Wilhelm Peters Wellpappe. Er befeuchtet sie einseitig und löst sie ab. Ist die abgelöste Seite abgetrocknet, wendet er die Pappe und wiederholt den Vorgang. So bleibt die Welle erhalten.

„Nach der Trocknung schneide ich mit der Mini-Kreissäge Streifen aus, die dem Maßstab angepasst sind“, erläutert Peters. „Die Streifen werden doppelt verleimt und auf die Wellpappe mit Weißleim aufgetragen.“ Das Beispiel verdeutlicht, wie aufwändig der Nachbau des Schlosses ist.

Jetzt Burg Scharzfels in der Planung

Wilhelm Peters hat vom 1. März 2020 bis 14. März 2021 insgesamt 2285 Stunden an dem Modell gearbeitet. Jetzt hat er bereits mit seinem neuen Projekt begonnen. Er will die Burg Scharzfels nachbauen, aber nicht die Ruine, sondern die Burg, wie sie ursprünglich aussah, bevor sie im Siebenjährigen Krieg von den Franzosen zerstört  wurde.

„Das Modell, entsteht auf Grundlage des interaktiven 3D-Modells der Burg Scharzfels sowie digitaler Rekontruktionsdaten mit freundlicher Unterstützung und Genemigung von Archaeologica“, so Peters.


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