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Montag, 26. September 2022
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Geschrieben von Karl-Heinz Wolter am 09. August 2022
Region

Treffen der Ehemaligen auf dem Stöberhai

Weltpolitische Bedeutung wurde gewürdigt

Die Redner (von rechts) Klaus-Erwin Gröger, Wolfgang Brandt, Rolf Lange, Raymond Broccard (Fotos: Karl-Heinz Wolter)
Die Redner (von rechts) Klaus-Erwin Gröger, Wolfgang Brandt, Rolf Lange, Raymond Broccard (Fotos: Karl-Heinz Wolter)
Die Gedenkstätte ohne Menschen
Die Gedenkstätte ohne Menschen
einzelne Gedenktafeln an der Erinnerungsstätte
einzelne Gedenktafeln an der Erinnerungsstätte
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Bei der Feier in der Ranch
Bei der Feier in der Ranch
Gruppenbild mit den Teilnehmern
Gruppenbild mit den Teilnehmern
Ein Teil der Teilnehmer aus Frankreich
Ein Teil der Teilnehmer aus Frankreich

Am Samstag, dem 06.08.2022, trafen sich ehemalige Soldaten des Fernmeldesektors C der Bundeswehr und Ehemalige der  Einheit „Escadron Electronique Sol 36/351“ der französischen Armee im Südharz, um sich an die lange, gemeinsame Dienstzeit auf dem Horchposten Stoberhai zu erinnern und sich auszutauschen.

Von dem geschichtsträchtigen Berg im Südharz aus wurden über Jahrzehnte hinweg von beiden Einheiten wichtige militärische Daten des damaligen Ostblocks gesammelt und ausgewertet. Nach der Wiedervereinigung verließen die französischen Soldaten 1992 ihren Standort in Bad Lauterberg und auch der Fernmeldesektor C räumte seinen Posten. Das jetzige Treffen initiierte der ehemalige französische Soldat Raymond Broccard, der jetzt in Bad Lauterberg lebt und auch Mitglied der Ehemaligenvereinigung des Fernmeldesektors C ist. Diese Vereinigung um den Vorsitzenden Wolfgang Brand richtete die gemeinsame Feier aus, zu der aus Frankreich Ehemalige teils mit Familien fast 2000 km Anreise auf sich genommen hatten. Diese begann um 13.30 Uhr an der Erinnerungsstätte auf dem Stöberhai, die dort seit 2006 existiert. Bereits zuvor hatten sich einige der Ehemaligen in dem Museum der Vereinigung in Wieda zu einem Rundgang getroffen. Auch das Fernsehen (NDR) zeigte Interesse an der Veranstaltung und hatte ein Team in den Südharz entsandt.

Eröffnet wurde die Feierstunde von Wolfgang Brand, der dazu neben vielen Ehemaligen auch die Bürgermeister der Stadt Bad Lauterberg, Rolf Lange, und der Patengemeinde Wieda, Klaus-Erwin Gröger, begrüßen konnte. Er erwähnte noch einmal wichtige Eckpunkte aus der Entstehungsgeschichte der Anlage auf dem 731 Meter hohen Berg. Er betonte, dass es seinerzeit nicht lange dauerte, bis zwischen den beiden Einheiten dienstliche sowie private Verbindungen aufgebaut wurden. Gemeinsame Treffen mit Spezialitäten und Getränken gehörten bald dazu. Höhepunkt war immer der französische Ball im Kurhaus, legendär waren die Feste der Mechaniker in der französischen Einheit. In einer Schweigeminute wurde der verstorbenen Soldaten beider Einrichtungen sowie auch der ums Leben gekommenen Soldaten bei Auslandseinsätzen gedacht. Rolf Lange überbrachte Grüße von Rat und Verwaltung der Stadt Bad Lauterberg und fand es sehr lobenswert, dass ein solches Treffen wieder organisiert wurde. Auch er erwähnte stichpunktartig einige Ereignisse aus der Zeit mit den Franzosen, die in Bad Lauterberg stationiert waren. Besonderen Beifall erhielt er dafür, dass er einen kleinen Teil seiner Rede in französischer Sprache halten konnte.

Auch Klaus-Erwin Gröger überbrachte Grußworte und zeigte sich hoch erfreut über das Zustandekommen dieses Treffens. Er betonte die enge Verbundenheit zwischen der Gemeinde Wieda und den deutschen Soldaten, die ab dem Jahr 1959 bis 1971 in Wieda untergebracht waren. Auch dort waren sie schnell in dem damals 2000 Einwohner zählenden Dorf integriert; Gröger wusste zu berichten, dass in dieser Zeit 100 Ehen zwischen Soldaten und Bürgerinnen geschlossen wurden. Im Jahr 1986 – wie Gröger zitierte viel zu spät – wurde die Patenschaft mit der Gemeinde beschlossen. Ein damaliges Geschenk – eine Sonnenuhr – ist leider entwendet worden, ebenso verschwunden ist der gesprengte Turm. Geblieben ist die Erinnerungsstätte auf dem Berg. „Der Turm ist Wiedaer und Südharzer Geschichte“ so Gröger. „Er könnte heute eine Mahnung sein“. Damit nahm er Bezug auf die seinerzeit weltpolitische Bedeutung des Turmes zu Zeiten des Kalten Krieges und richtete auch den Blick auf die sich derzeit rasant verändernden Ereignisse in der weltpolitischen Lage. Auch die anderen Redner hatten den Krieg in der Ukraine in ihre Ausführungen mit  eingebunden. Raymond Broccard fand anerkennende Worte für seine französischen Kameraden für die weiten Anreisen und für die sehr gute Organisation um die  Ausrichtung der Feier.

Nach gemeinsamen Fotos „verlegten die Truppen“ ins Odertal nach Bad Lauterberg, wo in der Harz-Mountain-Ranch bereits eine leckere Kaffeetafel wartete. In lockerer Atmosphäre fanden sich schnell Gesprächsrunden, in denen so manche Begebenheit aus damaliger Zeit ausgetauscht wurde. Ein gemeinsames Abendessen schloss sich an und es folgte für alle Beteiligten ein gemütlicher Abend und ein würdiger Abschluss eines gelungenen Treffens. Und als Besonderheit erwähnte Wolfgang Brandt nach der Feier, dass sich einige der französischen Gäste an diesem Wochenende erstmals nach 30 oder gar 40 Jahren wiedergesehen hätten.


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