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Montag, 28. November 2022
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Geschrieben von PM am 03. Juli 2014

Region

Eiköpfige Sumpfbinse wächst an Walkenrieder Klosterteichen

10.000 Exemplare: Das größte Vorkommen der seltenen Sumpfpflanze in den niedersächsischen Landesforsten

Die Eiköpfige Sumpfbinse.
Die Eiköpfige Sumpfbinse.

Die Sanierung der Walkenrieder Klosterteiche zeigt einen besonderen ökologischen Erfolg: Nur noch wenige Vorkommen der Eiköpfigen Sumpfbinse (Eleocharis ovata) sind überhaupt aus Niedersachsen bekannt – und nirgendwo sonst ist das seltene Sauergras so zahlreich wie derzeit in Walkenried. Die vom Aussterben bedrohte Pflanze hatte sich erst vor einigen Jahren an den sanierten Klosterteichen wieder großflächig gezeigt. Zuvor wuchsen nur wenige Pflanzen an einzelnen Uferstellen. Jetzt erlebt die unscheinbare Sumpfpflanze im Südharz eine Renaissance. Rund 10.000 Exemplare zählten Förster und Biologen am vergangenen Montag (30.06.2014).

 

Erfolg der Teichsanierung

Naturschutz-Förster Roland Steffens und der Biologe Dr. Thomas Täuber fanden tausende Exemplare der Eiköpfigen Sumpfsbinse am abgelassenen Eckteich. Täuber vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) kennt kein größeres Vorkommen in Niedersachsen. Die Fachleute sehen darin einen Erfolg der Teichsanierung. Die Niedersächsischen Landesforsten hatten die mittelalterliche Anlage zur Fischzucht von 2005 bis 2011 aufwendig sanieren lassen. Insgesamt investierten die Landesforsten mit finanzieller Unterstützung des Umweltministeriums und der Europäischen Union bisher rund eine Million Euro. In diesem Jahr sollen noch der Eckteich und 2015 der Brunsteich saniert werden, teilte kürzlich das Niedersächsische Forstamt Lauterberg als Grundeigentümer anlässlich einer Bürgerinformation mit.

 

Auf extensive Bewirtschaftung der Teiche angewiesen

Die Eiköpfige Sumpfbinse kommt an schlammigen oder sandigen Ufern von Teichen mit schwankenden Wasserständen vor. In der Vegetationszeit abgelassene Teichböden sind für eine flächige Besiedlung ideal, wenn ausreichend viele keimfähige Samen im Boden vorhanden sind. Ihre Gefährdung geht auf das weitgehende Verschwinden traditioneller Teichwirtschaft in Deutschland zurück. Von je her selten in Niedersachsen, sind hier die meisten Vorkommen in den letzten Jahrzehnten erloschen. Die Ursache dafür sieht Thomas Täuber in der nachlassenden Pflege von Teichgebieten und wenig schwankenden Wasserständen in der Vegetationszeit: „Diese Pflanzenart ist auf eine extensive Bewirtschaftung der Teiche angewiesen“, so Täuber. Die Samen der Art können nachweislich mindestens 60 Jahre am Teichgrund überdauern und werden mit Hilfe der Verbindungsgräben über das gesamte Teichgebiet verbreitet. Werden Teiche während der Vegetationszeit abgelassen, kann der lange Zeit ruhende Samen keimen und sich weiter verbreiten. „Diese Entwicklung klappt nur, wenn die Teiche nicht zu früh wieder angestaut werden“, erklärt Täuber.

 

Schlamm vermeiden, Kulturlandschaft erhalten

Förster Roland Steffens leitet die kommenden Sanierungsarbeiten. „Vor der letzten Sanierung waren die Teiche mit dichtem Baumbestand und Röhricht zugewachsen. Durch Jahrzehnte langen Laubeintrag hatten sich mächtige Schlammschichten am Teichgrund gebildet. Nun wird nach einem festen Plan alle paar Jahre mindestens ein Teich den Sommer über abgelassen“, erläutert der Naturschutz-Förster aus dem Forstamt Clausthal. Wesentliches Ziel der Bewirtschaftung sei es, neue Schlammbildung zu verhindern und die als Denkmal geschützte Kulturlandschaft zu erhalten.


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