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Sonntag, 17. Oktober 2021
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Geschrieben von Rainer Behrens am 14. Juli 2020
Sport

Leistungsdichte wie noch nie

Meeting „Help at Corona“ in Osterode: Top-Starterfelder bei den Sprungdisziplinen

Hochspringer Bastian Rudolf vom Dresdener SC peilt die 2,20 Meter an – und damit auch den Osteroder Stadionrekord. (Foto: privat)
Hochspringer Bastian Rudolf vom Dresdener SC peilt die 2,20 Meter an – und damit auch den Osteroder Stadionrekord. (Foto: privat)
Regionale Vorzeigesportlerin: Auch Weitspringerin Merle Homeier von der LG Göttingen wird in Osterode an den Start gehen. (Foto: Gerd Brunken)
Regionale Vorzeigesportlerin: Auch Weitspringerin Merle Homeier von der LG Göttingen wird in Osterode an den Start gehen. (Foto: Gerd Brunken)

Purzeln die Stadionrekorde im Osteroder Jahnstadion? Auch die Teilnehmerfelder im Weitsprung  und im Hochsprung sind beim Meeting „Help at Corona“ am Samstag, 18. Juli 2020, mehr als hochkarätig.



Weitsprung der Männer

Bei den Männern tritt die komplette deutsche Elite an. Das Starterfeld umfasst 13 Teilnehmer, davon zwei Paralympics-Starter. Allesamt haben sie Bestweiten zwischen 7,45 Meter und 8,20 Meter vorzuweisen. „Eine Leistungsdichte, die es so noch nie im Jahnstadion gab“, freut sich Meeting-Organisator Rainer Behrens. Top-Starter sind in diesem Feld Julian Howard von der LG Karlsruhe und Stephan Hartmann von der LG Nord Berlin. Howard ist vierfacher Deutscher Meister und Hartmann war Fünfter der U20-WM, beide sprangen ihre Bestleistung von 8,20 Meter vor zwei Jahren in Weinheim, ein Bereich der insbesondere auch Max Entholzner vom FC Passau (Bestweite 7,96 Meter) zuzutrauen ist. Einen spannenden Wettkampf wird es allemal geben, mit den aufstrebenden Nachwuchsspringern Gianluca Puglisi (Königsteiner LV), Bennet Vinken (Hamburger SV) und Gianni Seeger (TSV Gomaringen) sind weitere Springer mit Bestweiten jenseits von 7,70 Meter vertreten, so dass eine Super-Flugshow zu erwarten ist. Auch wenn nicht gleich nach den Sternen gegriffen werden sollte, der Stadionrekord von 7,69 Meter dürfte ernsthaft „wackeln“.

Freuen darf man sich auch auf Sebastian Bayer, der 2018 seine aktive Laufbahn beendete und nunmehr als Trainer die Weitspringer beim HSV betreut. Der dreifache Europameister stellte 2009 mit 8,71 Meter einen phantastischen Hallen-Europarekord auf und steht auch mit seiner Freiluftbestmarke von 8,49 Meter weit oben in der Deutschen Bestenliste.

 

Paralympics-Stars am Start

Toll ist auch immer anzuschauen, wie weit man mit einem Handicap springen kann. Der Unterschenkelamputierte Felix Streng vom TSV Bayer Leverkusen gewann 2016 bei den Paralympics in Rio Gold mit der deutschen 4x100-Meter-Staffel. Im Weitsprung ist er Europameister in der Schadenklasse T64, wobei seine Bestleistung bei 7,71 Meter steht. Mit dem früheren Fußballer Lèon Schäfer, gebürtig im niedersächsischen Großburgwedel, ist ein weiterer Weltmeister am Start. Auch wenn er im Sprint erfolgreicher ist, der 23-Jährige kann auch Weit springen.

 

Weitsprung der Frauen

Spannend wird es auch beim Weitsprung der Frauen zugehen. Allein vier der Teilnehmerinnen haben Bestweiten zwischen 6,40 Meter und 6,61 Meter vorzuweisen und sind noch jung an Jahren. Mit Merle Homeier von der LG Göttingen wird eine der regionalen Vorzeigesportlerinnen am Start sein. Im letzten Jahr wurde sie hinter der „Überfliegerin“ Malaika Mihambo Deutsche Vizemeisterin. Sie hat sich unter ihrem Trainer Frank Reinhardt kontinuierlich weiterentwickelt und beweist immer wieder Nervenstärke. Das Zusammentreffen mit Maryse Luzolo (Königsteiner LV) dürfte äußerst spannend werden. Die Hessin musste 2018 nach einer schweren Verletzung komplett aussetzen, kommt aber immer besser in Form. 2019 wurde sie 2. der Militär WM und hat eine Bestweite von 6,61 Meter. Mitmischen möchte aber auch die Siegerin des Int. Sparkassenmeetings des letzten Jahres Lea Jasmin Riecke. Die U20-Weltmeisterin vom Mitteldeutschen SC ist stabil in ihren Leistungen und sicherlich für eine Überraschung gut. Auf den Zettel sollte man aber auch Tabea Christ (TSV Bayer Leverkusen) haben, die 2017 Vize-Europameisterin der U20 war und nach einem schwächeren Jahr so langsam wieder an ihre alte Form anknüpfen möchte.

 

Flug-Show auch beim Hochsprung

Beim Meeting in Osterode soll aber nicht nur weit gesprungen werden, sondern auch hoch hinaus. Auf der Hochsprunganlage sind mit der U23-Vizeeuropameisterin und 1,92m-Springerin Christina Honsel (TV Wattenscheid) sowie Jonas Wagner und Bastian Rudolf vom Dresdener SC (Bestleistung 2,24 Meter) in einem Feld von jeweilig acht Startern Top-Springer mit dabei. So wird es sicherlich wie im Weitsprung auch im Hochsprung eine Flug-Show geben.
Eigentlich war die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 für den hoffnungsvollen Nachwuchs noch eine Nummer zu groß. Durch die Terminverschiebung auf 2021 kann sich das jetzt ändern, haben sie doch ein Jahr Zeit zur Vorbereitung gewonnen, um ihre Technik und Kraftwerte zu verbessern.

 

Hochsprung der Frauen

Christina Honsel war bereits 2015 Deutsche U20-Meisterin mit 1,80 Meter. Danach hatte sie immer wieder mal mit Verletzungen zu kämpfen, bevor sie im letzten Jahr so richtig durchstartete. Schon unter dem Hallendach verbesserte sie sich auf 1,90 Meter. In Gävle (Schweden) sorgte sie bei den Junioren-Europameisterschaften mit dem Gewinn der Silber-Medaille für die größte Überraschung aus deutscher Sicht. Nur Vize-Weltmeisterin Yuliya Levchenko (Ukraine) sprang höher. Ihre Bundes- und auch Heimtrainerin Brigitte Kurschilgen fand kaum Worte, zeigte sich ihre Athletin auch nervenstark in diesem Wettkampf. Die Studentin für Wirtschaftswissenschaften hat sich als Ziel gesetzt, den Stadionrekord zu verbessern. Der wird seit 2008 mit 1,85 Meter von Kimberley Jeß gehalten, die im gleichen Jahr Junioren-Weltmeisterin wurde. Für Spannung ist also gesorgt.

 

Hochsprung der Männer

Ebenfalls dieses Ziel verfolgen die Trainingskameraden Jonas Wagner und Bastian Rudolf, wobei es sich hier um einen Uraltrekord im Jahnstadion handelt. Wolfgang Kreißig sprang 1989 mit 2,15 Meter seine Bestmarke, die selbst Eike Onnen vor ein paar Jahren nicht verbessern konnte. Für die beiden Dresdener Hochspringer brachte 2019 ebenfalls den Durchbruch. Mit 2,24 Meter beziehungsweise 2,20 Meter gehören sie zu den Top-5-Flopspringern in Deutschland. Laut ihrem Trainer Jörg Elbe war für dieses Jahr das Ziel, im Höhenbereich von 2,20 Meter Sicherheit zu gewinnen. Osterode wird da eine erste Standortbestimmung sein, nur drei Wochen später soll diese Höhe bei den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig in jedem Fall realisiert werden. Oder kommt es ganz anders und der Höhenrausch beginnt schon früher?

 

Dabeisein per Liveticker

Die vielen Anfragen bestätigen es, so Meeting-Organisator Rainer Behrens: Gern hätten zahlreiche Sportfreunde die Wettkämpfe live im Stadion verfolgt. „Wir wollen aber kein Risiko eingehen, da die Einhaltung der Hygienebestimmungen oberste Priorität hat“, sagt Behrens. Da bringe eine nicht planbare Zahl an Zuschauern ein nicht kalkulierbares Risiko mit sich, weshalb Publikum im Stadion nicht zugelassen ist – „natürlich einfach nur schade“. Für echte Fans könne man da nur auf den Liveticker verweisen, zu finden unter www.ladv.de (externer Link) unter der Rubrik Niedersachsen bei den Veranstaltungen.


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