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Dienstag, 23. Juli 2019
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Geschrieben von Karl-Heinz Wolter am 10. April 2019
Vereine und Verbände

Stammtisch für Heimatgeschichte Bad Lauterberg

Thema: Bauhandwerk

Blick in die Runde, Bildmitte rechts Frau Teyke
Blick in die Runde, Bildmitte rechts Frau Teyke


Am Mittwoch (3.4.19) trafen sich wieder Mitglieder des Vereins für Heimatgeschichte Bad Lauterberg zu ihrem regelmäßig stattfindenden Stammtisch. Dabei werden jedes Mal interessante Themen aus vergangenen Zeiten behandelt und diskutiert. Derzeit geht es vorrangig um Berufe und Handwerker, die es hier in der Region gab und gibt. Beim letzten Stammtisch wurde über die Bäcker und Schlachter gesprochen und diesmal ging es um das Bauhandwerk.
Die Vorsitzende, Gudrun Teyke, moderierte die Veranstaltung und konnte, neben anderen Besuchern, auch „Fachleute“ begrüßen, die sich entsprechend ihrer Erfahrungen in den jeweiligen Berufen in die Diskussion einbrachten. Begonnen wurde mit den sogenannten „Baumeistern“. Das waren seinerzeit erfahrene Handwerker, die sich durch technisches und gestalterisches Wissen, sowie durch Planungs- und Ausführungskompetenz qualifiziert hatten und eng mit den anderen Bauhandwerkern zusammenarbeiteten. Diese wurden später durch Bauingenieure und andere Hochschulabsolventen abgelöst. Frau Teyke berichtete dazu von der sogenannten „Dreieinigkeit“, einer Arbeitsgemeinschaft der Baumeister Kothe, Helmbold und Nagel, die seit dem Jahr 1894 in Bad Lauterberg tätig waren. Diese hatten ihren Sitz in der Oderstraße, wo sich heute die Firma Baustoff-Koch befindet. Viele Gebäude in Bad Lauterberg sind unter deren Leitung erstellt worden und prägen mitunter noch das Stadtbild. Später wurden dann Bauunternehmen wie Kruse, Lange, Marhold, Rathmann und Heinrich gegründet, von denen Firma Kruse als Einzige noch existiert.
Der anwesende Gerhard Koch berichtete, dass die Firma Koch nunmehr seit 70 Jahren bereits auch für das Bauhandwerk ein zuverlässiger Partner ist. Die Runde sprach auch über die vielen Veränderungen gerade in technischer Hinsicht, die in den Jahren auch im Bauhandwerk Einzug gehalten haben und viele Arbeiten dadurch heute nicht mehr ganz so anstrengend und schweißtreibend sind.
Dann ging es weiter mit den Dachdecker-Betrieben, von denen es auch mal 6 Unternehmen gegeben hat, heute existiert in der Kernstadt nur noch 1 Betrieb. Auch die Zimmereien waren in Bad Lauterberg ansässig. Seit ungefähr 1851 hat es 9 Betriebe gegeben, von denen heute keiner mehr existiert. Ein eigener Berufszweig waren die Klempner, von denen es auch eine Vielzahl von Betrieben (ca. 10) gab. Diese Tätigkeiten werden heute überwiegend von anderen Sparten wie Dachdeckern und Sanitär- und Heizungsbetrieben mit übernommen. Die Maler gab es auch schon lange in Bad Lauterberg, von denen sich bis heute noch einige Betriebe gehalten haben. Reine Glasereien gibt es noch nicht so lange in Bad Lauterberg, da früher diese Tätigkeiten von den Tischlern mit übernommen wurden. Erst später haben sich 2 Betriebe hier angesiedelt. Vielfältige Aufgaben hatten seinerzeit die Schlosser zu verrichten, von denen es auch bis zu 10 Unternehmen hier gab - nicht erwähnt die vielen Nagelschmiede und Feilenhauer aus alten Zeiten. Die größte Anzahl von Betrieben stellten die Tischler dar. Hier waren es über 20 Betriebe, von denen Frau Teyke und auch andere Teilnehmer berichteten. Eine wahre „Tischler-Dynastie“ bildete die Familie Ließmann seit dem Jahr 1757, die damals das Stammhaus in der Schanzenstraße hatte und heute noch im Ortsteil Barbis fortgeführt wird.
Bei den Aufzählungen der Betriebe wussten Teilnehmer immer wieder von Geschichten und Begebenheiten zu berichten, die sie mitunter selbst noch erlebt hatten. Manche genannte Handwerker waren vielleicht auch gar nicht Selbstständige, sondern sind einfach ihren Gewerken nachgegangen und haben auch so die Zünfte und Stände vorangebracht. Ein Tenor des Treffens war, dass trotz des Rückgangs von Betrieben und ständiger Veränderungen in der Branche das Bauhandwerk auch in Zukunft hier in der Region erhalten bleibt. Vielleicht liegen auch Chancen in einigen Bereichen - gibt es doch einen allgemeinen Fachkräftemangel im Handwerk. Das nächste Treffen ist für den 5.6.19 geplant, bei dem es mit „Alten Berufen“ weiter geht.

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