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Sonntag, 18. August 2019
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Geschrieben von Peter Bischof (Rotary Club Bad Lauterberg-Südharz) am 07. Mai 2019
Vereine und Verbände

Druckplatten für Zeitungen und Illustrierte

Mitglieder des Rotary Clubs Bad Lauterberg-Südharz haben Kodak Osterode besichtigt

Die Rotarier mit Dr. Tobias Wittig (rechts) bei der Führung.
Die Rotarier mit Dr. Tobias Wittig (rechts) bei der Führung.
Eine stets aufmerksame Zuhörerschaft fand Dr. Wittig bei den Clubmitgliedern.
Eine stets aufmerksame Zuhörerschaft fand Dr. Wittig bei den Clubmitgliedern.
Abschließend bedankte sich Hinrich Bangemann, amtierender Präsident des Rotary Clubs, bei Sven Freyer (rechts) und Dr. Tobias Wittig für die Führung und die vielen Informationen.
Abschließend bedankte sich Hinrich Bangemann, amtierender Präsident des Rotary Clubs, bei Sven Freyer (rechts) und Dr. Tobias Wittig für die Führung und die vielen Informationen.

Es war eine große Runde, die die Mitglieder des Rotary Clubs Bad Lauterberg-Südharz über das Werksgelände des Unternehmens Kodak in Osterode absolvieren durften. Allein die Hallen, in denen die Rollenoffsetplatten-Produktionsmaschinen laufen, haben eine Länge von 300 Metern. Dr. Tobias Wittig, Manager Data Technology beziehungsweise Gruppenleiter Datentechnik, führte die Rotary-Gruppe am Montag (06.05.2019) durch diese Anlagen und die Logistik-Hallen bis zum Auslieferungslager, wo die Platten in die Lkw der Spedition Obermann verladen werden. Kodak arbeitet seit vielen Jahren in diesem Segment mit Obermann zusammen.

Kodak, ein ureigenes amerikanisches Unternehmen, ist in Deutschland an vier Hauptstandorten vertreten, so Dr. Wittig. Der Standort Osterode ist mit über 50.000 Quadratmetern einer der größten und modernsten Produktionsstandorte für Offsetdruckplatten. Rund zehn Prozent der weltweit produzierten Platten kommen aus Osterode. Von Osterode werde aber nur der europäische Markt beliefert. Zu den größten Konkurrenten von Kodak gehören Agfa und Fuji. 

 

390 Mitarbeiter am Standort Osterode

Neben den drei Produktionslinien sind in Osterode ein Forschungs- und Entwicklungszentrum und ein großer Engineering-Bereich angesiedelt. In der Forschung sind 40 Mitarbeiter tätig, die an der Weiterentwicklung der Druckplatten arbeiten. Eines der Hauptziele ist, die Belichtungszeit der Druckplatten noch weiter zu reduzieren. Insgesamt sind in Osterode 390 Mitarbeiter beschäftigt.

Am Standort Stuttgart ist das Zentrum für Marketing, Sales und Servicedienstleistungen angesiedelt, in Kiel wird die Entwicklung von Maschinenplattformen digitaler Farbdruckmaschinen verantwortet. Am Standort München werden die Chemikalien zur Herstellung und Verarbeitung von Offsetdruckplatten produziert.

Weitere Standorte außerhalb Deutschlands und Europas gibt es in Columbus in den USA, Xiamen in China und Gunma in Japan. In Deutschland ist Kodak seit 1962 vertreten, der erste Standort wurde in Berlin eröffnet. Seit 1984 ist Kodak in Osterode angesiedelt, anfangs in Freiheit und in der Apenke, seit Beginn der 90er Jahre An der Bahn in Lasfelde.

 

Besondere Ansprüche bei Auto- und Küchenprospekten

„Die von uns produzierten Druckplatten werden für den Zeitungsdruck, für Illustrierte und alles andere, was so als Werbematerial im Briefkasten landet, genutzt“, so Dr. Wittig. Ganz besonders anspruchsvoll seien die Druckplatten für Automobil- und Küchenprospekte. Hier müssten beim Druckprozess die Farben für die Autolacke und Küchenarbeitsplatten exakt getroffen werden.

Die Druckplatten bestehen aus Aluminium, das Kodak von einem Unternehmen in Deutschland und einem in England geliefert bekommt. Die Aluminiumrollen wiegen mehrere Tonnen, das Material hat meist eine Dicke von 0,272 Millimeter. „Abgerollt würde das eine Länge von fast sieben Kilometern ergeben“, so Dr. Wittig.

 

Hohe Kosten und teure Investitionen

„Die Ausgaben für das Aluminium sind unser Hauptkostenfaktor“, erläuterte Werksleiter und Geschäftsführer Sven Freyer der Rotary-Gruppe abschließend. Sven Freyer ist neben der Leitung des Osteroder Werkes auch für Kodak weltweit verantwortlich für die Offsetdruckplatten-Produktion.

Die Zölle, die US-Präsident Donald Trump zunächst auf Aluminium eingeführt hat, belasteten die Kostenstruktur von Kodak, so Sven Freyer. Man habe die höheren Einkaufspreise leider nicht an die Kunden weitergeben können. Hinzu komme, dass der Aluminiumpreis im letzten Jahr auf ein Zehnjahreshoch gestiegen sei.

Der zweitgrößte Kostenfaktor ist die Energie, erklärte Sven Freyer weiter. „Wir haben einen Stromverbrauch, der einer Stadt mit 50.000 Einwohnern entspricht.“ Weitere hohe Kosten fallen für das Beschichtungsmaterial der Druckplatten und für Verpackungsmaterialien an.

Um weiterhin am Markt erfolgreich zu sein, so der Geschäftsführer, müsse man immer wieder investieren. Eine Produktionsmaschine mit einer Länge von 110 Metern bedeute ein Investitionsvolumen von 25 bis 30 Millionen Dollar. Rechne man das notwendige Umfeld hinzu, komme man schnell auf 50 Millionen Dollar.

Abschließend bedankte sich Hinrich Bangemann, amtierender Präsident des Rotary Clubs, bei Sven Freyer und Dr. Tobias Wittig für die Führung und die vielen Informationen.


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