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Sonntag, 26. Januar 2020
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Geschrieben von Karl-Heinz Wolter am 07. Januar 2020
Vereine und Verbände

Barbiser Männer singen nicht mehr

Männergesangverein stellt nach 160 Jahren den Sangesbetrieb ein – Verein bleibt bestehen

Der amtierende Vorstand (von rechts): 1. Vorsitzender Rainer Friedrich, Schriftführer Rüdiger Ziegenbein, neuer Kassenwart Raimund Berger, ausscheidender Kassenwart Manfred Kindereit und 2. Vorsitzender Horst Luthin.
Der amtierende Vorstand (von rechts): 1. Vorsitzender Rainer Friedrich, Schriftführer Rüdiger Ziegenbein, neuer Kassenwart Raimund Berger, ausscheidender Kassenwart Manfred Kindereit und 2. Vorsitzender Horst Luthin.
Rainer Friedrich (links) bedankte sich beim langjährigen Chorleiter Richard Koscielny.
Rainer Friedrich (links) bedankte sich beim langjährigen Chorleiter Richard Koscielny.
Timo Wittneben (rechts) wurde für 25 Jahre Vereinstreue geehrt.
Timo Wittneben (rechts) wurde für 25 Jahre Vereinstreue geehrt.

In der Jahreshauptversammlung des Männergesangvereins Barbis am Freitag (03.01.2020) hat sich viel um die Einstellung des aktiven Sangesbetriebes zum Jahresanfang 2020 gedreht. Diese gab der 1. Vorsitzende des Traditionsvereins, Rainer Friedrich, schweren Herzens bekannt.

Friedrich konnte 28 Mitglieder – von insgesamt 50 – zu der Versammlung begrüßen und arbeitete die Punkte der Tagesordnung zügig ab. Dabei reflektierte er die Ereignisse des vergangenen Jahres: Fünf Mitglieder erhielten jeweils Ständchen zu runden Geburtstagen und Ehejubiläen. Es wurde gemeinsam gegrillt, geschlachtet und eine Weihnachtsfeier abgehalten. Aber die Aufrechterhaltung des aktiven Sangesbetriebes fällt dem Verein mit nur 15 Sängern immer schwerer – es mussten allein acht Übungsabende abgesagt werden, weil weniger als neun Sänger anwesend waren und mitunter sogar eine Stimme überhaupt nicht besetzt werden konnte. Waren es im Jahr 2018 noch 24 Übungsabende, ging deren Zahl im Jahr 2019 auf 18 zurück. Der Altersdurchschnitt der Aktiven beträgt 71 Jahre; auch diese Tatsache wertete Friedrich als problematisch.

Und somit hatte der Vorstand in einer Sitzung am 22.11.2019 beschlossen, ab dem Jahr 2020 nach 160 Jahren Chorgesang in Barbis den Singbetrieb einzustellen. Der Vorstand habe sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht, aber nach Abwägung aller zur Verfügung stehenden Möglichkeiten sei derzeit ein sinnvolles Singen nicht mehr möglich. Friedrich gab offen zu, dass ihm das alles sehr schwer fällt und dass er sich eine andere Entscheidung gewünscht hätte. Aber auch aus der Versammlung kamen keine Ideen oder Vorschläge, die ein Weitersingen ermöglichen würden. Somit gibt es immer weniger singfähige Chöre in der Region.

Aber die Einstellung des Singbetriebes bedeutet nicht die Auflösung des Vereins. Bereits im Januar gibt es zwei geplante Zusammenkünfte und ab dem 7. Februar ist geplant, sich jeweils am ersten Freitag des Monats in der Winterkirche zu treffen, wozu auch die passiven Mitglieder eingeladen sind.

 

Wahlen und Ehrungen

Bei den Aussprachen gab es aus der Versammlung Worte des Bedauerns zu dieser Entwicklung. Bei den anstehenden Wahlen wurde Rainer Friedrich in seinem Amt als 1. Vorsitzender einstimmig bestätigt. Neuer Kassenwart wurde Raimund Berger. Neuer Kassenprüfer wurde Gunther Ruprecht, der mit Klaus Baumann auch dem Vergnügungsausschuss angehört.

Worte des Dankes richtete Friedrich dann an den Chorleiter des Vereins, Richard Koscielny, der den Chor von 1994 bis 2011 und danach wieder von 2015 bis heute musikalisch geleitet hatte. Koscielny, der zum Abschied ein Präsent erhielt, bedauerte die getroffene Entscheidung und lobte die sehr gute Zusammenarbeit sowie das hohe Niveau der Sangesbrüder.

Bei den Ehrungen erhielt Timo Wittneben eine Urkunde für 25-jährige Vereinstreue; Fredi Wolter (50 Jahre) und Werner Hille (60 Jahre) fehlten entschuldigt und erhalten ihre Urkunden später. Die fleißigsten Teilnehmer an den Übungsabenden erhielten jeweils ein kleines Dankeschön-Präsent vom Verein.

War die Versammlung auch geprägt von der unerfreulichen Mitteilung über die Einstellung des Singbetriebs, konnte Friedrich doch eine harmonisch verlaufene Versammlung schließen, ein Imbiss schloss sich an.


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