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Freitag, 03. Dezember 2021
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Geschrieben von Peter Bischof am 27. Oktober 2021
Vereine und Verbände

In Deutschland wird der Weltpoliotag ‪am 28. Oktober‬ begangen

Bad Lauterberger Rotary-Club bei Spendensammlungen stets erfolgreich

In einem Park in Dortmund pflanzten Rotarier 20.000 Tulpen, um EndPolioNow ins Bewusstsein der Menschen zu rücken. Foto: Rotary International
In einem Park in Dortmund pflanzten Rotarier 20.000 Tulpen, um EndPolioNow ins Bewusstsein der Menschen zu rücken. Foto: Rotary International
Eine Laborantin untersucht Proben auf Polioviren im Pasteur-Institut im westafrikanischen Côte d`Ivoire (Elfenbeinküste). Das Labor wird durch Spenden von Rotary unterstützt. Foto: Rotary International
Eine Laborantin untersucht Proben auf Polioviren im Pasteur-Institut im westafrikanischen Côte d`Ivoire (Elfenbeinküste). Das Labor wird durch Spenden von Rotary unterstützt. Foto: Rotary International
Die Bad Lauterberger Rotarier sind optimistisch, in der Vorweihnachtszeit wieder Spenden an ihrem Glühweinstand sammeln zu können. Foto: Rotary Club Bad Lauterberg-Südharz
Die Bad Lauterberger Rotarier sind optimistisch, in der Vorweihnachtszeit wieder Spenden an ihrem Glühweinstand sammeln zu können. Foto: Rotary Club Bad Lauterberg-Südharz
Schweizer Rotarier verkauften Pralinen zugunsten der PolioPlus-Aktion. Foto: Rotary International
Schweizer Rotarier verkauften Pralinen zugunsten der PolioPlus-Aktion. Foto: Rotary International

Drei Milliarden Kinder erhielten seit 1988 die Polio-Schluckimpfung. 2020 wurden mehr als 440 Millionen Kinder in über 30 Ländern geimpft. Dabei wurden nahezu 940 Millionen Dosen Impfstoff verabreicht. „Den Traum von einer poliofreien Welt nahm Rotary mutig in dem Wissen in Angriff, dass dies nicht einfach sein würde. Trotzdem schafften wir es, gemeinsam mit unseren Partnern die Zahl der weltweiten Polio-Fälle seit 1988 um 99,9 Prozent zu senken“, sagt John Germ von Rotary International.

Doch noch sei der Kampf nicht entschieden. Er erfordere ein mutiges Handeln. „Wir werden weiterhin die Finanzierung sicherstellen und den Druck aufrechterhalten, damit nie wieder ein Kind unter den verheerenden Folgen von Polio leiden muss."
Um das Ziel zu erreichen, arbeitet Rotary mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dem Kinderhilfswerk UNICEF sowie der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC zusammen. Zu diesem Verbund gehören auch die Impfallianz GAVI und seit 2009 die Bill & Melinda Gates Foundation. Sollten die Partner erfolgreich sein, wäre die Kinderlähmung nach den Pocken die zweite Krankheit, die komplett ausgerottet ist.

Lauterberger Club erfolgreich

Auch der Rotary Club Bad Lauterberg-Südharz hat sich seit seiner Gründung in jedem Jahr beim Kampf gegen die Kinderlähmung stark engagiert. In den letzten zehn Jahren gehörte der Club stets zu den erfolgreichsten Spendensammlern innerhalb seines Rotary-Distriktes.

„Vor allem vor Weihnachten beim Glühweinstand in der Bad Lauterberger Fußgängerzone und bei den Entenrennen kamen große Spendensummen zusammen“, so Norbert Gössling, aktueller Präsident des Bad Lauterberger Clubs. Auch die Glückseier-Aktion zu Ostern als Ersatz in der Pandemie für die beiden zuvor genannten Aktivitäten sei erfolgreich gewesen. Der Club geht davon aus, dass in diesem Jahr der Glühweinstand wieder eröffnet werden kann.

Kinder brauchen mehrere Dosen

2,50 Euro koste der Impfschutz eines Kindes, erläutert Stefan Flindt, Sekretär und Polio-Beauftragter des Clubs. Darin enthalten seien der Preis für den Polio-Impfstoff, die Kosten für den Transport, die Bezahlung des Impfpersonals, Kühlboxen für den Impfstoff, Kreide zur Markierung der besuchten Häuser und der lila Farbstoff, mit dem die Finger der geimpften Kinder gekennzeichnet werden. Für den vollständigen Schutz müssten aber mehrere Dosen verabreicht werden, das heißt, die Kinder seien mehrfach aufzusuchen.
Man kennt drei Typen des Polio-Wildvirus. Das Polio-Wildvirus vom Typ 2 tauchte das erste Mal 1999 auf und wurde im September 2015 für ausgerottet erklärt. Polio-Wildviren vom Typ 3 wurden seit November 2012 nicht mehr nachgewiesen, daher wurde dieser Typ im Oktober 2019 ebenfalls für ausgerottet erklärt. Derzeit müssen folglich noch Wildviren vom Typ 1 bekämpft werden.

Eine neue Strategie

Die Gelder von Rotary sind für die operative Unterstützung zur flächendeckenden Impfung aller Kinder und die Bezahlung der Millionen von Impfhelfern. Weiterhin für die Forschung zur Entwicklung neuer Produkte und Methoden, die soziale Mobilisierung und Sensibilisierung für die Impfkampagnen und den Nutzen der Impfungen, die technische Unterstützung und Bezahlung von technischen Beratern und Planung für den geordneten Übergang von den Impfmaßnahmen zu Routineimpfungen nach Ausrottung des Virus.

Angesichts der stetigen Fortschritte und einer aktuell geringen Übertragungsrate des Polio-Wildvirus in Afghanistan und Pakistan bestehe die große Chance, die Übertragungskette zu unterbrechen, ist Stefan Flindt optimistisch.
Dabei solle eine neue Strategie helfen. Dazu führt Rotary International vier Punkte an. So soll die politische Lobbyarbeit zur Bewusstmachung der Dringlichkeit und Verantwortlichkeit in endemischen und Ausbruchs-Ländern verstärkt werden. Zweitens sollen die Abläufe und die Polio-Überwachung weiter verbessert werden. Zudem soll die Aufnahme der Polio-Impfung in allgemeine Gesundheitsprogramme betrieben werden. Wichtigster Punkt ist sicherlich der verstärkte Einsatz in hochgefährdeten Gemeinden.

Ein neuer Impfstoff

Zusätzlich setzen Rotary und seine Partner auf ein neues orales Polio-Vakzin zur Bekämpfung von Ausbrüchen. „Der neue Impfstoff wird in einer wachsenden Zahl von Ländern verabreicht und stellt eine vielversprechende Entwicklung auf dem Weg zur endgültigen Ausrottung der Krankheit dar", so John Germ. „Aber es liegt noch viel Arbeit vor uns. Angesichts der jüngsten Ereignisse in Afghanistan müssen wir uns mehr denn je für unsere Ziele stark machen."

In Pakistan und Afghanistan wurden im letzten Jahr noch insgesamt 140 Infektionen mit Polio-Wildviren gemeldet. Im Jahr 2021 erst zwei Fälle, je einer in Pakistan und einer in Afghanistan, so der Stand Mitte August. Als unpolitische Organisation werde Rotary auch weiterhin die Arbeit leisten, die zum Schutz der Gesundheit von Kindern überall auf der Welt notwendig sei. Soll heißen, dass das wohl auch für Afghanistan gelte.

Polio-Infrastruktur hilft bei Covid-Krise

Die unter der Mithilfe von Rotary aufgebaute Polio-Infrastruktur trägt dazu bei, auch die Ausbreitung von Covid-19 zu verhindern, indem sie Vorbereitungs- und Reaktionsmaßnahmen in vielen Ländern, darunter Nigeria, Pakistan und Afghanistan, unterstützt.
„Dies stellt das ,Plus’ von Polio Plus dar.  Das Wichtigste, was Rotary-Mitglieder tun können, um den Kampf gegen Polio fortzusetzen, ist die kontinuierliche Unterstützung unseres Spendenziels von 50 Millionen Dollar in diesem Jahr“, so ein Sprecher von Rotary International.

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Fakten:

Hinter dem Begriff PolioPlus verbirgt sich das humanitäre Hauptprojekt der Rotary Clubs in aller Welt: der Kampf gegen die Kinderlähmung (Poliomyelitis, kurz: Polio). 1985, als Rotary International den offiziellen Beschluss fasste, die Welt von dieser Infektionskrankheit zu befreien, gab es noch 125 Länder mit pro Jahr 350.000 neuen Infektionen. Bis heute konnte die Zahl der jährlichen Neuinfektionen auf 140 (2020) gedrückt werden. Nur noch in zwei Ländern – Afghanistan und Pakistan – ist die Bevölkerung von Polio-Viren bedroht.


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