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Donnerstag, 27. Februar 2020
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Geschrieben von PM NGG Süd-Ost-Niedersachsen-Harz am 16. Dezember 2019
Wirtschaft

Niedriglohn trotz Vollzeit

Gewerkschaft kritisiert: Jeder fünfte Vollzeit-Beschäftigte im Kreis Göttingen arbeitet zum Niedriglohn – Mini-Löhne besonders im Lebensmittel- und Gastgewerbe

Wer in der Backstube arbeitet, macht einen harten Job. Zu viele Bäckereien würden ihre Mitarbeiter trotzdem mit Niedriglöhnen abspeisen, kritisiert die Gewerkschaft NGG.
Wer in der Backstube arbeitet, macht einen harten Job. Zu viele Bäckereien würden ihre Mitarbeiter trotzdem mit Niedriglöhnen abspeisen, kritisiert die Gewerkschaft NGG.

40 Stunden die Woche arbeiten – und trotzdem reicht’s am Monatsende nicht: Im Landkreis Göttingen arbeiten rund 14.900 Vollzeit-Beschäftigte zum Niedriglohn. Damit liegt jeder fünfte Arbeitnehmer (19,4 Prozent) trotz voller Stundenzahl unter der amtlichen Niedriglohnschwelle von aktuell 2.203 Euro brutto im Monat. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten mit. Die NGG Süd-Ost-Niedersachsen-Harz beruft sich hierbei auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Geschäftsführerin Katja Derer spricht von einem „Alarmsignal“. Tausende Menschen hätten trotz langer Arbeitstage enorme Probleme, finanziell über die Runden zu kommen. „In Metzgereien, Bäckereien, Restaurants und Hotels ist der Anteil von Niedriglohn-Beschäftigten dabei besonders hoch. Hier müssen die Firmen endlich deutlich höhere Löhne zahlen“, fordert Derer. Nach Angaben der Arbeitsagentur liegen bundesweit 53 Prozent aller Vollzeit-Beschäftigten im Lebensmittel- und Gastgewerbe unter der Niedriglohngrenze.

Eine Hauptursache für diesen Zustand ist nach Einschätzung der Gewerkschaft NGG die sinkende Tarifbindung. Um diesen Trend zu stoppen, müssten sich Firmen, die Mitglied im Arbeitgeberverband sind, an die mit der Gewerkschaft ausgehandelten Tarifverträge halten und armutsfeste Löhne zahlen.

„Außerdem muss es noch mehr Tarifverträge geben, zu denen ganze Branchen durch die Politik verpflichtet werden – gerade da, wo der Niedriglohnsektor wuchert“, so Katja Derer. Eine sogenannte Allgemeinverbindlichkeit könne vom Bundes- oder Landesarbeitsministerium erklärt werden. Am Ende komme es aber auch auf die Beschäftigten selbst an, betont die NGG. „Wer in der Gewerkschaft ist, hat nicht nur beim Lohn, sondern auch bei Urlaub und Arbeitszeit die besseren Karten.“

Das durchschnittliche Vollzeit-Einkommen liegt im Kreis Göttingen laut Arbeitsagentur bei 3.223 Euro (brutto) im Monat – im Bundesschnitt sind es 3.304 Euro.


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