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Freitag, 03. April 2020
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Geschrieben von Boris Janssen am 03. April 2014
Wirtschaft

Ein Ja zum Standort Bad Lauterberg

Gido und Carsten Kröger stellen ihre Pläne zum Rudolphi-Neubau vor

So soll es aussehen: Die Häuserfront der Hauptstraße mit dem neuen Geschäftshaus. Das Gebäude soll allerdings ein rotes Dach bekommen, so wie es auch das Rudolphi-Haupthaus (ganz links) in Wirklichkeit hat.
So soll es aussehen: Die Häuserfront der Hauptstraße mit dem neuen Geschäftshaus. Das Gebäude soll allerdings ein rotes Dach bekommen, so wie es auch das Rudolphi-Haupthaus (ganz links) in Wirklichkeit hat.
Vor dem neuen Haus sollen etwa 50 Außenplätze für Gastronomie entstehen.
Vor dem neuen Haus sollen etwa 50 Außenplätze für Gastronomie entstehen.
Das neue Gebäude soll sich einerseits an den Stil des Rudolphi-Haupthauses (ganz links) anlehnen, andererseits aber auch in die bestehende Häuserfront einpassen.
Das neue Gebäude soll sich einerseits an den Stil des Rudolphi-Haupthauses (ganz links) anlehnen, andererseits aber auch in die bestehende Häuserfront einpassen.
Die Rückseite soll sehr modern ausfallen und sich komplett zwischen E+R (links) und dem Rudolphi-Haupthaus (rechts) erstrecken. Dazu kommt ein großer Parkplatz.
Die Rückseite soll sehr modern ausfallen und sich komplett zwischen E+R (links) und dem Rudolphi-Haupthaus (rechts) erstrecken. Dazu kommt ein großer Parkplatz.
Übersicht: Das neue Gebäude (Mitte) wird leicht t-förmig. Es umschließt die Gebäude Hauptstraße 119 und 125 und schließt im Plan oben links an das Rudolphi-Haupthaus an, rechts an E+R. Die Hauptstraße bekommt einen leichten Schlenker (rot).
Übersicht: Das neue Gebäude (Mitte) wird leicht t-förmig. Es umschließt die Gebäude Hauptstraße 119  und 125 und schließt im Plan oben links an das Rudolphi-Haupthaus an, rechts an E+R. Die Hauptstraße bekommt einen leichten Schlenker (rot).
Gegenüber des Heimatmuseums (links) soll eine Ein- und Ausfahrt für den neuen Parkplatz entstehen.
Gegenüber des Heimatmuseums (links) soll eine Ein- und Ausfahrt für den neuen Parkplatz entstehen.
Eine zweite Parkplatzausfahrt soll zur Schulstraße hinausgehen und die Belastung besser verteilen.
Eine zweite Parkplatzausfahrt soll zur Schulstraße hinausgehen und die Belastung besser verteilen.
Die Gebäude Hauptstraße 121 (Kinder-Rudolphi, vorn) und 123 (Mamma Mia und Eiscafé Martini, daneben) werden abgerissen. Die Vorarbeiten dazu – Rückbau der Anschlüsse – haben begonnen.
Die Gebäude Hauptstraße 121 (Kinder-Rudolphi, vorn) und 123 (Mamma Mia und Eiscafé Martini, daneben) werden abgerissen. Die Vorarbeiten dazu – Rückbau der Anschlüsse – haben begonnen.

Nein, eine Passage bekommt der Boulevard Bad Lauterberg nicht. Wohl aber einen neuen Parkplatz „mit überdachtem Gang zur Hauptstraße“. Mit einem Augenzwinkern ob der seit Monaten umlaufenden Gerüchte hat Gido Kröger am Mittwoch (02.04.2014) das Pressegespräch eröffnet, bei dem er gemeinsam mit seinem Sohn Carsten Kröger und Bürgermeister Dr. Thomas Gans die Pläne zum Rudolphi-Neubau vorstellte.

Derzeit werden in die Pläne noch letzte Details zum Beispiel zum Brandschutz eingearbeitet. Sie sollen dann kommende Woche zur Genehmigung eingereicht werden. Weil aber erste Vorarbeiten bereits begonnen haben – und wegen der brodelnden Gerüchteküche – wollten die beiden Geschäftsführer der Rudolphi Modehaus GmbH & Co. KG die Grundzüge schon jetzt präsentieren.

 

Überblick: Das soll passieren

Die Gebäude Hauptstraße 123 (Mamma Mia / Eiscafé Martini) und 121 (Kinder-Rudolphi) werden abgerissen. An deren Stelle soll ein neues Geschäftshaus entstehen, das hinten direkt an das Rudolphi-Haupthaus sowie das ebenfalls zum Unternehmen gehörende E+R-Modehaus angrenzt. Aus dem bisherigen Esprit-Laden soll eine Restauration werden. Alle Gebäude sollen mittels Durchbrüchen miteinander verbunden und so zu einer großen räumlichen Einheit werden.

Hinter dem neuen Gebäude bis hinter E+R soll ein neuer Parkplatz mit etwa 80 Stellplätzen entstehen. Direkt vor dem Gebäude, auf dem Boulevard, sollen für die Gastronomie Außenplätze geschaffen werden. Dafür wird die Fahrbahn der Hauptstraße ein Stück verlegt – sie wird künftig einen leichten Schlenker machen.

 

Das neue Geschäftshaus

Kernstück der Bauarbeiten wird das neue Geschäftshaus. Es soll das Rudolphi-Haupthaus mit E+R verbinden und somit zu einem großen zusammenhängenden Komplex machen. Der Zuschnitt des neuen Bauwerkes wird einigermaßen kompliziert: Zur Hauptstraße hin müssen die Gebäude Hauptstraße 123 (Mamma Mia / Eiscafé Martini) und 121 (Kinder-Rudolphi) weichen. Von vorne nach hinten wird sich das neue Haus etwa 45 Meter in die Tiefe erstrecken. Nach rechts und links wird es sich leicht t-förmig auch unmittelbar hinter die Nachbargebäude ausbreiten. Dafür haben Krögers das Grundstück hinter Hauptstraße 125 (A+L-Mode / Familie Tran) gekauft und das Grundstück Hauptstraße 119 (Esprit-Laden) samt Gebäude für 20 Jahre von der Eigentümerin gepachtet.

Allein das neue Geschäftshaus wird eine Fläche von über 1500 Quadratmetern bieten. Zusammen mit den dann durch breite Durchbrüche verbundenen Häusern ergibt sich im Erdgeschoss eine Fläche von etwa 3000 Quadratmetern.

Entworfen wurde das neue Haus vom Elmshorner Architekturbüro Kunze, das sich wie bereits beim Umbau des Haupthauses auch wieder um den Innenausbau kümmern wird. Die Umsetzung des Baus und die nötige Feinplanung übernimmt das örtliche Büro Ohnesorge + Neitzke.

Zur Hauptstraße hin wird das neue Gebäude in Form und Größe an die bestehende Häuserfront angepasst. Die Fassade soll den Stil des Rudolphi-Haupthauses aufnehmen. Gido Kröger spricht von einer „sympathischen Einpassung“ in die Häuserzeile. „Das passt einerseits zu unserem Traditionshaus, andererseits in seiner Eigenständigkeit auch zum Rest der Hauptstraße“, findet er.

Nach hinten geht das Gebäude in einen Flachdach-Bau über. Zum geplanten Parkplatz hin soll es eine sehr moderne, kubistische Form bekommen und damit wiederum zur Rückansicht des Haupthauses passen.

Generell bekommt das Gebäude viel Fensterfläche. Im großen Flachdach-Bereich soll ein rund 50 Quadratmeter großes „Lichtauge“ für angenehmes Tageslicht im Ladeninneren sorgen. Die Eingänge sollen großzügig angelegt werden, ein Gang soll direkt vom Parkplatz zum Boulevard führen.

Ist das neue Ladenlokal erst einmal fertiggestellt, wollen Krögers auch das E+R-Haus noch einmal umstrukturieren und ins Gesamtkonzept einpassen. Dabei soll ein neuer Trakt mit Kundentoiletten entstehen. Hier wie bei der gesamten Maßnahme lege man Wert auf Behindertenfreundlichkeit, erklärte Gido Kröger.

 

Das Angebot im neuen Haus

Carsten Kröger verriet die Strategie hinter dem geplanten Bau: „Wir wollen unser Sortiment erweitern und den Kunden mehr bieten.“ Es geht also nicht darum, die über den Boulevard verteilten Rudolphi-Läden jetzt in einem Haus zu bündeln – bis auf „Cabrio“ sollen sie alle erhalten bleiben. Vielmehr werden neben der Kinderabteilung und dem Esprit-Laden vor allem neue Marken im Neubau Einzug halten.

Dazu kommt ein Schuhgeschäft (Schuhhaus Frölich aus Duderstadt). Es soll 250 bis 280 Quadratmeter einnehmen und in „offener Lösung“ integriert werden, das heißt ohne sichtbare Abtrennung. So soll das ungestörte Bummeln unter einem Dach erhalten bleiben.

 

Die Gastronomie

Für viel Gesprächsstoff hat in der Stadt die Schließung der beiden italienischen Gaststätten gesorgt. Während die Pizzeria Mamma Mia umgezogen ist, steht das Eis-Café Martini seit Anfang April heimatlos da.

Gido Kröger betonte, man habe beiden angeboten, sie bei den Bauplanungen zu berücksichtigen. Man habe daran allein schon deshalb Interesse gehabt, weil das Gesamtkonzept eben auch Gastronomie vorsieht. „Wenn die Menschen 60 oder 100 Kilometer nach Bad Lauterberg fahren, dann wollen sie ja nicht nur eine Hose kaufen und sofort wieder nach Hause“, sagte Gido Kröger. „Sie wollen dann auch mal etwas essen oder trinken.“ Wenn dann die Tasse Cappuccino gleich noch im selben Haus lockt, werde die Verweildauer der Kunden erhöht, so die Überlegung.

So kam man auf die Idee, den gepachteten Esprit-Laden in eine Restauration umzubauen, die ihrerseits wieder mit dem neuen Haus direkt verbunden ist. Sie soll um die 35 Plätze umfassen. Dazu sollen rund 50 Plätze im Freien vor dem Gebäude kommen.

Leider hätten sowohl Mamma Mia als auch die Familie Martini abgesagt, obwohl man die gleichen Mietkonditionen angeboten habe. Daraufhin habe man gegenüber bei Familie Mangold nachgefragt und recht zügig eine Zusage bekommen. „Ich freue mich, dass wir die Partnerschaft mit Mangolds intensivieren können“, erklärte Carsten Kröger.

Der Umbau des Ladenlokals soll im Mai beginnen und im September fertig sein. Als Angebot stellt sich Gido Kröger eine Art „Eis-Café mit Mittagstisch“ vor.

 

Die Straßenverlegung

Für die geplanten Außenplätze fehlt derzeit noch ausreichend Raum. Deshalb wird die Fahrbahn der Hauptstraße auf einem etwa 50 Meter langen Teilstück ein bisschen versetzt. Die Straße macht künftig einen kleinen Schlenker. Dafür haben die Bummelnden bald ab etwa 11 Uhr Chance auf einen Platz an der Sonne.

„Als wir unsere Idee dem Bürgermeister und dem Rat vorgestellt haben, bekamen wir sofort positive Unterstützung“, erzählte Carsten Kröger. Hilfreich war dabei sicher eine ganz realistische Einschätzung: „Uns war natürlich klar, dass die Stadt das nicht bezahlen kann und möchte.“ So werden auch die Straßenbau-Kosten auf das Rudolphi-Konto gehen.

Durch die Verlegung fallen auf der gegenüberliegenden Seite zwar eine Handvoll Parkplätze weg, aber dafür entstehen hinter dem Gebäude ja jede Menge neue. Und außerdem: „Die Gebühren für die Tische werden der Stadt ja mehr bringen als die wegfallenden Parkgebühren“, stellte Gido Kröger nüchtern fest.

Der Umbau soll im Mai beginnen und wird laut Bauamtsleiterin Anette Gödecke etwa vier bis sechs Wochen dauern. Eines ist allen Beteiligten klar: Spätestens zum Badejubiläum muss die Straße unbedingt fertig sein.

 

Der Parkplatz

Hinter dem Neubau planen Gido und Carsten Kröger einen großzügigen Parkplatz mit etwa 80 Stellplätzen. Diese sollen den größer gewordenen Autos Rechnung tragen und mindestens 2,50 Meter breit werden. Auch Behindertenplätze sind vorgesehen.

Einfahrt und Ausfahrt sollen gegenüber des Heimatmuseums in der Ritscherstraße liegen. Eine zweite Ausfahrt soll in die Schulstraße führen. „Damit wollen wir eine übergroße Belastung für die kleine Ritscherstraße und die Anlieger drum herum verhindern“, erklärte Gido Kröger.

Auf dem neuen Parkplatz sollen die gleichen Regeln gelten wie auf dem ersten Rudolphi-Parkplatz hinter dem Heimatmuseum: Parken für alle zu denselben Konditionen, erste Stunde gratis, Zufahrt nur montags bis samstags von 8 bis 18 Uhr. „Durch diese Regelung haben wir in den vergangenen Jahren keinerlei Probleme mit den Anliegern gehabt“, erinnert sich Gido Kröger. Und er glaubt: „Der von uns freiwillig geschaffene Parkraum dient dem gesamten Handel in Bad Lauterberg.“

Weiterer positiver Nebeneffekt: Auch der Lieferverkehr bekommt eine bessere Zufahrt und muss nicht mehr die Ritscherstraße behindern.

 

Bau-Nebenwirkungen

Gido und Carsten Kröger hoffen, dass die Belastungen durch die Bauarbeiten für Anlieger und Passanten möglichst gering gehalten werden können. „Auf keinen Fall wollen wir solche Probleme, wie beim Rossmann-Neubau“, so Gido Kröger. „Wir wollen keine Unruhe.“

Den allergrößten Teil der Bauarbeiten am Geschäftshaus glauben die Bauherren vom künftigen Parkplatz aus bewerkstelligen zu können. Der Baustellenverkehr soll dabei über die geplante Parkplatz-Ausfahrt Schulstraße abgewickelt werden. Zur Hauptstraße hin reiche hoffentlich ein Bauzaun, der vielleicht etwas in den Bürgersteig hineinrage. Die Passierbarkeit solle aber auf jeden Fall erhalten bleiben.

Für die Arbeiten an der Fahrbahn muss hingegen die Hauptstraße zwischen Postplatz und Ritscherstraße voll gesperrt werden. Damit der Boulevard dennoch einigermaßen gut erreichbar bleibt, soll in dieser Zeit die Einbahnstraßenregelung in der Ritscherstraße zwischen Hauptstraße und Wissmannstraße umgekehrt werden (dann Fahrtrichtung von Wissmannstraße zur Hauptstraße).

Bis sie im neuen Geschäftshaus ihre Heimat finden, werden der Esprit-Laden und der Kinder-Rudolphi gemeinsam in den bald leer werdenden Ihr-Platz-Räumen überwintern.

 

Die Behörden

Carsten Kröger wünscht sich, dass das neue Haus zu Ostern 2015 bezugsfertig ist. Wann die Bauarbeiten aber wirklich losgehen können, steht noch nicht fest. Schließlich müssen die Behörden erst noch ihr Okay geben. Und dass das bei einem solch großen Vorhaben etwas länger dauert, dafür haben die Bauherren durchaus Verständnis. Gerade der Brandschutz sei kompliziert, aber natürlich wichtig.

„Wir führen angenehme Gespräche mit der Kreisbauverwaltung“, lobte denn auch Gido Kröger. Und bei Stadt und Rat sei man immer auf große Unterstützung gestoßen – egal ob bei Straßenverlegung oder Änderung des Bebauungsplanes.

 

Die Bedeutung

In dem neu gestalteten Komplex sollen 15 bis 20 neue Arbeitsplätze entstehen. Außerdem werde die Attraktivität der Stadt nochmal gesteigert, ist Bürgermeister Thomas Gans sicher und bekommt dabei Zustimmung der Ratsherren Holger Thiesmeyer (SPD) und Horst Tichy (CDU), die ebenfalls an der Präsentation teilnahmen.

Für Gido und Carsten Kröger geht mit dem Bau ein jahrelanger Wunsch in Erfüllung: Denn das Unternehmen weiterzuentwickeln, gehe nur noch, indem man das Sortiment erweitert und so den Radius der potentiellen Kundschaft ausdehnt. Dafür wagen die beiden nun, einen „mittleren einstelligen Millionenbetrag“ in ihr Bad Lauterberger Unternehmen zu investieren.

Was anderes kommt für sie auch nicht infrage. „Wir müssen uns im Sortiment entwickeln, wir können keine Filialen in anderen Städten übernehmen“, erklärte Gido Kröger. Das würde nicht zum Unternehmen passen. „Wir fokussieren uns auf unseren Standort“, ergänzte Carsten Kröger. „Das ist ein klares Ja zu Bad Lauterberg.“

Für seinen vor Jahrzehnten „zugereisten“ Vater ist das zugleich ein ganz persönliches Statement: „Ein Signal, dass wir uns hier wohlfühlen.“


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