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Mittwoch, 22. Mai 2019
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Geschrieben von Karl Heinz Bleß am 17. Januar 2015
Wirtschaft

DBI vermarktet Produkte zunehmend selbst

SPD besichtigt Deutsche Baryt-Industrie: Jetzt kommt der Schwerspat zu 95 Prozent aus China

Baryt-Geschäftsführer Georg Kühler informiert seine Gäste im Besprechungsraum.
Baryt-Geschäftsführer Georg Kühler informiert seine Gäste im Besprechungsraum.
Nur auf den ersten Blick sieht das Gestein in der Halle gleich weiß aus...
Nur auf den ersten Blick sieht das Gestein in der Halle gleich weiß aus...
...bei näherer Betrachtung werden die Unterschiede deutlich. Von links: Günther Engel, Wilfried Große, Bad Lauterbergs SPD-Vorsitzender Uwe Speit, Geschäftsführer Georg Kühler und Bürgermeister Thomas Gans.
...bei näherer Betrachtung werden die Unterschiede deutlich. Von links: Günther Engel, Wilfried Große, Bad Lauterbergs SPD-Vorsitzender Uwe Speit, Geschäftsführer Georg Kühler und Bürgermeister Thomas Gans.
Fast sollte man meinen, in der Halle laufe man auf Schnee.
Fast sollte man meinen, in der Halle laufe man auf Schnee.
Nach der Sortierung wird das Gestein gebrochen, anschließend gemahlen und bei Bedarf auch noch gebleicht.
Nach der Sortierung wird das Gestein gebrochen, anschließend gemahlen und bei Bedarf auch noch gebleicht.
Nach der Nassmahlung sieht das Produkt aus wie Milch. Nun muss alles so getrocknet werden, dass das mehlartige Pulver nur noch minimale Feuchtigkeit enthält, bevor es eingesackt wird. Die Feuchtigkeit nach der Trocknung beträgt 0,2 Prozent.
Nach der Nassmahlung sieht das Produkt aus wie Milch. Nun muss alles so getrocknet werden, dass das mehlartige Pulver nur noch minimale Feuchtigkeit enthält, bevor es eingesackt wird. Die Feuchtigkeit nach der Trocknung beträgt 0,2 Prozent.

Die Deutsche Baryt-Industrie (DBI) baut sich ein eigenes Vertriebssystem auf. Hatte man bisher auf den Service des Mutterkonzerns gesetzt, baut die DBI seit mehr als einem Jahr auf den eigenen Vertrieb des hochwertigen weißen Schwerspats in kleinster Körnung. Und ging 2013 der Absatz etwas zurück, stieg er 2014 wieder deutlich an. Das erfuhr eine Gruppe von SPD-Mitgliedern am Dienstag (13.01.2015) bei einer Betriebsbesichtigung.

Die SPD organisiert regelmäßig für ihre Mitglieder Besuche heimischer Betriebe, um den Kontakt zur Wirtschaft zu pflegen. Vor allem die Ratsmitglieder wollen wissen, wie sie bei Entscheidungen wirtschaftliche Belange berücksichtigen müssen.

 

Schwerspat in feinster Körnung

Der Traditionsbetrieb „Deutsche Baryt-Industrie – Dr. Rudolf Alberti GmbH & Co. KG“ in der Bahnhofstraße vermahlt vorwiegend weißen Schwerspat (Bariumsulfat) in verschiedene Körnungen. Die feinste Körnung ist kleiner als zwei Mikrometer, also feinstes Pulver. Anders als die Konkurrenz verstehen es die Fachleute der DBI, durch ein Nassmahlverfahren das Produkt so fein mit hoher Reinheit zu produzieren, erklärte Geschäftsführer Georg Kühler den Besuchern. Abnehmer des äußerst feinen weißen Schwerspats ist die Farben- und Lackindustrie in Europa, hauptsächlich in den Niederlanden. Aber auch in die USA wird exportiert.

Seit 2007 wird der Schwerspat nicht mehr in Bad Lauterberg gewonnen – die Grube Wolkenhügel schloss, nachdem sie ausgeerzt war. Seitdem kommt der Rohstoff zu 95 Prozent aus China. Dort gibt es Gruben, die Schwerspat in ähnlich hoher Qualität (weiß) gewinnen, wie es ihn in Bad Lauterberg gab. Die anderen fünf Prozent des Rohstoffimports kommen aus Indien und Marokko, sagte Kühler.

 

Rohstoff für ein Jahr auf Lager

Die große Abhängigkeit von China erstaunte die Besucher. Was ist, wenn mal eine Lieferung aus irgendeinem Grund nicht pünktlich kommt? Da beruhigte der Geschäftsführer: „Ich sage es auch unseren Kunden immer, dass wir ständig Rohstoff für ein Jahr auf Lager haben.“ Ein Lager hat die DBI in Hildesheim.

Im Moment mache ihm eher ein anderes Problem Sorgen, erklärte Kühler: Der schwächelnde Euro lasse den Kostenanteil deutlich steigen. Denn der Rohstoff wird in Dollar abgerechnet. Bei gleichbleibendem Dollarpreis müsse mehr in Euro für den Rohstoff bezahlt werden. Im Gespräch über das Thema wurde aber auch klar, dass die Wettbewerber das gleiche Problem haben.

Die Belegschaftszahl bei der DBI ist stabil. Wenn aus Altersgründen Arbeitnehmer ausscheiden, werden etwa in gleicher Anzahl Arbeitnehmer neu eingestellt. So soll etwa das Labor zusätzliche Aufgaben erhalten. Auch im Vertrieb sind drei Arbeitskräfte eingestellt worden. Derzeit hat das Industrieunternehmen etwa 30 Mitarbeiter.


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