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Dienstag, 26. März 2019
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Geschrieben von Boris Janssen am 02. September 2016
Wirtschaft

Schickertgelände soll Ferienpark werden

Niederländische Investoren wollen im Odertal 117 Ferienhäuser mit über 1.000 Betten bauen

So stellen sich die Planer den Grundriss des Ferienparks vor. Die vorhandene Zufahrt soll weiter genutzt werden, hier soll ein Empfangsgebäude entstehen. Das Gelände um das ehemalige Verwaltungsgebäude (rot, links oben) gehört nicht mehr zum Park.
So stellen sich die Planer den Grundriss des Ferienparks vor. Die vorhandene Zufahrt soll weiter genutzt werden, hier soll ein Empfangsgebäude entstehen. Das Gelände um das ehemalige Verwaltungsgebäude (rot, links oben) gehört nicht mehr zum Park.
Die Investoren wollen die kompletten elf Hektar unter dem Kummel nutzen.
Die Investoren wollen die kompletten elf Hektar unter dem Kummel nutzen.
Erste Entwürfe der Häuser: Sie sollen ökologisch auf Holzbasis, modern und…
Erste Entwürfe der Häuser: Sie sollen ökologisch auf Holzbasis, modern und…
…lichtdurchflutet sein und inmitten großzügiger Grünanlagen stehen.
…lichtdurchflutet sein und inmitten großzügiger Grünanlagen stehen.
Das Schickertgelände ist über Straße sowie Geh- und Fahrradweg mit der Innenstadt verbunden – und sogar am Nachmittag scheint hier die Sonne.
Das Schickertgelände ist über Straße sowie Geh- und Fahrradweg mit der Innenstadt verbunden – und sogar am Nachmittag scheint hier die Sonne.
Wollen eine jahrzehntelang brachliegende Fläche beleben (von links): Bürgermeister Dr. Thomas Gans, die Vertreter der Investoren Rolie Tromp und Aaldert van der Wal (hinten) sowie Architekt Thomas Petermann.
Wollen eine jahrzehntelang brachliegende Fläche beleben (von links): Bürgermeister Dr. Thomas Gans, die Vertreter der Investoren Rolie Tromp und Aaldert van der Wal (hinten) sowie Architekt Thomas Petermann.

Es hat ja schon viele Ideen für das Schickertgelände gegeben, aus denen dann noch nie etwas wurde. Jetzt gibt es eine neue Idee – eine ziemlich große sogar – und dieses Mal scheint es tatsächlich etwas zu werden: Niederländische Investoren wollen im Odertal einen Ferienpark errichten. Auf dem 110.000 Quadratmeter großen Areal sollen 117 Ferienhäuser mit insgesamt 1.032 Betten entstehen. Gemeinsam mit Bürgermeister Dr. Thomas Gans und Architekt Thomas Petermann präsentierten Rolie Tromp und Aaldert van der Wal als Vertreter der Investoren am Freitag (02.09.2016) erste Entwürfe.

„Es soll ein Park mit sehr hohem Niveau und viel Innovativem werden“, sagte Tromp, auch wenn noch nicht ganz klar ist, was alles dazugehören soll. Auf jeden Fall sollen die Häuser ökologisch auf Holzbasis errichtet werden, freundlich und lichtdurchflutet sein, modernen Komfort bieten – und einen Whirlpool haben. 105 Häuser sollen jeweils acht Menschen Platz bieten. Zwölf weitere sind als Doppelhäuser geplant, die je zu einem großen zusammengelegt werden können und dann auch für Gruppen bis 16 Personen geeignet sind. Auf dem gesamten Gelände sollen außerdem großzügige Grünanlagen entstehen.

Auch aus Naturschutzgründen, das Schickertgelände ist ein Fluggebiet für Fledermäuse, sollen die Häuser nur anderthalb Geschosse bekommen (also Erdgeschoss plus Dachgeschoss). Und die nötige Energie will man zu einem großen Teil selbst erzeugen – was nebenbei natürlich auch die Betriebskosten ein wenig drücken würde.

 

Park mit Anschluss an die Stadt

Den Planern – und dem Bürgermeister – ist eines ganz wichtig: „Der Park soll nicht autark sein, sondern an die Stadt angebunden werden“, erklärte Architekt Petermann. So soll der Ferienpark ganz bewusst keinen eigenen Supermarkt, nur eine minimale Gastronomie und auch kein Schwimmbad bekommen. Schließlich, so Tromp: „Bad Lauterberg ist eine schöne Stadt, hier können die Gäste viel machen.“ Das „Highlight Vitamar“ liege gleich um die Ecke, und Einkaufen, Essen und Trinken könne man hervorragend auf dem Boulevard. Deswegen wolle man lieber einen guten Shuttle-Service in die Innenstadt anbieten.

Seit etwa zwei Jahren sind die Investoren schon in Gesprächen mit der Stadt, berichtete Bürgermeister Gans. Und auch Vertreter der Wirtschaftsförderung seien schon da gewesen – von der EU-Ebene versteht sich. Sie hätten das Projekt befürwortet. Derzeit laufen die Verfahren zur Änderung des Bebauungsplanes. Im nächsten Jahr, so hofft Rolie Tromp, können die Bauarbeiten beginnen, 2018 dann könnte Eröffnung sein – „aber ob Mai oder September, das lässt sich einfach nicht sagen.“ Bis alles fertig ist, wird ein deutlich zweistelliger Millionenbetrag investiert worden sein. Als Parkbetreiberin soll eine neue Gesellschaft mit Sitz in Bad Lauterberg gegründet werden. Einige Häuser werden auch zu kaufen sein und können dann wiederum über die Gesellschaft vermarktet werden.

 

Rat und Verwaltung „Feuer und Flamme“

Laut Bürgermeister Thomas Gans sind Rat und Verwaltung „Feuer und Flamme“ für das Projekt. Der Ferienpark sei eine gute Verwendung für das seit Jahrzehnten brachliegende, städtische Gelände. Momentan werde der Harz „von Niederländern erschlossen“, da sei dies eine gute Chance, Bad Lauterberg bei ihnen zu einer festen Größe werden zu lassen. Und natürlich unterstütze die Stadt das Vorhaben auch wegen der Aussicht auf Arbeitsplätze und auf ein Plus von Tausenden Gästen pro Jahr. „Bad Lauterberg ist schon jetzt die größte Destination im Südharz, der Park passt hier hin.“

Wenn der Ferienpark dann eines Tages fertig ist, hat Thomas Gans aber noch ein kleines Anliegen: Er möchte mit einer Gedenktafel an die Geschichte des Geländes erinnern. In den Anfang der 1990er Jahre abgerissen Produktionshallen der Schickert-Werke wurde im Zweiten Weltkrieg unter anderem Raketentreibstoff hergestellt. Auch Zwangsarbeiter wurden im Werk eingesetzt.

 

Bilder:
oben (4): Präsentation J & P Johanning und Petermann Architekten
unten (2): Boris Janssen


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