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Mittwoch, 26. Juni 2019
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Kommentar von ski, 09. Juni 2019
Das ist doch...

...Heimatliebe

Helmut Schmitz hält der Stadt und dem Harz die Treue - seit 65 Jahren

Hier fühlt er sich wohl: Helmut Schmitz in den Jägerstuben
Hier fühlt er sich wohl: Helmut Schmitz in den Jägerstuben

„Bad Lauterberg ist meine Heimat“, sagt Helmut Schmitz. Er fühlt sich der Kneippstadt so verbunden, dass er sagt, nach Köln fahre er nur in den Urlaub – obwohl er seit 65 Jahren dort lebt. Aber zweimal im Jahr muss er unbedingt in seine Heimat, so der 75-jährige. Nur bis zu seinem zehnten Lebensjahr hat er in Osterhagen gelebt – dann sind seine Eltern, beide Ur-Kölner, die es nach dem Krieg hierher verschlagen hatte, mit ihm nach Köln gezogen. Doch der Harz ist seine Heimat geblieben, das wusste er schon als Jugendlicher.

Vielleicht hängt dies mit seiner Wanderleidenschaft zusammen: „Ich habe alle Wanderabzeichen – teilweise auch doppelt.“ Seine Lieblingsplätze: „Der Knollen, der Bismarckturm, der Wiesenbek“, zählt er auf. Besonders schöne Erinnerungen hat er daran, wie er als Kind mit seiner Schwester von Osterhagen aus zum Hotel am Wiesenbek gewandert ist - „zur Belohnung gab es dort ein Eis, dann sind wir wieder zurückmarschiert“. Fast sein gesamtes Leben hat er in Köln verbracht, dort seinen Beruf als Arbeitspädagoge und Arbeitsvermittler ausgeübt und auch eine Kölnerin geheiratet. Aber die Hochzeit wurde in Bad Lauterberg gefeiert – 1985 war das. Und auch die Silberhochzeit wurde in Bad Lauterberg begangen. Denn für Helmut Schmitz ist Bad Lauterberg immer die eigentliche Heimat geblieben. „Wenn ich in Köln meine Sachen packe und es wieder in den Harz geht, dann sage ich immer: ich fahre jetzt nach Hause“, lacht er. Damit in der Zwischenzeit der Trennungsschmerz nicht allzu groß wird, hat er sich in seinem Garten in Köln eine Gartenhütte ganz im Harzer Stil gebaut - mit Fachwerk und Jagdtrophäen an der Wand. Aber auch das hilft nur bedingt – mindestens im Mai und im Oktober zieht es ihn nach Bad Lauterberg, wo er schon in den verschiedensten Hotels und Pensionen gewohnt hat: „Da bin ich nicht festgelegt – und ich brauche ja nicht viel, weil ich den ganzen Tag unterwegs bin“. Als seine Gesundheit Kuren und Reha-Maßnahmen erforderte, war ja klar, wo er diese verbrachte: „Ich war zweimal im Haus Bernhardi am Scholben und zuletzt bei Muschinsky“.

Das 35-jährige Ehejubiläum will er mit seiner Frau nächstes Jahr natürlich auch in Bad Lauterberg verbringen. „Und eines Tages werde ich mir ein kleines Grundstück von einem Quadratmeter auf dem schönen Friedhof kaufen – dann bleibe ich für immer hier“. Aber bis dahin will er noch möglichst viel Zeit in seiner Heimat verbringen – und zwischendurch nach Köln „in den Urlaub“. Was er dorthin mitnimmt, ist auch klar: ein großes Paket mit echter Harzer Mettwurst. „Die Kölner Wurst schmeckt alles nach Maggi – die esse ich nicht“.


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