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Montag, 25. Oktober 2021
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 Geschrieben von Gordy am 30. März 2020
Gedichte von Brigitta Weiss

Ausschau

Foto: Mohamed Hassan, Pixabay
Foto: Mohamed Hassan, Pixabay

Wir haben die göttliche Stille verlernt,
den Sinn für die ganz leisen Töne;
wir haben uns weit von den Weisen entfernt,
verloren den Sinn für das Schöne.
Wir schenken und halten doch alles fest,
als ließe sich Erdschweres halten, zerstören mutwillig das eigene Nest
durch heilloses Schalten und Walten.

Es wäre ein erster Schritt, der sich lohnt:
den anderen wieder zu sehen,
nicht mehr wie der erdferne Mann im Mond
nur einsame Runden zu drehen.

Komm, wende dich zu mir, ganz nah zu mir hin,
ich will dein Gesicht neu erlernen,
will lesen in dir, wer ich war, wer ich bin.
Komm fliege mit mir zu den Sternen.
Wir wollen gemeinsam die Zukunft beschwören,
doch die furchtbare Antwort verschweigen.
Dein Mund soll betäuben, dein Herzschlag betören.
Komm, lass - so verfallen - uns steigen.

Brigitta Weiss
1997

Eingesandt von Karin Fock


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