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Geschrieben von ski am 02. Dezember 2016
Aktuell

„Menschenrettung geht immer vor Brandbekämpfung“

Stadtbrandmeister Martin Dannhauer über den Feuerwehreinsatz beim Brand in der Schanzenstraße

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Drei Drehleitern waren gleichzeitig im Einsatz
Drei Drehleitern waren gleichzeitig im Einsatz

„Der Einsatz ist gut abgelaufen“, lobt Stadtbrandmeister Martin Dannhauer die Feuerwehrkameraden, die den Brand in der „kleinen Schanze“ bekämpft haben. Sie haben mit ihrem Einsatz die Zeile aus zusammenstehenden Fachwerkhäusern davor bewahrt, komplett abzubrennen, vor allem aber dafür gesorgt, dass niemand in den Flammen sterben musste: „Menschenrettung geht immer vor Brandbekämpfung“, erklärt er. Einige Minuten nach ein Uhr sei der Notruf in der Leitstelle eingegangen, bereits nach sechs bis acht Minuten nach der Alarmierung sei der erste Löschzug vor Ort eingetroffen. Dann galt es als erstes, sich einen Überblick zu verschaffen und gegebenenfalls Menschen aus den brennenden Gebäuden zu retten und sicherzustellen, dass sich niemand mehr darin befindet; dazu werden auch Anwohner befragt, wo sich eventuell noch Hausbewohner aufhalten können. „Man nennt das die vier Phasen der Erkundung“, erläutert der Stadtbrandmeister. Auch die Bewohner der angrenzenden Häuser der schwer zugänglichen Häuserzeile mussten geweckt und evakuiert werden.

Kräftezehrender Einsatz unter erschwerten Bedingungen

Erst danach kommt die Brandbekämpfung, zunächst mit dem Löschwasser, das die wasserführenden Fahrzeuge an Bord haben. „Die nachrückenden Kräfte bereiteten derweil die Wasserversorgung vor“, erklärt Dannhauer. Die Wassermengen zur Bekämpfung des Großbrandes wurden aus Hydranten und von der Oder genommen. Erschwert wurde der Einsatz durch die Eiseskälte sowie Eisesglätte rund um das Geschehen. Dennoch habe es nicht lange gedauert, bis das Wasser lief, so Dannhauer. Er ärgert sich über anderslautende Facebook-Kommentare, bei denen auch Vorwürfe gegen die Stadtwerke erhoben wurden: „Das ist völliger Quatsch. Ab 1:30 Uhr floss das Wasser – ab da haben die Stadtwerke eine erhöhte Trinkwasserentnahme aus dem Leitungsnetz verzeichnet“. Um zusätzlich Wasser aus der Oder zu nehmen, mussten erst einmal die Schlauchleitungen quer über die Schanzenkreuzung bis zum Ufer verlegt werden. Mit vier Mann wurden die Pumpen zum Fluss hinabgebracht – und das bei völliger Dunkelheit und Eisglätte.

"Ohne Drehleiter wäre vermutlich kein Haus mehr in der Straße"

Der kräftezehrende Einsatz bei Minusgraden, bei dem zeitweise bis zu 120 Einsatzkräfte vor Ort waren, dauerte letztlich die ganze Nacht und den gesamten Vormittag des folgenden Tages. Neben allen vier Bad Lauterberger Wehren waren auch die Kameraden aus Herzberg und Bad Sachsa mit jeweils einem Löschzug im Einsatz und auch deren Drehleitern, ohne die an die hartnäckigen Brandnester in den Dachstühlen kaum heranzukommen war.  „Ohne Drehleiter wäre vermutlich kein Haus mehr in der Straße", so Dannhauer: „Hier sieht man ganz klar die Notwendigkeit einer Drehleiter im Stadtgebiet! Ein weiterer Vorteil ist der Einsatz der Wärmebildkamera, wonach man dann gezielt die Fassaden öffnen kann um direkt an die Glutnester zu kommen, und somit Schlimmeres verhindern“.

Ausgebrochen war der Großbrand im Erdgeschoss der Nummer 14, eines unbewohnten Hauses, wo sich eine Werkstatt befand. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache noch nicht abgeschlossen, es dürfte sich jedoch wahrscheinlich um einen technischen Defekt oder Fahrlässigkeit handeln, so Polizeisprecher Uwe Falkenhain. Durch den Brand wurden die beiden an das Haus angrenzenden Häuser komplett zerstört beziehungsweise unbewohnbar, ein weiteres Haus wurde in Mitleidenschaft gezogen.

Anschaffung eines neuen HLF geplant

Der Stadtbrandmeister hofft derweil, dass nicht nur die Leistung der Feuerwehrkameraden anerkannt wird, sondern auch weiterhin die notwendige Ausstattung zur Verfügung gestellt wird.  „Das HLF (Hilfeleistungslöschfahrzeug) mit seiner Pumpe hat uns bei diesem Einsatz durchaus gefehlt“, so Dannhauer.  Das Hilfeleistungslöschfahrzeug der Lauterberger Wehr ist mittlerweile 21 Jahre alt und die Pumpe ist seit über einem Jahr defekt. Weiterhin zeige das Fahrzeug sehr starke Durchrostungen, „und man weiß nicht genau, was der TÜV nächstes Jahr sagt“. Allerspätestens 2019 ist daher die Anschaffung eines neuen HLF geplant.  Stadtbrandmeister Martin Dannhauer hofft mit Blick auf die neuen Mehrheitsverhältnisse, dass auch der neu konstituierte Rat der Stadt die Notwendigkeit dieser Anschaffung sehen und die Verpflichtungsermächtigung wie geplant erteilen wird, um die Bestellung des Fahrzeuges zu ermöglichen.


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