Sie wusste für die Geschichte Bad Lauterbergs zu begeistern
Emilie Asmussen ist gestorben – sie war viele Jahre Leiterin von Heimatmuseum und Stadtarchiv ihrer Wahlheimat
Die langjährige Leiterin des Heimatmuseums und des Stadtarchivs, Emilie Asmussen, ist am 17. März 2019 im Alter von 97 Jahren verstorben. Das wurde erst jetzt bekannt. Seit sie sich vor zehn Jahren aus Bad Lauterberg verabschiedete, lebte sie bei ihrer Tochter im holsteinischen Horst bei Elmshorn.
Zuvor hatte sie 30 Jahre lang ehrenamtlich die Kultur in Bad Lauterberg entscheidend mitgeprägt. Die studierte Kunsthistorikerin interessierte sich gleich nach dem Herzug 1979 für die Stadtgeschichte. Sie gestaltete das Heimatmuseum fachkompetent um und begann 1980 im Stadtarchiv mitzuarbeiten. Dafür musste sie sich als Frau bei den „drei Archivherren“, wie sie selbst zu sagen pflegte, erst durchsetzen. Helmut Streitpart, Max Walsleben und Ernst Petruschke prüften sie wie eine Schülerin, berichtete sie einmal. Dabei hatten die drei Herren „ihre ganz eigene Sicht der Geschichte“. 1988 übernahm sie selbst die Leitung des Archivs. Dabei war sie nicht die Archivdame hinter staubigen Akten, nein, sie wusste für die Geschichte Bad Lauterbergs zu begeistern: Vereine, Schüler, Kindergärten und Hobbykünstler interessierten sich bald für die Geschichte ihrer Wahlheimat. 1985 begann die stets seriös wirkende Dame mit dem typischen norddeutschen Akzent erfolgreich mit regelmäßigen Stadtführungen. Sie wollte anderen Menschen von den Besonderheiten Bad Lauterbergs erzählen.
Mit viel Hingabe prägte sie das Bild des Heimatmuseums
Seit 1992 prägte sie das Bild des kleinen Heimatmuseums. Mit sehr viel Hingabe gestaltete sie dort Jahr für Jahr Ausstellungen, welche sehr viel Zuspruch in der Bevölkerung fanden. Ihr Anliegen war besonders, die Kinder in das kulturelle Geschehen einzubeziehen.
Bis 1999 organisierte sie – anfangs noch mit Hermine Apel – 17 Jahre lang Bildungsreisen des Kulturkreises. Außerdem gehörte sie von Anfang an dem Team der Museumsführer im Kloster Walkenried an. Als sie dort 2002 ausstieg, nutzte sie ihre freie Zeit für Reisen mit ihrem Mann in die Türkei, nach China und Hongkong sowie nach Syrien.
Nach dem Tod ihres Mannes, dem Chirurgen Dr. Edwin Asmussen, der am Bad Lauterberger Kreiskrankenhaus gearbeitet hatte, zog sie zu ihrer Tochter zurück nach Schleswig-Holstein, wo sie ihre Wurzel hatte. Kurz vor ihrer Abreise würdigte die Stadt Bad Lauterberg ihre 30-jährige ehrenamtliche Lebensleistung mit der Ehrenplakette der Stadt.
