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Geschrieben von PM Helios Klinik Herzberg/Osterode am 04. Juni 2019
Aktuell

Wenn das Hirn aus der Spur geworfen wird

„Aus der Spur geraten – akute Verwirrtheitszustände im Alter?“: Patientenakademie zum Thema Delire am 11. Juni 2019

Dr. med. Frank Füldner, Chefarzt der Geriatrie der Helios Klinik Herzberg/Osterode.
Dr. med. Frank Füldner, Chefarzt der Geriatrie der Helios Klinik Herzberg/Osterode.

Delir – fast von jetzt auf gleich scheint der Betroffene ein ganz anderer Mensch. Er ist verwirrt, nach kurzer Zeit können Wahrnehmungsstörungen, Zurückgezogenheit, motorische Störungen oder Affektreaktionen auftreten. Besonders oft erkranken ältere Patienten im Krankenhaus. In seinem Vortrag im Rahmen der Patientenakademie der Helios Klinik Herzberg/Osterode nimmt Dr. med. Frank Füldner, Chefarzt der Geriatrie, das komplexe Krankheitsbild, Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten in den Fokus. Der Vortrag beginnt am Dienstag, 11. Juni 2019, um 17 Uhr in der Klinik-Cafeteria. Der Eintritt ist frei.

„Ein Delir ist ein Verwirrtheitszustand, der sich im Gegensatz zur Demenz nicht schleichend über Monate oder Jahre entwickelt, sondern der einen akuten Beginn mit einem wechselnden Verlauf von kognitiven Störungen, Bewusstseinsveränderungen oder Störungen der Aufmerksamkeit hat“, erläutert Frank Füldner. Delire äußern sich auch durch Symptome wie Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus, hohe Reizbarkeit und Halluzinationen. Dabei kann die Symptomatik eher in einer gesteigerten Form vorliegen, dem sogenannten hyperaktiven Delir, aber auch ganz im Gegenteil in einer reduzierten Bewegungsform mit Bewusstseinsminderung, dem hypoaktiven Delir.

 

„Jede Erkrankung kann Ursache für ein Delir sein“

Ursache für ein Delir ist eine Stoffwechselstörung im Gehirn: Bestimmte Botenstoffe des zentralen Nervensystems sind im Ungleichgewicht. Woher dies rührt, lässt sich jedoch nicht immer auf den ersten Blick erkennen. Der erfahrene Geriater erklärt: „Grundsätzlich kann jede Erkrankung die Ursache für ein Delir sein. Häufig lösen Infektionen, Medikamente, operative Eingriffe oder Narkosemittel ein Delir bei älteren Patienten aus. Auch Schmerzen oder Umgebungswechsel begünstigen die Erkrankung. Menschen in jüngerem Alter können diese ungewohnten Faktoren meist gut kompensieren. Doch betagtere Patienten, die mitunter an verschiedenen schweren Grunderkrankungen leiden, und nun wegen einer akuten Verletzung oder Verschlechterung des Gesundheitszustandes in die Klinik kommen, werden hierdurch buchstäblich aus der Spur geworfen.“

Wie lange das Delir anhält, ist von Patient zu Patient unterschiedlich. Ein schnelles Erkennen der Erkrankung und die richtige Behandlung sind hierbei sehr wichtig. Manchmal dauern die Symptome nur wenige Stunden oder Tage an. Bei anderen Patienten mündet die Erkrankung in eine chronische Verwirrtheit. Welche Behandlungsmöglichkeiten und vorbeugende Maßnahmen es gibt, erläutert Dr. Füldner in seinem Vortrag.


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