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Geschrieben von Tom Zinram am 03. Juli 2019
Aktuell

Besondere Begegnung zwischen Migranten und deutschsprachigen Schülern

Die Teilnehmer der interkulturellen Müllsammelaktion sammeln neue Erfahrungen und tauschen sich aus

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Schon lange stand bei den Beteiligungstagen für Frauen die Frage „Wo kann man sich begegnen“ im Raum. Christine Kummer vom Integrationsbüro des Landkreises Göttingen erläuterte, dass bereits mehrere Projekte gemeinsam überlegt wurden. Das Ziel war es, „etwas gemeinsam zu tun , denn da kommt man am Ehesten ins Gespräch“, so Kummer. Es sei vor allen von den Migranten der Wunsch gewesen, sich mit Deutschen auszutauschen und ihnen zu begegnen. So sei die Idee aufgekommen, den Müll im Kurpark einzusammeln, um auch „etwas gemeinsam für die Kommune zu tun“. Jessica Otte, ebenfalls vom Landkreis Göttingen, fügte hinzu, dass es eine gemeinsame Aktion mit den Johannitern sei und die Mitarbeiter sehr aufgeschlossen gegenüber der geplanten Projekte waren. Doch vor allem sei es wichtig, nicht nur die Abfälle gemeinsam aufzusammeln, sondern auch der Frage auf den Grund zu gehen, was mit dem produzierten Müll der Gesellschaft eigentlich passiert. „Es ist eine Win-Win Situation für alle“ erklärte Otte, da es viele Aspekte seien, die mit dieser Aktion abgedeckt werden. Man mache etwas Nützliches für die Kommune, die Migranten und Deutschen kommen sich im Smalltalk näher und das Bewusstsein über die produzierten Abfälle steigt. Sowohl deutschsprachige Schüler der KGS- Bad Lauterberg als auch die Migranten konnten wesentliche Erfahrungswerte sammeln. Es sei gar nicht so einfach gewesen, die verschiedenen Hauptakteure zu einem festen Termin zusammenzubekommen. Es musste ein Termin in der Mülldeponie in Hattorf vereinbart werden, dann geschaut werden, welche Schulklasse wann Zeit hat und es vor allem, wann die Johannitermitarbeiter es zeitlich einrichten können.

Müllsammelaktion zeigte Wirkung

„Ekelhaft finde ich die gefüllten Hundekotbeutel“, gab Janka Eckardt, erste Vorsitzende des Kinderschutzbundes völlig entsetzt zu. Eckardt berichtete weiter, dass auch die Kinder ziemlich entsetzt von den Müllmassen gewesen seien. „Die Kinder waren mit Enthusiasmus dabei".  Christine Kummer musste bezüglich der Sammelaktion feststellen, dass das Team gemeinsam noch mehrere Säcke voll bekommen hat, doch der Kurpark recht ordentlich gegenüber anderen Gegenden sei. Darüber hinaus haben sich auch vorbeigehende Spaziergänger positiv zu der Aktion geäußert. Nach der Müllsammelaktion gab es erst einmal ein Picknick zur Stärkung und im Anschluss fand ein Ausflug zur Mülldeponie in Hattorf statt. Katharina Euteneiervon der Johanniter-Unfallhilfe schilderte, dass viele Migranten das Mülltrennen gar nicht kennen und es deshalb sinnvoll sei, mal die Mülldeponie in Hattorf zu besichtigen. „Es muss erst einmal im Kopf ankommen“ erzählte sie und möchte gemeinsam mit den Migranten und Schülern der fünften Klasse der Frage auf den Grund gehen, was mit dem Müll nach der Trennung eigentlich passiert. Dies erzeuge neben dem Müllsammeln einen weiteren praktischen Aspekt, schilderte die Mitarbeiterin der Johanniter-Unfallhilfe. Euteneier sowie Denise Horn, ebenfalls von den Johannitern waren schon ganz gespannt, was sie bei der Besichtigung erwartet, hatten allerdings auch ein wenig Respekt vor dieser neuen Erfahrung. Bereits beim ersten Betreten der Deponie wurden die Teilnehmern mit einzelnen Fakten zu den produzierenden Abfällen konfrontiert. Bevor es allerdings so richtig losgehen konnte, mussten sich alle der Mitglieder eine Schutzweste anziehen. Schon im ersten Teil der Besichtigung konnten die Interessierten ein ausführliches Bild der Abfälle aus dem gesamten Landkreis machen. Doch nicht nur die Bilder waren für die Migranten und der Schüler der KGS prägend, sondern auch der stechende Geruch von Bioabfällen war für einige ein fremdes Gefühl.

Deponie Hattorf ist die einzige im Altkreis

Neben den eindrucksvollen Bildern, die den Besuchern geboten wurde, gab es auch jede Menge allgemeine Informationen. Die Gesamtfläche beträgt 30 Hektar, was ca. fünf Fußballfeldern entspricht. Die Deponie in Hattorf besteht bereits seit 1978 und alle Abfälle aus dem uhrsprünglichen Landkreis Osterode am Harz kommen hier her. Es sind insgesamt über 500 unterschiedliche Abfallarten, welche an der Deponie in Hattorf abgeliefert werden. Damit ein Preis für die vorbeigebrachten Abfälle ermittelt werden kann, wird der vorfahrende LKW zunächst mit dem Müll und im Anschluss noch einmal ohne Müll gewogen. Aus der Gewichtsdifferenz wird die Gebühr berechnet. Wichtig sei darüber hinaus auch zu wissen, dass bei dem Versickern der Abfälle Sickerwasser entstehe, welches durch eine Kläranlage gereinigt werden müsse, damit das Wasser wieder in die Oder fließen kann. Die Mülldeponie besteht bereits sei dem ersten März 1978. Seit diesem Zeitpunkt geht alles vom Haus- und Sperrmüll bis hin zum Biomüll in die Deponie. Von dort aus werden die Abfälle an verschiedene Orte in der näher liegenden Region geliefert, um sie Ordnungsgemäß zu entsorgen. Die Schüler und Migranten konnten erfahren, dass der Biomüll im weiteren Verlauf vergoren und der Sperrmüll in überdimensionalen Containern verladen wird.

Seit diesem Schuljahr arbeitet Caroline Özbek, Lehrerin der KGS-Bad Lauterberg mit dem Kinderschutzbund zusammen. Viel Vorbereitungszeit habe dies nicht benötigt, so die Haupt-und Realschullehrerin weiter. Nach dem Tag auf der Mülldeponie war sie sehr angetan und sagte, dass es ihr sehr gut gefallen habe. „Es ist eine tolle Sache“, ergänzte Özbeck und sie fände es auch in Zukunft sehr schön, wenn es diese Möglichkeit für die komplette Schule gebe.
 
Weitere Nachhaltigkeitsprojekte geplant

Während der Busfahrt nach Hattorf berichtete Katharina Euteneier von weiteren Projekten, die in naher Zukunft anstehen und geplant sind. Die Projekte der Zukunft beschäftigen sich genauso wie die Müllsammelaktion mit der Nachhaltigkeit. „Es muss nicht immer alles neu gekauft werden“,  fällt ihr besonders bezüglich neuen Handys ein. Es sei ein Vortrag zu dem Thema „Wie sieht mein Handy aus“ geplant, um die Menschen für die Thematik der Nachhaltigkeit zu sensibilisieren. Ergänzend sei das Team um Euteneier mit dem Bürgermeister im Gespräch, um gemeinsam die Aktion Namens" Fairtrade Town“ zu planen. Dies sei allerdings noch ein hartes Stück Arbeit, da zunächst erst einmal Geschäftsleute, Schulen und Kindergärten für die Aktion gewonnen werden müssen. Allerdings sei der Trend momentan sehr aktuell und dem Team der Johanniter-Unfallhilfe sei es ein besonderes Anliegen, das Bewusstsein für ökonomisches und ökologisches Handeln zu wecken. „Das ist aus privaten Interesse entstanden“ erzählte Euteneier. Die verschiedenen Patizipationsveranstaltungen haben sich mit der Zeit entwickelt und mittlerweile überschneiden sich die verschiedenen Aktionen.


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