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Geschrieben von Karl Heinz Bleß am 04. September 2019
Aktuell

Mitarbeiter feierten 50 Jahre Diabetesklinik

Feier mit bebildertem Rückblick, Krimilesung, Sketch und gutem Essen

Der Vorsitzende des Kuratoriums, Lothar Leifheit, hält eine kurze Rede zur Feier.
Der Vorsitzende des Kuratoriums, Lothar Leifheit, hält eine kurze Rede zur Feier.
Der Klinikvorstand: Verwaltungsleiter Matthias Lamping (links), Chefarzt Dr. Thomas Werner und Pflegedienstleiterin Tanja Klaproth.
Der Klinikvorstand: Verwaltungsleiter Matthias Lamping (links), Chefarzt Dr. Thomas Werner und Pflegedienstleiterin Tanja Klaproth.
Blickte aus Mitarbeiterinnen-Sicht zurück: Betriebsratsmitglied Karin Ahrens.
Blickte aus Mitarbeiterinnen-Sicht zurück: Betriebsratsmitglied Karin Ahrens.
Der Tisch von Vorstand und Kuratorium (von links): Matthias Lamping, Dr. Thomas Werner, Tanja Klaproth, Lothar Leifheit und Andreas Körner.
Der Tisch von Vorstand und Kuratorium (von links): Matthias Lamping, Dr. Thomas Werner, Tanja Klaproth, Lothar Leifheit und Andreas Körner.
Krimi-Autor Hans-Joachim Wildner während seiner Lesung.
Krimi-Autor Hans-Joachim Wildner während seiner Lesung.

Die Diabetesklinik in Bad Lauterberg besteht seit 50 Jahren. Dieses Jubiläum feierten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Freitagabend (30.08.2019) im Harzer Hof in Scharzfeld. Nach der Begrüßung durch Chefarzt Dr. Thomas Werner und Verwaltungsleiter Matthias Lamping, der den Abend moderierte, erinnerte der Vorsitzende des Kuratoriums, Lothar Leifheit, in einer kurzen Rede an die Anfänge der Spezialklinik und dankte den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz. Bevor es dann zum Essen ging, erzählte Karin Ahrens, langjährige Mitarbeiterin und Betriebsratsmitglied, anhand von alten Dias in humorvoller Weise aus Mitarbeitersicht aus vergangenen Tagen. So berichtete sie von ihrem Vorstellungsgespräch. „Spielen Sie ein Musikinstrument?“, sei die erste Frage gewesen, die der damalige Chefarzt Professor Berend Willms ihr gestellt habe. Die zweite Frage: „Wie ist Ihre Note in Deutsch?“ Erst anschließend sei es um Fachfragen gegangen.

Im Speisesaal der Klinik gab es damals weiße Tischdecken – aber Teller aus Metall, die lange hielten. Sie berichtete von den sechs Karten für jeden Patienten und Tag, auf denen das tägliche Menü eines jeden Essensgastes stand. Die Küche musste die Mahlzeiten entsprechend individuell herrichten, so wie es die Diätassistenten zusammengestellt hatten. Hier sei die Umstellung auf die EDV ein großer Fortschritt und eine Arbeitserleichterung gewesen. Bezeichnend war auch ein altes Foto, auf dem ein männlicher Patient ganz selbstverständlich mit Krawatte in der Lehrküche erschienen war. Karin Ahrens erinnerte an die Kinderkurse in den Ferien und daran, dass inzwischen Patientenschulungen in mehreren Sprachen möglich sind. Notfalls müsse man eben mit Bildern arbeiten, wenn die sprachliche Verständigung nicht klappe.

Als alle wohl gesättigt waren, las Krimi-Autor Hans-Joachim Wildner aus seinem Roman „Endstation Brocken“, in dem auch das Diabeteszentrum Bad Lauterberg vorkommt. Am Ende bekam jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter ein Exemplar geschenkt. Am späteren Abend trug auch das Personal des Harzer Hofs mit Loriot-Sketchen zum Gelingen der Jubiläumsfeier bei.

 

Das Ergebnis „mündiger Bürger“

Die „Fachklinik für Diabetes und Stoffwechselkrankheiten“ eröffnete genau am 24. August 1969. Sie war das Ergebnis „mündiger Bürger“, wie es Leifheit ausdrückte, die sich um die sinkenden Belegzahlen in der städtischen Kneippkur-Klinik sorgten und den Diabetes als zunehmend wichtige Aufgabe in der Medizin ausgemacht hatten. Diabetes werde sich zu einer Volkskrankheit entwickeln, waren sie sich vorausschauend sicher. Gegen Widerstände, auch in den zuständigen Ministerien, setzten sie sich dank ihrer Beharrlichkeit durch. Mit dem Restbarvermögen der sich auflösenden Gesellschaft für Kneipp´sche Kur- und Erholungsheime hatte man ein Grundkapital von 60.000 D-Mark, um ein Grundstück am Kirchberg zu kaufen. Immerhin kam zur Grundsteinlegung im Sommer 1967 die damalige Bundesgesundheitsministerin Käte Strobel.

Schon zwei Jahre nach der Eröffnung 1969 musste die Klinik 1971 von 107 auf 140 Betten erweitert werden, indem Einbettzimmer mit zwei Patienten belegt wurden. Erst 1988 wurde der Erweiterungsbau eingeweiht. Im Laufe der Jahre musste sich die Klinik nach verschiedenen Gesundheitsreformen oft umstellen und sich in medizinischen Nischen im Bereich Diabetes durch Fachkompetenz behaupten.

In den vergangenen 50 Jahren gab es nur vier Leitende Ärzte am inzwischen umbenannten Diabeteszentrum Bad Lauterberg: PD Dr. Anton Appels, Professor Dr. Berend Willms, Professor Dr. Michael Nauck und jetzt seit 2015 Dr. Thomas Werner – ein Zeichen großer Kontinuität.


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