Geschrieben von ski am 18. September 2019
Solidaritätsbekundung an der Badestelle
Ratsmitglieder besuchten den Verein Badespaß Barbis


Es hatte für viel Empörung in der Bevölkerung gesorgt, dass Ende Juli die Spendenkasse aufgebrochen worden war, die der Verein Badespaß Barbis e.V. an der offenen Badestelle aufgestellt hatte. Zahlreiche Ratsmitglieder fast aller Fraktionen fanden sich am 17.09.2019 am Badeteich ein, um ihre Wertschätzung für den Verein auszudrücken und "Flagge zu zeigen", wie Organisator Holger Thiesmeyer (SPD) es ausdrückte. "Wer so etwas tut, schädigt die Allgemeinheit."
Nachdem der vormalige Freibadbetrieb durch die Stadt eingestellt wurde, um die Kriterien für den Zukunftsvertrag erfüllen zu können, hat sich der Verein 2014 gegründet und betreibt den Schwimmteich nun als offene Badestelle weiter. Mit sehr viel Engagement pflegen die Mitglieder die Anlage, schneiden Hecken und mähen die Wiese, halten die sanitären Anlagen sauber, entsorgen den Müll - und das alles natürlich ehrenamtlich. "Uns geht es um den Erhalt der Badestelle, und sie wird gut angenommen", berichtet der Vorsitzende Knut Drygala. Das ist auch kein Wunder, denn die Badestelle ist nicht nur idyllisch gelegen, sondern auch sehr gepflegt und bietet viele Möglichkeiten zum Grillen, Basketballspielen, Fußballspielen, Tischtennis und Beachvolleyball. Auch für Kinder stehen einige Spielgeräte zur Verfügung. Und für all dies können die Besucher freiwillig einen Obulus in die Spendenkasse werfen. Glücklicherweise ist der Aufbruch aber eine Ausnahme: "Es ist ja fünf Jahre gut gegangen", sagt Olaf Dreymann vom Vorstand. Und Drygala betont: "Vandalismus gibt es zum Glück nur in sehr geringem Maße".
Genaue Besucherzahlen werden an der offenen Badestelle natürlich nicht erhoben. Aber in den letzten beiden heißen Sommern kamen eine ganze Menge Badegäste: "An einem heißen Tag am Wochenende kommen im Tagesverlauf auch mal dreihundert Besucher", schätzt Drygala. Und das sind nicht nur Einheimische, sondern auch viele von außerhalb: "Man sieht alle möglichen Kennzeichen auf dem Parkplatz". Durch die Schließung des Freibads Scharzfeld in diesem Jahr dürften auch noch einige zusätzliche Besucher gekommen sein. "Ganz besonders freut es mich, wenn die Badestelle auch mal für besondere Events genutzt wird", sagt der Vorsitzende. So war kürzlich beispielsweise der SHAC zu Gast und es fand dort ein Freiluft-Taufgottesdienst statt.
Strom, Versicherungen, Klopapier...
Noch besser, als die Badestelle zu besuchen und etwas in die Spendenbox zu werfen, wäre es, gleich Mitglied zu werden, wie Kassenwart Steffen Fricke betont: "Mit den Beiträgen können wir dann auch vernünftig planen und etwas verwirklichen."
Denn der Zuschuss der Stadt an den Verein in Höhe von 5.000 € jährlich wird ja schon für die Fixkosten benötigt: "Wir müssen siebenmal im Jahr Wasserproben untersuchen lassen - das kostet jedesmal über 200 €", erklären die Vorstandsmitglieder. Auch die Kosten für Strom (u.a. für die Pumpe), Abwasser, Versicherungen für das Gebäude und die Ehrenamtlichen, Grundsteuer, Reinigungs- und Verbrauchsmittel wie Toilettenpapier und die Abfallentsorgung schlagen ordentlich zu Buche. Und dazu kommt noch die Brunnenwasser-Entnahmegebühr: denn der 1928 angelegte Badeteich wird mit Brunnenwasser gespeist.
In diesem Jahr erhielt der Verein auch 500 € aus dem Ehrenamtsfonds der HarzEnergie zur Verschönerung der Außenanlagen. "Uns liegen besonders die Kinder am Herzen", so Drygala. "Der Beachvolleyballplatz und der Sandkasten wären mal dran...". Im kommenden Frühjahr sollen außerdem die Waschbetonplatten, die schon bereit stehen, ins Becken eingebracht werden, um dem Algenbewuchs entgegenzuwirken. Wer sich engagieren möchte, ist beim Verein Badespaß Barbis also genau richtig. Spenden - und vor allem Mitglieder - sind also mehr als willkommen.
Die Ratsmitglieder lobten einhellig das große Engagement der Aktiven, die nun am Ende der Badesaison für Mitglieder und Förderer eine Grillfeier ausrichten.