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Mittwoch, 21. Oktober 2026
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Geschrieben von Manfred Kirchner (Förderverein Schloss Herzberg) am 26. Oktober 2019

Aktuell

Förderverein Schloss Herzberg lädt zum Schlossvortrag ein

Juliane Schmieg-Otten aus Celle referiert über Dorothea Sophie

Juliane Schmieglitz-Otten (rechts) bei ihrem letzten Besuch im Herzberger Welfenschloss. Mit im Bild Volontärin Stella Kohlstedt, Ulrich Rütjerodt vom Staatlichen Baumanagement und Bernd Wedekind (links). (Foto: Peter Bischof)
Juliane Schmieglitz-Otten (rechts) bei ihrem letzten Besuch im Herzberger Welfenschloss. Mit im Bild Volontärin Stella Kohlstedt, Ulrich Rütjerodt vom Staatlichen Baumanagement und Bernd Wedekind (links). (Foto: Peter Bischof)
Heimliche Liebes-Affäre, brutaler Mord am Nebenbuhler und die Tragik einer 32-jährigen Verbannung: Juliane Schmieglitz-Otten wird im Rittersaal des Welfenschlosses sicherlich über spannende Geschichten berichten können. (Foto: Privat)
Heimliche Liebes-Affäre, brutaler Mord am Nebenbuhler und die Tragik einer 32-jährigen Verbannung: Juliane Schmieglitz-Otten wird im Rittersaal des Welfenschlosses sicherlich über spannende Geschichten berichten können. (Foto: Privat)

Juliane Schmieglitz-Otten, Leiterin des Residenz-Museums im Celler Schloss, wird am Donnerstag, 7. November 2019, ab 19.30 Uhr auf Einladung des Fördervereins Schloss Herzberg im Rahmen der Schlossvorträge zu Sophie Dorothea, Prinzessin von Ahlden, referieren.

Prinzessin Sophie Dorothea war die einzige Tochter und Erbin des Herzogs von Braunschweig und Lüneburg Georg Wilhelm, Fürst zu Lüneburg (1624–1705), die aus seiner Ehe mit der Hugenottin Eleonore Desmier d’Olbreuse (1639–1722) entstammte.

 

Ehe mit Georg I., dem späteren König von England

Um die Einhaltung eines Vertrages zwischen den Fürsten von Hannover und Celle zu sichern, hielt Kurprinz Georg Ludwig, der älteste Sohn des hannoverschen Herzogspaares, um die Hand Dorotheas, seiner Cousine ersten Grades, an.

Gegen ihren Wunsch heiratete Dorothea am 18. November 1682 in der Kapelle auf Schloss Celle ihren Cousin, den späteren britischen König Georg I. (1660–1727), den ältesten Sohn des Herzogs und späteren Kurfürsten Ernst August von Braunschweig-Lüneburg und seiner Gattin Prinzessin Sophie von der Pfalz. 

Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor: Georg August (1683–1760) und Sophie Dorothea (1687–1757). Nach der Geburt der Kinder entfremdeten sich die Ehepartner jedoch, ab 1691 bevorzugte Kurprinz Georg Ludwig seine Mätresse Gräfin Melusine von der Schulenburg (1667–1743).

 

Verhältnis mit Graf Königsmarck

Sophie Dorothea ging ihrerseits ein Liebesverhältnis mit dem Grafen Königsmarck ein und plante mit ihm die Flucht. Es entwickelte sich daraus eine Staatsaffäre. Anfang Juli 1694 verschwand der Graf im Leineschloss spurlos. Was dabei geschah, ist auch heute noch Thema und wird wohl nie ganz geklärt werden können, berichtete das Magazin Stern. Vier Männer sollen spät nachts Philipp Christoph von Königsmarck abgepasst haben, als er Sophies Gemächer verließ.

Die offizielle Version: Er wurde anschließend nie wieder gesehen und gilt bis heute als verschollen, so der Stern weiter. Die inoffizielle: Die Männer seien im Auftrag von Georg gekommen, um den Nebenbuhler, der ihm ernsthafte Probleme zu machen drohte, aus dem Weg zu schaffen. Sie sollen ihn getötet und seinen mit Steinen beschwerten Körper in die Leine geworfen haben. Zwei der Täter sollen angeblich später gestanden haben. Ein weiteres Indiz für diesen Tathergang seien laut der Illustrierten rätselhafte Zahlungen großer Geldsummen, die die Männer anschließend von Georg erhielten. Diese fanden sich in den Abrechnungen des Hofes wieder.

 

Verbannung auf Schloss Ahlden

Um die Ehre des Kurprinzen wiederherzustellen, verlangte Georg Ludwig die Scheidung von seiner Frau, und zwar aus ihrem alleinigen Verschulden.

Deshalb wurde Sophie Dorothea 1694 zunächst auf Schloss Ahlden bei Walsrode festgesetzt. Die Ehe wurde am 28. Dezember 1694 geschieden und Sophie Dorothea wegen böswilligen Verlassens ihres Ehemannes zum allein schuldigen Teil erklärt. Eine neue Ehe war ihr ebenso untersagt wie das Wiedersehen mit ihren Kindern. Sophie Dorothea starb am 13. November 1726 nach 32 Jahren in Gefangenschaft auf Schloss Ahlden.

Die Liebesaffäre der Sophie Dorothea hatte Auswirkungen bis in unsere Region. Ihre Zofe Eleonore von Knesebeck, die in die Beziehung mit von Königsmarck eingeweiht war, wurde auf Burg Scharzfels festgesetzt und 1697 vom Dachdecker Veit Rentsch über ein 20 Meter langes Seil von der Burg abgeseilt und befreit und konnte fliehen.


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Bild der Woche