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Geschrieben von ski/PM am 29. Dezember 2019
Aktuell

Welche Vögel sind noch da?

Bei der "Stunde der Wintervögel" vom 10.-12.01. kann jeder mithelfen, den Bestand zu erfassen

Eichelhäher. Foto: NABU/Rolf Köhler
Eichelhäher. Foto: NABU/Rolf Köhler
Blaumeise. Foto: NABU/Frank Derer
Blaumeise. Foto: NABU/Frank Derer
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Foto: NABU/Sebastian Hennigs
Foto: NABU/Sebastian Hennigs

Wer flattert denn da durch den Kurpark oder den Garten? NABU und NAJU Niedersachsen rufen vom 10. -12. Januar 2020 zur zehnten „Stunde der Wintervögel“ auf. Dann können Freiwillige eine Stunde lang Vögel beobachten, zählen und an den Naturschutzverband melden. „Nach dem zweiten Rekordsommer in Folge könnte die Zählung Aufschluss darüber geben, wie sich anhaltende Dürre und Hitze auf die heimische Vogelwelt auswirken“, so Philip Foth vom NABU Niedersachsen. „Je mehr Menschen mitmachen, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse.“ Die Naturschutzorganisation will mit diesem Langzeitprojekt durch die Teilnahme möglichst vieler Menschen auch schleichenden Veränderungen auf die Spur kommen.

Zunahme an Eichelhähern erwartet

In diesem Jahr könnte es zudem interessante Erkenntnisse für den Eichelhäher geben. „Im Herbst haben wir einen massiven Einflug dieser Art nach Deutschland und Mitteleuropa beobachtet“, sagt Philip Foth. „Im September waren es über zehnmal so viele Vögel wie jeweils im gleichen Monat der vergangenen sieben Jahre. Im Oktober registrierten Vogelzugzählstationen sogar 16 Mal so viele Eichelhäher. Ähnlich hohe Zahlen gab es zuletzt 1978.“ Als Grund vermuten die Ornithologen, dass es 2018 in Nordosteuropa eine sogenannte Eichelvollmast gab, also besonders viele Eicheln herangereift sind. So konnten deutlich mehr Eichelhäher den vergangenen Winter überleben und in diesem Jahr brüten. „Viele dieser Vögel sind nun zu uns gezogen, weil in ihren Herkunftsgebieten nicht mehr genug Nahrung für alle Vögel vorhanden ist“, erklärt Philip Foth. „Seit die Eichelhäher nicht mehr aktiv wandern, scheinen sie jedoch wie vom Erdboden verschluckt. Die ‚Stunde der Wintervögel‘ könnte zeigen, wo diese Eichelhäher geblieben sind. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie sich in den Wäldern und Gärten des Landes verteilt haben.“
Bei der letzten großen Vogelzählung im Januar 2019 beteiligten sich in Niedersachsen über 15.400 Menschen. Insgesamt gingen Meldungen aus über 10.100 Gärten ein. Der Haussperling ergatterte damals den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in Niedersachsens Gärten, Kohlmeise und Blaumeise folgten auf Platz zwei und drei. Dabei wurde im Vergleich zu den Vorjahren ein deutlicher Rückgang an Wintervögeln insgesamt festgestellt, der vermutlich mit dem sehr milden Winter zusammenhängt. Auf die Ergebnisse der diesjährigen Zählung sind die Experten daher besonders gespannt.

Wie funktioniert die Vogelzählung?

Jeder kann eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zählen und dem NABU melden. Von einem ruhigen Beobachtungsplätzchen aus wird von jeder Art die jeweils höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Das gilt auch für vorbeifliegende Vögel einzeln oder in Schwärmen, sofern man sie zuordnen kann. Die Beobachtungen können dann bis zum 20. Januar entweder online oder per Meldebogen gemeldet werden. Zudem ist am 11. und 12. Januar für die telefonische Meldung jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet.

Bestimmungsbuch, Online-Training oder Smartphone-App

Das pure Interesse und die Freude an der Vogelwelt reichen zur Teilnahme aus, eine besondere Qualifikation ist für die Wintervogelzählung nicht nötig. Hilfreich sind natürlich ein Fernglas und ein Bestimmungsbuch - oder die elektronische Variante davon: einer Smartphone-App. Die kostenlose App "Vogelwelt" des NABU ist für iOS und Android erhältlich und zeigt 308 Vogelarten mit Artportraits, Hinweisen zu Bestimmung, Aussehen, Verhalten und Verwechslungsmöglichkeiten, Ökologie und Häufigkeit. Auch Vergleichsmöglichkeiten und die Beschränkung auf die 100 häufigsten Arten als Bestimmungshilfe sind möglich. Und für die Beobachtungsaktion "Stunde der Wintervögel" lassen sich in der App gleich praktische Merklisten anlegen.  Außerdem bietet die Organisation ein eigenes Online-Lernprogramm für die „Stunde der Wintervögel“ an. Mit dem kostenlosen E-Learning-Tool „NABU Vogeltrainer“ erfährt man spielerisch alles über 15 häufige Vögel, die im Winter in unseren Gärten zu finden sind. Außerdem werden Fragen wie „welcher Vogel ist in Deutschland am häufigsten zu finden?“ oder „bekommen Vögel im Winter kalte Füße?“ dort beantwortet. Unter www.vogeltrainer.de (externer Link) kann sich ab sofort jeder fit machen.


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