Geschrieben von PM Harzwasserwerke am 18. Dezember 2019
Wiesenbeker Teich läuft leer
Defekter Striegel muss repariert werden – Teich soll im Sommer 2020 wieder ausreichend gefüllt sein

Die Lauterberger können sich auf einen ungewöhnlichen Anblick gefasst machen: Der Wiesenbeker Teich wird vermutlich in einem Monat komplett trockengefallen sein. Grund ist der kaputte Striegel.
Mitte November 2019 mussten die Harzwasserwerke feststellen, dass die Grundablassvorrichtung (eben der „Striegel“) des Wiesenbeker Teiches einen Defekt aufweist und sich nicht mehr ordnungsgemäß schließen lässt. Mit einer Kamera wurden verschiedene Erkundungen im Striegelschacht vorgenommen. Sie ergaben bis jetzt die Erkenntnis, dass ein größerer Schaden im Bereich des Gestänges oder des Zapfens vorliegen muss. Letztlich ist der Wasserverlust so hoch, dass es nicht mehr möglich ist, den Teich angestaut zu halten.
Um den Teich wieder instand zu setzen, sei es erforderlich, den Stauraum vollkommen zu entleeren, teilen die Harzwasserwerke mit. Daher wurde jetzt der Striegel voll geöffnet und der Wasserstand im Teich sinkt nun um etwa 30 bis 40 Zentimeter pro Tag. Gleichbleibende Zulaufverhältnisse vorausgesetzt, wird der Teich wahrscheinlich in der zweiten Januarwoche 2020 leer fallen, schätzen die Harzwasserwerke. Die Fische müssten dabei aus dem Teiche geborgen und in ein anderes Gewässer umgesetzt werden, was allerdings nur bei frostfreier Witterung gelingen könne.
Die Reparatur und eine gründliche Prüfung und Vermessung aller Einrichtungen werde voraussichtlich drei Wochen in Anspruch nehmen. Anschließend könne der Teich wieder angestaut werden. Wenn alles gut verläuft, sollte der Stauraum bis Mai 2020 wieder ausreichend gefüllt sein, so die Harzwasserwerke. Die Maßnahmen stimme man mit dem Angelverein, aber auch mit den Denkmalschutzbehörden und der Talsperrenaufsicht ab.
Der Wiesenbeker Teich wurde 1715 von Bad Lauterberger Bergleuten errichtet. Er diente der Kraftwasserversorgung der Grube „Aufrichtigkeit“, später der Königshütte. Mit einer Dammhöhe von mehr als 15 Meter über Gründungssohle und einem Stauvolumen von 480.000 Kibikmeter stellt er eine Talsperre gemäß Niedersächsischen Wassergesetz dar. Er steht nicht nur unter Denkmalschutz, sondern ist seit dem Jahr 2010 Bestandteil des Weltkulturerbes „Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft“. Betreiber und Grundstückseigentümer sind seit fast 30 Jahren die Harzwasserwerke GmbH. Die vorhandene Striegelanlage wurde zuletzt in einer größeren Maßnahme im Jahr 1960 umgebaut und konnte über die Jahrzehnte weitgehend störungsfrei betrieben werden.
Temperaturen und Wasserstand vom Wiesenbeker Teich gibt es jeden Tag aktualisiert hier.