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Geschrieben von ski am 23. Dezember 2019
Aktuell

Abschied nach 27 Jahren

Schornsteinfegermeister Gerold Hoffmann tritt in den Ruhestand

Bezirksschornsteinfegermeister Gerold Hoffmann (li.) mit seinem Nachfolger Marcel Facius
Bezirksschornsteinfegermeister Gerold Hoffmann (li.) mit seinem Nachfolger Marcel Facius

Dass Schornsteinfeger Glück bringen, ist ja allgemein bekannt. Und wer Gerold Hoffmann kennt (und das sind wohl die meisten Lauterberger), der weiß, dass ihm sein Beruf selbst auch Glück gebracht haben muss. Er ist immer freundlich und gut gelaunt und strahlt große Zufriedenheit aus. 27 Jahre lang hatte der Schornsteinfegermeister den Kehrbezirk Bad Lauterberg inne. Nun geht er zum Jahresende in den Ruhestand. "Ich bedanke mich bei meiner Kundschaft für die vertrauensvolle, gute Zusammenarbeit. Es hat mir immer sehr viel Spaß und Freude gemacht, ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge". 
In dieser Zeit hat er natürlich vieles erlebt, das meiste davon positiv: "Ich habe viele sehr nette Kunden gehabt, wo man auch mal zum Kaffee eingeladen wurde - es war oft ein sehr persönliches Verhältnis." Zum Beispiel beim Kleingartenverein Aue: "Dabei hatte ich da anfangs richtig Bauchschmerzen, als ich dort zum ersten Mal fegen sollte." Denn dass er auch in den Lauben der Kleingärtner tätig werden musste, das war damals eine neue gesetzliche Regelung - und bei vielen Kleingartenbesitzern natürlich aufgrund der entstehenden Kosten auf Ablehnung gestoßen. "Aber dann bin ich im Kleingartenverein so unheimlich nett empfangen worden - seitdem habe ich mich immer gefreut, wenn ich dorthin kam."

Bei den Kunden war er anfänglich desöfteren auf Reserviertheit gestoßen: "Viele haben den Schornsteinfeger als Gegner gesehen. Aber ich habe immer versucht zu erklären, dass ich ja den Kunden schützen will, etwa vor Schornsteinbränden. Der Brandschutz steht immer an erster Stelle, das war auch bei dem großen Kaminofen-Boom ganz wichtig."  Und weil Hoffmann ein so freundlicher und geduldiger Mensch ist, konnte er auch die kritischen Kunden davon überzeugen, dass seine Arbeit eben nicht nur gesetzlich vorgeschrieben, sondern vor allem auch sinnvoll und notwendig ist. Ein bisschen stolz ist er darauf, dass es in seinem Kehrbezirk nur sehr wenig Schornsteinbrände gab. Auch die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr und der Verwaltung sei immer reibungslos gewesen.

Der Abschied von seinen Kunden, die er fast drei Jahrzehnte lang begleitet hatte, wird ihm dabei vielleicht ein bisschen schwerfallen: "Mein Beruf hat mir immer Freude gemacht". Auf eines aber kann er gut verzichten, nämlich die vielen Stunden am Computer. "Die Verwaltungsarbeit hat in den letzten Jahren immer mehr zugenommen und kostet bald mehr Zeit, als die eigentliche Arbeit - das sehen die Kunden natürlich nicht."

Die Kontinuität bleibt gewahrt

Die Lauterberger müssen sich aber nicht an ein völlig neues Gesicht gewöhnen: der Kehrbezirk wird übernommen von Hoffmanns bisherigem Mitarbeiter Marcel Facius. Der Schornsteinfegermeister hatte bei Hoffmann gelernt und ist schon seit 19 Jahren in diesem Bezirk tätig - er kennt sich also bestens aus. Er wurde vom Landkreis Göttingen zum 1. Januar 2020 zum bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger für den Kehrbezirk OHA-702/Bad Lauterberg bestellt.

Wer noch etwas vom sprichwörtlichen Glück abhaben will, der sollte an Silvester vormittags auf den Boulevard gehen: dort sind Hoffmann und seine Kollegen wieder unterwegs, um den Lauterbergern und Gästen viel Glück für das neue Jahr zu bringen.


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