Geschrieben von ski am 29. März 2020
"Auch für die Kinder ist das eine ganz komische Situation"
Viola Thieme-Brandt, Schulleiterin der Grundschule am Hausberg, über die Schulschließung
Zwei Wochen ist es jetzt her, dass sämtliche Kindergärten und Schulen von jetzt auf gleich geschlossen wurden. Normalerweise wäre jetzt der Beginn der Osterferien. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Die Grundschule am Hausberg ist verwaist - aber nicht ganz: denn sie stellt die Notbetreuung für Kinder von Angehörigen krisenrelevanter Berufe bereit (das sind etwa medizinische und pflegerische Berufe und Berufe der öffentlichen Daseinsvorsorge). Und diese Notbetreuung, so wurde kürzlich beschlossen, soll nun auch in den Ferien weitergeführt werden. Die Anzahl der betreuten Kinder ist dabei überschaubar: "Es kommen bis zu vier Kinder, oft auch weniger, je nachdem, wie die Eltern arbeiten müssen", sagt Viola Thieme-Brandt, die Leiterin der Grundschule. Sie hat diese Aufgabe erst seit kurzem offiziell übernommen, nachdem sie die Schule bereits seit Beginn des Schuljahrs kommissarisch geleitet hatte.
Wiederholen ja - neu lernen nein
Aber "Schule" ist das natürlich nicht, was da in der Notbetreuung gemacht wird, denn Unterricht ist erst einmal vorbei: "Wir malen, knobeln, spielen und machen auch mal Sport", sagt sie. "Das ist auch für die Kinder eine ganz komische Situation". Sie dankt vor allem ihren Lehrkräften für die tolle Einsatzbereitschaft. Und sie betont, dass sich Eltern jetzt keinen Stress machen müssen, was die fehlenden zwei Wochen Unterricht betrifft: es sei nicht nötig, jetzt neuen Stoff mit den Kindern durchzunehmen. "Die Versorgung mit Aufgaben ist derzeit noch freiwillig, das ist ja auch vom Kultusministerium so gewollt." Wer will, kann in dieser Zeit Dinge wiederholen oder vervollständigen - das hilft auch dabei, den Tagesablauf zu strukturieren. Eine echte eigene Unterrichtsplattform für die Schule, wie sie etwa die KGS mit IServ hat, besitzt die Grundschule noch nicht: "Wir waren zwar dabei, das im Zuge des Digitalpakts anzugehen, aber da ist uns die Corona-Epidemie zuvorgekommen". Aber auf der Homepage der Schule werden viele Anregungen und verschiedene Links zu Unterrichtsmaterialien gegeben. Wichtig ist der Schulleiterin dabei: diese Inhalte sind für das freiwillige Lernen zu Hause gedacht und werden nicht für den Unterricht für die Nach-Corona-Zeit vorausgesetzt. Die Eltern müssen also nicht Ersatzlehrkraft spielen: "Wenn alles vorbei ist, machen wir mit dem Stoff da weiter, wo wir am 16. März aufgehört haben - anders geht es ja auch gar nicht."
Allerdings: im Moment ist es auch für Viola Thieme-Brandt nicht abzusehen, ob der Unterricht planmäßig am 20. April wieder starten wird. "Wir wissen ja alle nicht, was sein wird - wenn die Schulschließung länger anhalten sollte, müssen wir sehen, wie wir weitermachen." Auf jeden Fall werde die Schule die Eltern über ihre Homepage darüber informieren.

