Geschrieben von ski am 27. Mai 2020
Vom Harzklub und seinem Bismarckturm
Das Bad Lauterberger Heimatmuseum öffnet wieder ab dem 29. Mai mit einer Sonderausstellung


Corona-bedingt waren die Pforten des Heimatmuseums einige Wochen geschlossen geblieben, doch ab Freitag, den 29. Mai ist es wieder geöffnet. Museumsleiterin Sabine Henkel hat auch gleich eine Sonderausstellung vorbereitet: sie befasst sich mit dem Harzklub und mit dem Herzensprojekt des Bad Lauterberger Zweigvereins, dem Bismarckturm. Für die Sanierung des Denkmals sammelt der Harzklub bekanntlich fleißig Spenden - schon allein das Gutachten, wie man den Aussichtsturm denkmalschutzgerecht sanieren könnte, kostet an die 50.000 Euro. Dafür ist natürlich noch kein einziger Stein instandgesetzt - es wird wohl eine mittlere sechsstellig Summe nötig sein, um den 15 Meter hohen Turm zu sanieren. Doch es ist nicht das erste Mal, dass den Bad Lauterberger Harzklub Finanznöte drücken, verrät Sabine Henkel: in den 50er Jahren ging es schon einmal um 1.800 DM, die dringend benötigt wurden. Wofür, das wird in der Ausstellung verraten.
Dort findet man auch alte Ansichten des Bismarckturms und seines hölzernen Vorgängers: 1885 war dort der Kummelturm als Aussichtsturm erbaut worden.
Doch der pavillonähnliche Holzturm war nicht von Dauer: „Bislang hatte der Forstfiskus für Bau und Erhaltung des Turmes Sorge getragen. Schon seit längerer Zeit befindet sich der Turm aber in einem derartig baufälligen Zustande, daß eine Besteigung desselben polizeilich verboten werden mußte“, so stellte der Harz-Club, Section Lauterberg, im Jahr 1903 fest. Es entstand die Idee, ein steinernes Bauwerk „aus härtestem Porphyr und Ziegel“ an der gleichen Stelle zu errichten. Zu dieser Zeit gab es eine große Verehrung für den Reichskanzler Otto von Bismarck in der Bevölkerung, der als Reichsgründer verehrt und, nicht nur von studentischen und konservativ-nationalen Kräften, zu einer Art Übervater hochstilisiert wurde – heute würde man sicherlich von einer Kultfigur sprechen. Vielerorts wurden Bismarckdenkmäler und -türme errichtet; 146 davon existieren heute noch.
In Lauterberg, das sich damals noch nicht mit dem Titel eines Bades schmücken konnte, war die eigentliche Triebfeder für den Bau vor allem der Tourismus. Schließlich wollte und musste man den vielen Kurgästen auch etwas bieten. Der umtriebige Sanitätsrat Dr. Tischmann, seinerzeit Vorsitzender des Harzklubs, schaffte es, mit Hilfe von Fördergeldern des Harzklub-Hauptvereins und vieler privater Spender, dass der Turm binnen eines Jahres fertiggestellt wurde. Am 19.07.1904 wurde er feierlich eingeweiht. Ein echter Kraftakt - denn im gleichen Zeitraum baute der Harzklub auch noch den Knollenturm, der vier Wochen später eingeweiht wurde.
Im Heimatmuseum geht es aber auch um die sonstige Historie des Harzklubs und seine aktuellen Projekte, wie die Pflege und Bereinigung des Wanderwegenetzes, und es werden die traditionellen Trachten und Musikinstrumente gezeigt.
Die Öffnungszeiten des Heimatmuseums in der Ritscherstr. 13:
Freitag und Montag 15.00 - 17.30 Uhr, Samstag 10.00 - 13.00 Uhr.
Pfingstmontag bleibt das Heimatmuseum geschlossen.