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Geschrieben von ski am 24. September 2020

Aktuell

Ein ganz langer Lauf und ganz viele Spenden

Der HBD und der REWE-Markt Weitzel sammelten Spenden für das Kinderhospiz Mitteldeutschland – und der Hamburger Feuerwehrmann Mario Schnepf holte sie symbolisch ab. Zu Fuß!

Am Donnerstagmittag traf der Hamburger Feuerwehrmann mit Begleitfahrrad am REWE-Markt ein...
Am Donnerstagmittag traf der Hamburger Feuerwehrmann mit Begleitfahrrad am REWE-Markt ein...
...und musste, noch ganz außer Atem, erst einmal ein Radiointerview geben
...und musste, noch ganz außer Atem, erst einmal ein Radiointerview geben
Empfangen wurde er u.a. durch HBD-Mitglieder, Feuerwehr und Bürgermeister
Empfangen wurde er u.a. durch HBD-Mitglieder, Feuerwehr und Bürgermeister
Großes Medieninteresse und ein enger Zeitplan...
Großes Medieninteresse und ein enger Zeitplan...
...hielten ihn nicht davon ab, zur symbolischen Spendenübergabe Halt zu machen
...hielten ihn nicht davon ab, zur symbolischen Spendenübergabe Halt zu machen
7.250 Euro gabs vom Human Biker Day e.V. für das Kinderhospiz Mitteldeutschland
7.250 Euro gabs vom Human Biker Day e.V. für das Kinderhospiz Mitteldeutschland
....und noch einmal 2.000 Euro vom REWE-Markt Weitzel und seinen Kunden
....und noch einmal 2.000 Euro vom REWE-Markt Weitzel und seinen Kunden

Am Montagmorgen, direkt nach seinem 24-Stunden-Dienst bei der Hamburger Berufsfeuerwehr, machte sich Mario Schnepf auf den Weg nach Sömmerda in Thüringen. Und zwar zu Fuß, in voller Feuerwehrmontur, rund 70 Kilometer täglich. Am Samstag will er dort ankommen. Das Ganze dient einem guten Zweck: er sammelt Spenden für die Deutsche Kinderhospiz und Familienstiftung. 400 Kilometer will er hinter sich bringen, um am Samstag beim Benefizlauf „Run-4-Kids“ in Sömmerda für das Kinderhospiz Mitteldeutschland dabeizusein. Um dorthin zu gelangen, musste er natürlich den Harz überqueren. Und von Braunlage kommend, machte er am Donnerstagmittag kurz Halt in Bad Lauterberg beim REWE-Markt. Denn dort konnte ihm Matthias Weitzel symbolisch zwei dicke Spenden mitgeben.  7.250 Euro waren es vom HBD e.V., dessen Vorsitzender er ist. Zwar fand in diesem Jahr aufgrund von Corona überhaupt kein Human Biker Day statt, aber: „Viele Leute sind auf mich zugekommen und haben einfach trotzdem gespendet. Es geht den Kindern und den Familien ja nicht gerade besser, bloß, weil Corona ist“, sagt Weitzel, der sich mit seinen Vereinskollegen über diese enorme Spendensumme freut – und auch ein bisschen stolz ist auf die Spendenbereitschaft von Bikern, Firmen und Privatleuten. Insgesamt hat der HBD e.V. in den acht Jahren seines Bestehens damit schon 140.000 € für den guten Zweck gesammelt. Zum aderen konnte er nochmals eine große Spende überreichen: 985 Euro haben die Kunden des REWE-Markts Weitzel gespendet, indem sie ihre Pfandbons in die Spendenbox geworfen haben. Und diese Summe hat Weitzel nicht etwa nur aufgerundet, sondern mal eben verdoppelt: 2.000 Euro kamen so noch einmal für das Kinderhospiz in Tambach-Dietharz zusammen.

Sportschuhe statt Feuerwehrstiefel für 70 Kilometer täglich

Es lohnt sich also doppelt für Feuerwehrmann Mario Schnepf auf seinem Spendenlauf, eine kurze Pause in Bad Lauterberg zu machen. Dort angekommen, musste er allerdings – noch etwas außer Atem – erst einmal ein Telefoninterview mit einem Radiosender führen. Und wenige Stunden später  so der Zeitplan, soll der Grenzübertritt nach Thüringen bei Ellrich von einem Fernsehteam begleitet werden. „Das Medieninteresse an dem Lauf ist riesig“, erklärt er: „Das habe ich so nicht erwartet – ich konnte mich gar nicht um die vielen Anfragen kümmern. Ich habe dann bei der Stiftung angerufen und um Unterstützung gebeten. “ Und die erhielt er in Form von organisatorischer Unterstützung - und einem Begleitfahrrad. Das ist auch besser so, denn sein Weg führt in oft weitab von Straßen auf ganz kleinen Wanderwegen: „Da trifft man manchmal stundenlang keine Menschenseele“. Es sind nur recht wenige größere Orte, die er tatsächlich durchquert – und Bad Lauterberg gehört dazu. Eine kleine Änderung zum ursprünglichen Plan gab es: „Ich musste die Feuerwehrstiefel gegen Sportschuhe tauschen – mit Stiefeln ist das einfach nicht zu machen. Und auf den holperigen Wegen wäre ein Umknicken sowieso das Ende“. Aber ansonsten trägt er die volle Montur und schwitzt entsprechen stark – beim sonnig-heißen Wetter der letzten Tage fand er daher den Schauer am Donnerstagmorgen gar nicht schlimm. „Das war der erste Regen, den ich hatte – auch schön.“

Großer Empfang in Bad Lauterberg

Schnepf freute sich besonders über den großen Empfang in Bad Lauterberg, wo nicht nur Vereinsmitglieder des Human Biker Day, sondern auch Kameraden der Bad Lauterberger Feuerwehr, der Bürgermeister, Mitglieder der REWE-Bezirksleitung und Vertreter der Stiftung eigens gekommen waren, um ihn mit Beifall zu begrüßen. „Ihr wisst gar nicht, was mir das bedeutet. Das hält mich am laufen – ohne solch eine Unterstützung würde ich längst irgendwo auf der Strecke wie ein Maikäfer auf dem Rücken liegen“, sagt Schnepf. Und zu den Lauterberger Floriansjüngern: „Schickes Fahrzeug habt ihr da“.

Die meisten der 70 Tageskilometer geht er im Wandertempo, aber ab und zu muss er dann doch Hackengas geben und joggen, um sein Etappenziel zu schaffen. 17 bis 19 Stunden ist er täglich unterwegs: : „Da lernt man, sich schnell zu regenerieren.“ Und, da ist er auch ganz ehrlich: „Viel Magnesium, Schmerzsalbe und manchmal eine Schmerztablette – anders geht es nicht.“ Die Strecke, so berichtet er, sei sehr abwechslungsreich gewesen. „Der Harz war natürlich anstrengend, auf der einen Seite hoch, auf der anderen wieder runter. Leider ist der Zeitplan so straff, dass man gar nicht so sehr die Natur genießen kann“.  Und dann muss er auch bald weiter, schließlich hat er noch etliche Kilometer vor sich – und soll auch pünktlich am Grenzübergang eintreffen.

Klaus-Dieter Heber vom Stiftungsvorstand betonte, dass das Kinderhospiz Mitteldeutschland, eines der ersten in Deutschland, das einzige ist, das ausschließlich auf private Initiative, durch bürgerschaftliches Engagement entstanden ist. Inzwischen ist es als gemeinnützige GmbH aufgestellt. Um auch bundesweit und auf andere Weise helfen zu können, wurde dann die Deutsche Kinderhospiz und Familienstiftung gegründet.

Der nächste Human Biker Day ist übrigens für den 30. Mai 2021 geplant, sofern es die Pandemie-Lage dann zulässt. Nachdem dieses Jahr der achte Biker Day gewesen wäre, wird das dann eben der „Human Biker Day 8.1“. Ab Januar kann man sich dafür anmelden. „Spenden werden natürlich jederzeit gern angenommen“, so Matthias Weitzel.

Über das Kinderhospiz Mitteldeutschland haben wir hier berichtet.


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