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Geschrieben von ski am 04. Oktober 2020
Aktuell

Ein Mahnmal für den Frieden

Am Tag der deutschen Einheit wurde das Soldatengrab neu eingeweiht

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Bei strahlendem Sonnenschein hatten sich über 50 Personen am Samstag, 03.10.2020, auf den Weg gemacht, um bei der Neueinweihung der Gedenkstätte  dabei zu sein. Ganz oben am Scholben befindet sich das vor vielen Jahrzehnten angelegte „Soldatengrab“. Eine echte Grabstätte ist dies freilich nicht, und  dass an dieser Stelle einst ein Soldat auf der Flucht verblutet sei, wie die Legende  unter Einheimischen lautet, dürfte eher unwahrscheinlich sein. Belegt ist aber, dass die Erinnerungsstätte auf die Initiative des Lehrers Rinne aus Bad Lauterberg im Jahr 1955 mit Schülern errichtet wurde. Manchen Lauterbergern ist die Stelle noch gut aus ihrer eigenen Schulzeit bekannt, denn sie war ein häufiges Wanderziel bei Schulausflügen.

Der Bad Lauterberger Harzklub hat das die Gedenkstätte stets gepflegt und wenn erforderlich, Instandsetzungen vorgenommen. In den Herbststürmen 2019 war es jedoch durch umgestürzte Bäume fast völlig zerstört worden. Der Harzklub-Zweigverein Bad Lauterberg hatte es nun in aufwändiger Handarbeit wieder aufgebaut. Auch wenn der Name „Soldatengrab“ erhalten bleibt, weil der Platz unter diesem Namen bekannt und in den Wanderkarten verzeichnet ist, ist das kein Ort für Heldenverehrung und Militarismus, da waren sich alle Redner einig. Stattdessen wurde die Notwendigkeit für Frieden, Toleranz, Vielfalt und gegenseitiges Verständnis betont.

„Erinnern, Gedenken, Mahnen: An dieser Stätte sollen sich Hinterbliebene auch künftig an ihre damaligen Gefallenen erinnern. Wir wollen aber alle Opfer von Kriegen in unser Gedenken einschliessen. Mit aller Überzeugung sollten wir dafür eintreten, dass sich die Geschichte nicht wiederholt und wir mit Wort und Tat für den Frieden werben“, so Klaus Wiedemann, der 1. Vorsitzende des Harzklub . Er bedankte sich bei allen Helfern, die beim Wiederaufbau unterstützt haben, insbesondere bei den Niedersächsischen Landesforsten, Jürgen Höche, Dietmar Hein, den tatkräftigen Harzklub-Mitgliedern und der Klinik Dr. Muschinsky, die die neue Tafel gespendet hatte. „Lieber Pastor Burger, liebe Teilnehmer der Jugendkirche, unsere Arbeit ist erledigt. Jetzt soll es Eure Aufgabe sein, mit dem Anbringen der Mahntafel ein Zeichen zu setzen, ein Zeichen für den Frieden in unserem Land, in Europa und in der ganzen Welt“, forderte Wiedemann auf. Und die Jugendlichen schritten zur Tat und brachten die neue Tafel an.

Bürgermeister Dr. Thomas Gans bedankte sich bei allen Helfern und freute sich über das große Interesse und die vielen Leute, die den – durchaus beschwerlichen – Weg hoch zum Soldatengrab genommen hatten, um bei der Neueinweihung dabei zu sein. „Wir wollen hier nicht etwa dem Krieg oder dem Militär gedenken, sondern den Menschen, die durch Krieg, Unrecht und Vertreibung leiden und sterben mussten. Das hier soll ein Mahnmal für ein friedliches Miteinander sein.“ Und er regte an, künftig jedes Jahr am Tag der deutschen Einheit wieder an der Erinnerungsstätte zusammenzukommen: „Das wäre eine gute und angemessene Art, den Tag der deutschen Einheit zu begehen.“  

Pastor Simon Burger hielt zusammen mit Mitgliedern der Jugendkirche und Konfirmanden eine Andacht. Auch er betonte, dass diese Gedenkstätte ein Zeichen für Frieden und Vielfalt sein soll. Dieses Thema wurde von den Jugendlichen auch in den Fürbitten aufgenommen. „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem“: diesen Satz des Apostels Paulus legte er den Zuhörern ans Herz, bevor diese sich an den Abstieg machten.


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