Geschrieben von ski am 10. Dezember 2020
Seriöse Händler vor Ort statt Fake-Shops im Internet
Wer sorgenfrei Weihnachtsgeschenke shoppen möchte, sollte dies im Fachgeschäft tun

Aus Sorge vor einer möglichen Ansteckung im Ladengeschäft, aber vor allem auch, weil es so bequem ist – in diesem Jahr dürfte der Online-Handel noch einmal alle Rekorde brechen. Dabei ist es gerade in dieser Weihnachtssaison wichtig, die Geschenke im lokalen Handel zu kaufen. Denn der ist durch Lockdowns und Corona-Maßnahmen ohnehin schon gebeutelt – und wer sich auch in Zukunft über eine lebendige Innenstadt mit vielfältigem Warenangebot freuen will, tut gut daran, die örtlichen Einzelhändler zu unterstützen. Was nicht im Regal liegt, kann meist bestellt werden. Und wer keine Geschenkidee hat, wird im Fachgeschäft gut beraten. Im Zweifel ist ein Gutschein für einen örtlichen Laden immer eine gute Wahl – der kann ja auch noch in aller Ruhe eingelöst werden, wenn sich die Corona-Lage entspannt hat. Übrigens bieten gerade in diesen Zeiten viele örtliche Geschäfte die Möglichkeit, sich auch Waren oder Geschenkgutscheine nach Hause liefern zu lassen – wer also schon weiss, was er möchte, muss gar nicht erst den Laden betreten, sondern kann telefonisch bestellen.
Vorsicht bei besonders günstigen Angeboten
Einen weiteren Vorteil hat der Kauf vor Ort: man läuft hier nicht Gefahr, übers Ohr gehauen zu werden. Betrügerische Internetshops nehmen nämlich immer mehr zu: „Kunden informieren uns tagtäglich über unseriöse Online-Anbieter“, erklärt Kathrin Körber, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. „Dabei ist festzustellen, dass es Verbraucher aller Altersgruppen und aller Bildungsschichten trifft.“ Kein Wunder: Waren Fake-Shops vor ein paar Jahren noch an mangelhaftem Deutsch oder einem unvollständigen Impressum zu erkennen, müssen Kunden heute sehr genau hinschauen, um sie zu enttarnen. „Skepsis ist beispielsweise angebracht, wenn die Internetadresse des Shops mit den angebotenen Produkten nicht zusammenpasst“, warnt Körber. Betrüger kapern häufig alte Websites, um einen temporären „Online-Shop“ aufzuziehen. Begehrte Waren wie Elektronikartikel, Computerspiele, Sportartikel und anderes werden dort zu besonders günstigen Preisen angeboten. Wer aber dort bestellt und bezahlt, erhält keine Ware. Rechtliche Schritte laufen in der Regel ins Leere, denn die Betrüger ziehen diese Masche nur kurze Zeit durch, greifen das eingenommene Geld ab und sind meist nicht mehr auszumachen.
Datenklau und eingeschränkte Verbraucherrechte
Manchmal dienen gefälschte Webseiten aber auch dazu, persönliche Daten, vor allem Zahlungsdaten, abzugreifen. Sie werden nur betrieben, um mit diesen gestohlenen Informationen andere Kaufverträge zu schließen. „Die Betrüger erhalten dann die Ware und der Verbraucher die Rechnung“, erklärt die Rechtsexpertin. „Datenklau findet meist im Internet statt. Kunden sollten sich immer fragen, ob die geforderten Daten wirklich notwendig sind und sie grundsätzlich nur auf verschlüsselten Internetseiten eingeben“, rät Körber.
Ein weiteres Problem im Internethandel: Auf Marktplätzen finden sich immer mehr Anbieter aus Fernost. Europäische Kundenrechte sind hier nicht durchsetzbar. So wird ein Widerruf teils ganz ausgeschlossen oder nur bis zur Übergabe des Produkts in die Versandabteilung gewährt, unter Umständen können hohe Rücksende- oder Zollkosten auf Verbraucher zukommen. Auch solche Probleme gibt es beim örtlichen Fachgeschäft nicht. Hier kann man sich sein, seine Ware zu erhalten und seine Rechte als Verbraucher bei einer eventuellen Reklamation auch durchsetzen zu können. Und gerade bei Geschenken kann eine einfache Umtauschmöglichkeit wichtig sein – hier zeigt sich der örtliche Handel meist großzügig.