Geschrieben von PM / Boris Janssen am 26. November 2013
Vorbild für gelebte Integration
KGS-Schülerin Ayla Ercan gehört zum neuen START-Stipendiatenjahrgang
Sie ist eine von elf in Niedersachsen: Die Bad Lauterberger KGS-Schülerin Ayla Ercan ist in den START-Stipendiatenjahrgang 2013/2014 aufgenommen worden. Das Stipendienprogramm richtet sich an engagierte und leistungsorientierte Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund und unterstützt sie ab der 9. beziehungsweise 10. Klasse auf ihrem Weg zum Abitur – mit einer materiellen und einer intensiven ideellen Förderung. Voraussetzung für eine Bewerbung sind neben dem Migrationshintergrund ein guter Notendurchschnitt und gesellschaftliches Engagement, zum Beispiel als Pate für jüngere Schüler, als Streitschlichter oder als Mitglied in einer Hilfsorganisation.
Rund 100 Bewerbungen aus Niedersachsen sind bei der Stiftung eingegangen – und Ayla Ercan konnte besonders überzeugen. Die 15-Jährige aus der 10G der Kooperativen Gesamtschule (KGS) hat türkische Wurzeln und ist für die Stiftung ein Vorbild für gelebte Integration.
Durch die Aufnahme ins Stipendienprogramm erhält sie bis zum Erreichen des Abiturs materielle Unterstützung – monatlich 100 Euro Bildungsgeld und ein Laptop mit Drucker. Außerdem legt die Stiftung Wert auf die ideelle Förderung: Es gibt verpflichtende Bildungsseminare aus den Bereichen Persönlichkeitsentwicklung, Demokratie, Medien- und interkulturelle Kompetenz, Präsentationstechniken sowie frei wählbare Seminare mit künstlerischem, sozial- und naturwissenschaftlichem, wirtschaftlichem und sportlichem Schwerpunkt, Ferienakademien und ein jährlicher START-SommerCampUs. Diese Angebote sollen ergänzend zur Schulbildung wirken und auch die Persönlichkeitsbildung positiv beeinflussen. Zusätzlich werden Besuche von Kulturveranstaltungen, Exkursionen in Unternehmen, Vereine, öffentliche Einrichtungen, Arbeitsgemeinschaften sowie Beratungen für die Ausbildungs-, Studien- und Lebensplanung organisiert.
Ihre Aufnahmeurkunden erhielten die Stipendiaten am 12. November bei einer Aufnahmezeremonie in der Akademie des Sports in Hannover, bei der Ayla Ercan sogar selbst ans Rednerpult treten durfte. Die Urkunden überreichte Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt. „Unser gemeinsames Ziel ist, unseren Schülerinnen und Schülern Chancen zu eröffnen. Talent und Leistungsbereitschaft sollen sich unabhängig von Herkunft, Status und Umgebung entfalten und unsere Gesellschaft bereichern können. Dies ist besonders dann möglich, wenn wir den Schülerinnen und Schülern auch den Zugang zu einer höheren Bildung ermöglichen. Durch eine passgenaue pädagogische Begleitung kann das START-Stipendienprogramm genau hierzu beitragen“, betonte die Ministerin.
Andrea Bartl, Geschäftsführerin der START-Stiftung, ergänzt: „Die Jugendlichen, die bereits als Zugangsvoraussetzung für das Stipendium gesellschaftliches Engagement mitbringen, entwickeln ihre Persönlichkeit sowie ihre Kompetenzen in einem vielfältigen Bildungsprogramm weiter und übernehmen in eigenen Projekten Verantwortung. Sie wachsen in ihre Rolle als Mitgestalter unserer Gesellschaft hinein und sind so Vorbilder für andere Jugendliche.“
Die START-Stiftung ist ein Projekt der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung. Partner sind unter anderem das Niedersächsische Kultusministerium, Banken und Sparkassen. Die jetzt aufgenommenen sechs Schülerinnen und fünf Schüler im Alter zwischen 14 und 17 bilden den achten Stipendiatenjahrgang in Niedersachsen. Insgesamt befinden sich momentan 47 Jugendliche in der START-Förderung. Das Ziel, das Abitur, haben in diesem Jahr 17 Stipendiatinnen und Stipendiaten erreicht. Mit ihnen zählt Niedersachsen bereits 70 START-Abiturienten.
