Geschrieben von ski am 16. März 2021
Covid-19-Impfung: 2.300 Personen über 80 Jahre im Landkreis sind noch auf der Warteliste
Die Impfungen der Prioritätsgruppe 1 werden noch bis Ende März dauern
Seit Anfang der Woche werden auch Impftermine für Berechtigte der Priosierungsgruppe 2 vergeben - also unter anderem an Personen ab 70 Jahren. Doch die werden im Landkreis Göttingen wohl noch bis April auf einen Termin warten müssen: denn 2.300 Einwohner*innen über 80 Jahren stehen noch auf der Liste, und diese werden zuerst geimpft. Das wird noch bis Ende März dauern, schätzt der Landkreis. Diese Gruppe mit der höchsten Priorität muss keine Angst haben, nun von den anderen Impfwilligen "nach hinten" durchgereicht zu werden, betont der Landkreis Göttingen in einer Pressemitteilung: "Von der Warteliste werden entsprechend dem Zeitpunkt der Buchung Termine vergeben; wer bereits per Landes-Hotline oder Online Impfportal auf der Warteliste steht, wird entsprechend bei der Terminvergabe berücksichtigt. Nachträgliche Verschiebungen gibt es nicht. Innerhalb des Landkreises ist die Befürchtung unbegründet", heißt es dort.
In anderen Landkreisen ist die Priorisierungsgruppe 1 bereits fast vollständig durchgeimpft. Die Ursache dafür, dass dies im Landkreis Göttingen nicht der Fall ist, sieht Landrat Bernhard Reuter in der demographischen Zusammensetzung: hier leben überdurchschnittlic viele Menschen, die 80 Jahre und älter sind. Daher dauert das Impfen dieser Gruppe naturgemäß länger. Darauf habe er bereits im Februar in einer E-Mail an das Sozialministerium hingewiesen. . Um das zu vermeiden, habe er damals vorgeschlagen, bei der Verteilung des Impfstoffs die Altersstruktur der Landkreise entsprechend der Daten des Landesamtes für Statistik zu berücksichtigen. Dieser Empfehlung sei das Sozialministerium aber nur teilweise gefolgt.
Auswirkungen des AstraZeneca-Stopps
Ulrich Lottmann, der Sprecher des Landkreises, erklärte auf unsere Nachfrage, dass die derzeit auf der Warteliste stehenden Personen der Prioritätsgruppe 1 (also die Über-80-Jährigen), nicht befürchten müssen, dass es aufgrund des Stopps der Impfungen mit AstraZeneca zu weiteren Verzögerungen kommt. Denn diese Impftermine über die Terminvergabe des Landes werden mit der erwarteten Lieferung der Impfstoffe von Moderna und BioNTech-Pfizer vergeben. Für die Unter-80-jährigen der Prioritätsgruppe 2 ist dagegen noch nicht abzusehen, wie sehr sich die Termine dadurch nach hinten verschieben werden. Fest steht: "Es wird zu Verzögerungen kommen", so Ulrich Lottmann, Die rund dreitausend Impftermine aber, die wegen des AstraZeneca-Stopps geplatzt sind, betreffen Menschen größtenteils der Priorisierungsgruppe 2, die beispielsweise von mobilen Impfteams versorgt werden sollten, wie Lehrer*innen, Erzieher*innen usw.