Geschrieben von ski am 11. Mai 2021
Kein einzelner Ausbruch als Ursache
Die Corona-Fälle in Bad Lauterberg sind stark angestiegen
Während sich die Corona-Fallzahlen des Landkreises in der letzten Woche nach unten bewegt haben, stiegen die Zahlen in der Stadt Bad Lauterberg in letzter Zeit stark an. So sind in der Kneippstadt innerhalb der vergangenen zwei Wochen insgesamt 29 neue Fälle gemeldet worden. Aber einen einzelnen, großen Ausbruch bei einer Familienfeier, in einem Betrieb, einer Schule oder einem Heim als Ursache für den starken Anstieg gibt es wohl nicht. Stattdessen treten die Fälle hier und dort auf. Dies zumindest teilt der Landkreis Göttingen auf unsere Anfrage mit: „Vom Infektionsgeschehen in Bad Lauterberg sind Einrichtungen betroffen; diese sind in Kontakt mit dem Gesundheitsamt und dem Krisenstab des Landkreises. Wo dies erforderlich ist, bekommen sie Unterstützung und Beratung bei den Hygienemaßnahmen. Das Geschehen beschränkt sich aber nicht auf einen Infektionsherd, sondern betrifft auch Einzelpersonen“, so Pressesprecher Ulrich Lottmann.
An der KGS etwa gibt es nur eine bestätigte Infektion mit dem Coronavirus bei einer Person in Verbindung mit der Schule. Elf Personen sind als Kontaktpersonen eingestuft und befinden sich in häuslicher Quarantäne. Der Schulbetrieb ist nicht beeinträchtigt. Betroffene Schüler*innen befinden sich im Distanzunterricht. Wie Schulleiterin Inger Schweer erklärt, stehen aber die elf Personen nicht alle in Zusammenhang mit dem einen Infektionsfal: „Die Zahlen steigen ja, und deswegen betreffen Fälle "außerhalb" uns natürlich auch“, so Schweer. „Die Eltern und Schüler*innen gehen wirklich verantwortungsvoll mit der Situation um, kommunizieren, fragen nach und achten auf Symptome. Die Nachtestungen in der Schule zeigen zudem, dass die Testpflicht ernstgenommen wird. Und das Hygienekonzept trägt seit gut einem Jahr, wird immer wieder überprüft und aktualisiert.“
Auch an der Grundschule am Hausberg gibt es derzeit einen Quarantäne-Fall. Und es sind auch Infektionsfälle in Senioreneinrichtungen vorgekommen, so beispielsweise eine Infektion bei einem Bewohner in der Seniorenresidenz Curanum im Masttal. Für die Bewohner ist dies natürlich mit Einschränkungen verbunden: „Nach aktuellem Erlass des Landes Niedersachsen steht ein Wohnbereich aktuell unter Quarantäne. Besuche in unserer Einrichtung sind derzeit leider nicht möglich. Die von uns getroffenen Hygiene- und Quarantänemaßnahmen wurden mit den Behörden abgestimmt. Dazu stehen wir in täglichem Austausch. Sobald kein positiver Covid-19 Fall in der Einrichtung ist, wird die Quarantäne aufgehoben“, so erklärte Leiterin Nadja Zimmermann letzte Woche.
Zwar seien die Schutzimpfungen im Januar und Februar durchgeführt worden, aber: „Dass Impfungen in einer Einrichtung stattgefunden haben, bedeutet jedoch nicht, dass auch alle Bewohner geimpft wurden. Die Gründe, warum nicht alle Bewohner geimpft sind, sind unterschiedlich. So sind erst kürzlich Bewohner in die Einrichtung eingezogen. Wieder andere haben gesundheitliche Einschränkungen, bei denen eine Impfung kontraindiziert ist. Daneben gibt es auch Menschen, die eine Impfung ablehnen. Wir bieten neuen Mitarbeitern und Bewohnern eine Impfung an und vereinbaren dazu einen Termin mit dem Impfzentrum Herzberg, damit ein mobiles Impfteam in unsere Einrichtung kommt“, so Zimmermann weiter. „Seit Beginn der Pandemie befinden sich Pflegeeinrichtungen im Ausnahmezustand. Wir unternehmen alles, um unsere Bewohner und Mitarbeiter vor einer Virusinfektion zu schützen. Wir alle freuen uns auf das Ende der Pandemie und darauf, dass wir wieder zur Normalität zurückkehren können. Deshalb ist es wichtig, dass wir zum Schutz aller, bis zum Erreichen einer Herdenimmunität, weiterhin vorsichtig sind.
Diese besondere Situation hat dazu geführt, dass wir alle noch näher zusammengerückt sind. In der Einrichtung fanden stets Beschäftigungsangebote wie Basteln und Gymnastik statt. Jedoch in kleinen Gruppen von drei bis fünf Bewohnern, unter Beachtung der AHA+L Regeln. Wohnbereichsübergreifende Aktivitäten und große Feiern sind, bei uns wie auch im privaten Bereich, noch nicht möglich. Die Stimmung unter den Bewohnern und Mitarbeitern ist gut. Durch die Impfungen fühlen sie sich sicherer und können wieder Zeit miteinander verbringen - selbstverständlich unter Beachtung der inzwischen zur Routine gewordenen Abstands- und Hygieneregelungen.. Auch der Frühling und die damit verbundene Möglichkeit, mehr Zeit im Freien verbringen zu können, trägt zur guten Stimmung bei“, so Leiterin Nadja Zimmermann.
Korrektur: In einer früheren Version dieses Artikels haben wir geschrieben, dass es an der Grundschule mehrere Quarantäne-Fälle gebe. Tatsächlich befindet sich nur eine Person in Quarantäne.