Geschrieben von Ingrid Günther, Osterhagen am 17. Mai 2021
17. Mai 2021 – 200. Geburtstag von Sebastian Kneipp
Kranzniederlegung im Kurpark von Bad Lauterberg - und neue Stempelstelle der Harzer Wandernadel








Am 17. Mai 2021 jährt sich zum 200. Mal der Geburtstag von Sebastian Kneipp. Aus diesem Anlass erfolgte im Kurpark von Bad Lauterberg am Kneipp-Denkmal eine Kranzniederlegung. Diese kleine Feier wurde in Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing der Stadt Bad Lauterberg und dem Kneippverein Bad Lauterberg organisiert.
Kranzniederlegung mit Kaltwasserguss von oben
Bei „Kneipp-Wetter“ mit einem Regen-„Guss“ begrüßte Dr. Thomas Gans die anwesenden Teilnehmer. Er betonte, dass Bad Lauterberg das einzige Kneipp-Heilbad in Niedersachsen ist. Dr. Ernst-Benjamin Ritscher war von der Kneippschen-Lehre überzeugt und gründete 1839 eine Kaltwasseranstadt in Bad Lauterberg und legte somit den Grundstein für das heutige Kneipp-Heilbad, neben dem Bergbau als zweites Standbein für den Ort. Die Methoden von Kneipp traten ihren Siegeszug um die ganze Welt an. Sebastian Kneipp war Anfang des 20. Jahrhunderts neben Otto von Bismarck der bekannteste Deutsche in Nordamerika.
Owe Hönck, dessen Frau Dr. Christine und seine Töchter Petra Schultheis und Dr. Irene Schmidt, die neben Fritz Jentzsch und Gudrun Teyke den Vorstand des Kneipp-Vereins bilden, dankte dem Stadtmarketing für die Ausrichtung dieses „Geburtstages“.
"Ratet und helfet einander"
Er ging auf den Lebensweg von Sebastian Anton Kneipp ein. Kneipp wurde am 17. Mai 1821 in Stephansried in Oberschwaben geboren. In ärmlichem Verhältnis aufgewachsen, musste er schon als Kind durch Arbeit zum Unterhalt der Familie beitragen. Durch Gönner wurde ihm der Schulbesuch ermöglicht und er begann im Jahr 1848 ein Studium der Theologie. Durch die Lektüre des Buches „Unterricht von Krafft und Würkung des frischen Wassers in die Leiber der Menschen“ von Johann Siegemund Hahn wurde er von der Heilkraft des Wassers eingenommen. Seine eigene Lungenerkrankung kurierte er mit 2 – 3maligem Baden in der Woche in der eiskalten Donau sowie mit kalten Wassergüssen. Es stellten sich weitere Erfolge bei Erkrankungen ein. Es wird ihm die Heilung von 42 an Cholera erkrankten Menschen zugeschrieben.
Seine Lehren waren nicht unumstritten und er musste auch Anfeindungen erdulden. Sebastian Kneipp hat die Wasserkuren nicht „erfunden“; er entwickelte und verfeinerte die von Vincenz Prießnitz entwickelte Kaltwasserkur. Bei Kneipp hingegen kam auch das warme Wasser zum Einsatz. Kneipp wurde 1855 Hausgeistlicher im Kloster Wörishofen der Dominikanerinnen. Somit wurde Wörishofen, nachdem immer mehr Hilfesuchende kamen, zum ersten Kneippheilbad. Kneipp bereiste in den folgenden Jahren fast ganz Europa und verbreitete seine Lehre nach seinem Wahlspruch „Die Natur ist die beste Apotheke“. Sein Gesundheitskonzept besteht aus fünf Elementen: Wasser, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und Lebensordnung. Es hat noch heute eine große Strahlkraft. Gerade in der heutigen Corona-Zeit sind diese Elemente aktueller denn je. „Ratet und helfet einander“ war seine Devise.
Eine Geburtstagstorte - und eine neueSonderstempelstelle im Wiesenbektal
Eine leckere „Geburtstagstorte“ wurde im Anschluss an die Ausführungen von Owe Hönck angeschnitten und damit die kleine Feierstunde beendet.
Im Anschluss daran ging es weiter in das Wiesenbektal. Dort wurde eine Sonderstempelstelle der Harzer Wandernadel eröffnet. Petra Schultheiß dankte dem Stadtmarketing für diese Idee und die Umsetzung. Mit dieser Stempelstelle wolle man das Wirken von Kneipp ehren. Im September 2021, rechtzeitig zur großen Festwoche, soll eine „Wassertretstellen-Rallye“ mit fest installierten Stempelkästen an acht Wassertretstellen und dem Armbecken im Kurpark eingerichtet werden. Sie soll eine ständige Einrichtung bleiben und viele Gäste und Einheimische zum Wassertreten und Stempelsammeln anregen.