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Geschrieben von ski am 15. Juni 2021

Aktuell

Acht neue Klassenzimmer, wo jetzt noch grüne Wiese ist

Der Landkreis gibt sich optimistisch, dass der KGS-Anbau im September bezogen werden kann

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So soll der Anbau in Modulbauweise aussehen
So soll der Anbau in Modulbauweise aussehen
Die SPD-Kreistagsfraktion wollte sich über den Fortgang der Bauarbeiten informieren...
 Die SPD-Kreistagsfraktion wollte sich über den Fortgang der Bauarbeiten informieren...
...aber vom geplanten Anbau ist noch nichts zu sehen.
...aber vom geplanten Anbau ist noch nichts zu sehen.
Dafür gibt es im bestehenden Trakt einige Baustellen: hier soll ein behindertengerechtes WC entstehen.
Dafür gibt es im bestehenden Trakt einige Baustellen: hier soll ein behindertengerechtes WC entstehen.
Diese Decken sollen abgehängt werden
Diese Decken sollen abgehängt werden
...und hier soll ein Aufzug entstehen
...und hier soll ein Aufzug entstehen

Eine Delegation von SPD-Kreistagsabgeordneten besuchte kürzlich die KGS Bad Lauterberg, um sich vom Fortgang der Arbeiten an den Brandschutz- und Inklusionsumbaumaßnahmen sowie dem geplanten Anbau vor Ort ein Bild zu machen. Bloß: davon, dass ab dem nächsten Schuljahr auf der Wiese vor der Sporthalle acht neue Klassenräume stehen sollen, ist noch nichts zu sehen – gar nichts. Nicht einmal die Erdarbeiten für die Versorgungsleitungen haben begonnen. Die Wiese, auf der der Anbau entstehen soll, liegt vollkommen unberührt da.
Die Landkreisverwaltung beharrt auf unsere Nachfrage aber dennoch optimistisch darauf, dass der Anbau in Systembauweise im September bezogen werden könne: „Der Auftrag für das Modulgebäude selbst wurde bereits Anfang Februar dieses Jahres erteilt. Infolge des hohen industriellen Vorfertigungsgrades dauert der Aufbau vor Ort in der Regel hingegen nur wenige Wochen. Mit den Vorarbeiten für die Gründung und dem Erstellen der Leitungsgräben wird in wenigen Wochen begonnen. Bisher wird trotz der Lieferengpässe bei verschiedenen Baumaterialien von einer Fertigstellung des Unterrichtsgebäudes im September 2021 ausgegangen“, so Landkreis-Sprecher Ulrich Lottmann.

Baustellen, die schon seit Monaten auf Fertigstellung warten

Schulleiterin Inger Schweer konnte der Delegation aber dafür eine Menge echte Baustellen zeigen: so wartet beispielsweise der Aufzug noch auf die Montage, auch die Decken im Fach- und Verwaltungstrakt sind seit Monaten offen, die künftigen barrierefreien Sanitäranlagen im Untergeschoss sind noch nicht fertiggestellt.  Dazu schreibt der Landkreissprecher: „Bei den Maßnahmen der Inklusion und des Brandschutzes handelt es sich um ein Mehrjahresprogramm. In der Summe hat der Kreistag in den letzten vier Jahren annähernd 2 Mio. Euro für die KGS Bad Lauterberg bereitgestellt. Der Einbau des Personenaufzugs, die Fertigstellung des Behinderten-WC sowie die Erneuerung von Türelementen an brandschutztechnische Standards werden noch in diesem Jahr erfolgen. Weitere Brandschutzmaßnahmen werden auch noch in den Folgejahren stattfinden“. Fertiggestellt sind wenigstens die Fluchttreppen am Haupt- und Nebengebäude und die neue Heizungsanlage des Hauptgebäudes. Kreisrat Marcel Riethig betonte, in keine andere Schule des Landkreises sei seit der Kreisfusion mehr Geld investiert worden.

Schulleiterin Inger Schweer lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis. Die nun geplante Lösung mit dem Anbau in System- bzw. Containerbauweise war allerdings nicht das, was sich das Kollegium eigentlich gewünscht hätte, erfuhren die Kreistagsmitglieder. Denn der neue Gebäudetrakt hinter der Sporthalle, so der stellvertretende Schulleiter Arno Bierwirth, mache natürlich die Wege, um vom einen Ende der Schule zum anderen zu gelangen, sehr weit. Der Favorit der Lehrkräfte wäre eine Aufstockung des Klassenzimmertrakts gewesen. Aber Riethig stellte klar: „Das wäre mindestens doppelt so teuer geworden“.  Denn für den Anbau waren rund 2 Millionen Euro veranschlagt, eine Aufstockung hätte 4-6 Millionen gekostet, so Riethig, deswegen sei dies nicht weiter verfolgt worden.

Sechs große, zwei kleine Klassenzimmer

Teurer als geplant wird der Bau dennoch. Zu den Kosten erklärt Landkreis-Sprecher Ulrich Lottmann: „Zur Abdeckung des Fehlbedarfs an Unterrichtsräumen an der KGS Bad Lauterberg waren ursprünglich 2,05 Mio. Euro im Haushalt veranschlagt. Die konjunkturelle Baupreisentwicklung führte bei dem Modulgebäude, aber auch bei der Infrastruktur (Außenanlagengestaltung, Fundamentierung, Wärme, Strom, Frischwasser) zu Mehrkosten von 375 000 Euro“. Zudem werde die Dachfläche des neuen Modulgebäudes mit einer Photolvoltaikanlage ausgestattet.

Die KGS Bad Lauterberg sei schon bei der Gründung 1973 (mit der sie die zweitälteste KGS in Niedersachsen ist) ein Leuchtturm gewesen, lobte der SPD-Fraktionsvorsitzende Reinhard Dierkes, selbst ehemaliger Lehrer. Und sie erfreut sich ungebrochener Beliebtheit.  Der Platzmangel hänge aber nicht nur mit der Einführung der gymnasialen Oberstufe – der erste Abijahrgang wurde 2016 verabschiedet – zusammen, betonte Schulleiterin Schweer: „Das Raumangebot war eigentlich schon Thema seit Gründung der Schule – es hat auch schon immer Wanderklassen gegeben, wir kennen das gar nicht anders“. Viele der Räume seien zu klein und waren auch ursprünglich gar nicht als Klassenzimmer geplant – so wurden beispielsweise Materialräume umfunktioniert, um der Raumnot Herr zu werden. Der neue Anbau wird zusätzliche acht Klassenräume bieten: sechs, die für bis zu 30 SchülerInnen ausgelegt sind und zwei kleinere Räume für bis zu 24 SchülerInnen.

Seit Jahren hat die KGS Bad Lauterberg recht konstant um die 800 Schülerinnen und Schüler; für das kommende Schuljahr, das am 2. September beginnt, erwartet die Schulleiterin wieder fünf Eingangsklassen.  Ob diese tatsächlich schon zu Beginn des Schuljahres in den Genuss des neuen Anbaus kommen, wie der Landkreis versichert, wird sich zeigen.



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