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Geschrieben von ski am 01. Juli 2021

Aktuell

Corona-Testzentrum im Kurhaus wird geschlossen

Am Samstag hat das vom DRK und der Klinik Dr. Muschinsky betriebene Testzentrum zum letzten Mal geöffnet

Silke Klemm und Olaf Hellwig vom DRK-Kreisverband Osterode, Benjamin Muschinsky, Dr. Thomas Gans (v.li.)
Silke Klemm und Olaf Hellwig vom DRK-Kreisverband Osterode, Benjamin Muschinsky, Dr. Thomas Gans (v.li.)
Das Testzentrum hat am Samstag noch geöffnet, um die Schulabgängerfeiern zu ermöglichen
Das Testzentrum hat am Samstag noch geöffnet, um die Schulabgängerfeiern zu ermöglichen

Am 29. April war es in Betrieb gegangen: das Corona-Testzentrum im Bad Lauterberger Kurhaus. Vorausgegangen war eine intensive Suche der Stadt nach einem Betreiber für das Testzentrum. Dieser wurde im DRK-Kreisverband Osterode gefunden, der das Testzentrum als Außenstelle des Osteroder Testzentrums betrieb. Kaum eröffnet, war jedoch der Andrang aufgrund der Vielzahl der vorgeschriebenen Testnachweise, etwa zum Einkauf oder für den Besuch bestimmter Einrichtungen, gewaltig. Da wurde ganz schnell die von Benjamin Muschinsky zugesagte organisatorische Unterstützung nötig und die angebotenen Zeiten für die kostenlosen Bürgertests mussten ausgeweitet werden.

Nun schließt das Testzentrum im Kurhaus seine Pforten – und der Grund liegt nicht allein in der stark gesunkenen Zahl der Testungen. Stattdessen wurde die entsprechende Verordnung geändert – mal wieder, wie in Corona-Zeiten üblich, von einem Tag auf den anderen. „Ich habe heute morgen um zehn Uhr die E-Mail bekommen, dass die Verträge erloschen und wir mit Datum heute Null Uhr kein Testzentrum mehr sind“, sagte Benjamin Muschinsky: „Wir wurden praktisch gefeuert.“

Jähes Ende durch die neue Verordnung

Eine neue Beantragung wäre, herabgestuft vom Testzentrum zur Teststelle, nur unter Einhaltung neuer Bedingungen möglich, die z.B. die EDV-Anbindung an die Corona-Warn-App beinhalten. Eine prinzipiell durchaus sinnvolle Sache, da sind sich Muschinsky und Olaf Hellwig vom DRK-Kreisverband Osterode einig – aber das würde die Programmierung einer Schnittstelle erfordern, da die bisher in Bad Lauterberg eingesetzten Systeme nicht kompatibel sind. Außerdem wurde noch ganz deutlich die Vergütung für die durchgeführten Tests gekürzt. Ganz besonders hart, erklärt Hellwig, träfe die Betreiber, dass nun bei einer bloßen Teststelle die Sachkosten nicht mehr erstattet werden können – es bestünde die Gefahr, dass das DRK bei mangelnder Inanspruchnahme noch Geld drauflegen müsste, um die Tests durchführen zu können.

"Schulabgänger nicht im Regen stehen lassen"

Daher sehen sich der DRK-Kreisverband und die Klinik Dr. Muschinsky gezwungen, den Betrieb des Testzentrums einzustellen - und eigentlich hätte der 30.06. der letzte Tag sein müssen. Doch um den vielen Anmeldungen für das Wochenende, an dem die Schulabschluss- und Abibälle stattfinden, noch gerecht werden zu können, wird es noch bis einschließlich Samstag weiterbetrieben.  „Wir haben das ja für die Bevölkerung getan, und um der Innenstadt und den Hotels helfen zu können – jetzt wollen wir die Schulabgänger nicht im Regen stehen lassen“, so Muschinsky.

Bürgermeister Dr. Thomas Gans bedankte sich im Namen der Stadt und der Bürger bei den Beteiligten für ihr Engagement. Sie hätten der Stadt, den Einwohnern und Gästen einen großen Dienst erwiesen: „Wir haben ja, schon aufgrund unserer Einzelhandels- und Tourismusstruktur,  definitiv dringend ein Testzentrum gebraucht.“ Und eine Zeitlang kam man ja auch kaum  mit den Tests hinterher. Doch mit den derzeit niedrigen Inzidenzen und den Lockerungen werden die Bürgertests viel weniger in Anspruch genommen. Derzeit werden unter der Woche an einem Tag nur noch 20 bis 30 Tests gemacht. Am Wochenende seien es zwar mehr, aber: „Es wird von Woche zu Woche weniger“, sagt Muschinsky. Eine Schließung wäre also sowieso irgendwann abzusehen gewesen – wenn auch die neue Testverordnung für ein besonders abruptes Ende gesorgt hat.

Die Zusammenarbeit zwischen den Kliniken Dr. Muschinsky, die das Testzentrum wochentags betrieben, und dem DRK-Kreisverband Osterode, der samstags und sonntags die Tests durchführte, lief jedenfalls ausgezeichnet. Und so verspricht auch Silke Klemm, die Geschäftsführerin des DRK-Kreisverbands, dass man im Bedarfsfall wieder zusammenarbeiten könnte. Auch Bürgermeister Dr. Thomas Gans betont, dass sich die Situation ja möglicherweise wieder ändern und der Bedarf ansteigen könnte. Benjamin Muschinsky verspricht dazu: „Wenn es wieder notwendig wird, steigen wir wieder ein.“

In den zwei Monaten des Betriebs sind vom DRK 2414 Tests und vom Team Muschinsky 2482 Tests durchgeführt worden. Von diesen rund 5000 Testungen waren natürlich auch einige positiv – „aber das bewegt sich im Promillebereich“, so Olaf Hellwig. Am Freitag und Samstag werden nun noch einige – hoffentlich durchweg negative – Tests dazukommen, bevor das Testzentrum im Kurhaus die Türen schließt.


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