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Geschrieben von Boris Janssen am 08. Dezember 2013
Aktuell

Ein gutes Gefühl

KGS-Schüler haben 2.000 Euro für die Opfer des Taifuns Haiyan gesammelt

Kreativ – Gemeinsam – Stark, so sind sie an der KGS.
Kreativ – Gemeinsam – Stark, so sind sie an der KGS.
Markus Werner und Susanne Rathing-Hundertmark mit einem ansehnlichen Scheck.
Markus Werner und Susanne Rathing-Hundertmark mit einem ansehnlichen Scheck.
Türöffner: Der KGS-Engel war der Einstieg für viele Gespräche.
Türöffner: Der KGS-Engel war der Einstieg für viele Gespräche.
Dieser Engel kommt zur Erinnerung in die Pausenhalle, sozusagen in die „Pausenhall of Fame“.
Dieser Engel kommt zur Erinnerung in die Pausenhalle, sozusagen in die „Pausenhall of Fame“.

2.000 Euro für die Aktion Deutschland Hilft um die Opfer des Taifuns Haiyan zu unterstützen und ein ganzer Sack voll zwischenmenschlicher Erfahrungen für Bad Lauterberger Jugendliche: Die erfolgreiche Spendensammlung von Schülerinnen und Schüler der Kooperativen Gesamtschule (KGS) ist wieder einmal ein gutes Beispiel, wie Unterricht nicht nur Fakten, sondern auch eine gehörige Portion Sozialkompetenz vermitteln kann.

Die Idee zu dieser typischen KGS-Aktion hatte sich in der 8H2 entwickelt. Klassenlehrerin Susanne Rathing-Hundertmark nahm im Politikunterricht gerade den Klimawandel und seine Folgen durch, da zeigte der auf den Philippinen tobende Taifun Haiyan mit aller Macht, was diese Folgen bedeuten können. Die Bilder erschütterten die Schüler sehr. Sie beschlossen, Spenden zu sammeln, um den Menschen auf den Philippinen irgendwie helfen zu können.

Und sie gewannen Mitstreiter. Die Klasse 6R2 verkaufte Kuchen beim Elternsprechtag, die Klasse 7R1 half erst beim Keksebacken und dann am ersten Adventssamstag beim Verteilen in der Fußgängerzone und ein Werkkurs steuerte kleine gebastelte „KGS-Engel“ als Give-Away bei. Außerdem besuchten die Schüler jede einzelne Klasse der KGS, um bei ihren Mitschülern um Spenden zu werben.

 

Scheu überwunden

Fremde – oder vielleicht auch nur Größere – um Hilfe anzusprechen, das erfordert Mut. „Am Anfang hatte ich Respekt vor den Zehntklässlern“, erzählt Luisa Handke aus der 8H2 denn auch. Aber sie hatten sich ja vorbereitet. Wer Spenden sammeln will, sollte schließlich sagen können, wofür die Gelder gedacht sind. Und das war dann schon irgendwie wieder witzig: „Wir konnten mal die Großen sein.“ Allerdings seien eher die Jüngeren bereit gewesen, etwas zu spenden. Das erklärt sich Luisas Klassenkamerad Gianmarc Klinkhammer so: „Den Kleineren ist das nicht peinlich, etwas zu geben. Die wollen nicht so cool tun.“

In der Fußgängerzone dagegen seien dann die älteren Mitbürger zugänglicher gewesen. „Sie spenden mehr und hören mehr zu“, hat Luisa festgestellt. Aber auch hier mussten die Schüler zunächst einmal etwas warm werden – nicht nur wegen des frostigen Regenwetters. „Erst war ich ganz schön aufgeregt und schüchtern“, erzählt Gianmarc. „Aber man muss die Leute einfach mal ansprechen. Das wurde dann schon Routine.“

 

Gebibbert und gefroren

Leicht war es trotzdem nicht. Wie immer rannten Viele stracks vorbei – und bei diesem Wetter wollten noch weniger stehen bleiben. Umso begeisterter ist Rathing-Hundertmark vom Einsatz ihrer Schüler: „Die haben Plakate mitgenommen und sind als lebende Litfaßsäule herumgegangen. Die haben gebibbert und gefroren. Und obwohl es ihr freier Samstag war, wollten sie am Ende gar nicht aufhören.“ Gerade die erste Stunde, als es auch noch richtig pladderte, sei ziemlich demotivierend gewesen. Aber dann trugen die ersten gesammelten Erfahrungen Früchte. Das Ansprechen klappte immer besser. Und als wahre „Türöffner“ erwiesen sich die „KGS-Engel“ – vielleicht, weil die Spender dann etwas in der Hand haben?

Ein paar Tage später wurde bei der Volksbank im Harz der große Kassensturz gemacht. Die Bank rundete den Betrag auf glatte 2.000 Euro auf. Mit einem entsprechenden Scheck kam Marktbereichsleiter Markus Werner dann am Nikolaustag zur offiziellen Spendenübergabe in die Schule. „Wir sind bei so einer Aktion selbstverständlich gerne dabei, weil wir als Genossenschaftsbank auch immer etwas zurückgeben wollen.“

 

Menschen eine Perspektive für die Zukunft geben

Was mit dem Geld nun passiert, möchten die Schüler im Unterricht so gut es geht weiterverfolgen. Auch wenn sich das natürlich angesichts des Spendenaufkommens und der gewaltigen Schäden auf den Philippinen nicht eins zu eins nachvollziehen lässt. Aber die Aktion Deutschland Hilft – ein Bündnis zahlreicher renommierter Hilfsorganisationen – verspricht in einer Dankes-Urkunde, „dass Menschen in Not wirksame Medikamente, Nahrungsmittel, schützende Zelte, sauberes Trinkwasser und eine Perspektive für die Zukunft bekommen“.

Für die Bad Lauterberger Schüler hat sich die Spendenaktion auf jeden Fall gelohnt: „Ich habe gelernt, es bringt etwas, offen und freundlich zu sein und auf die Leute zuzugehen“, sagt Luisa. Und Gianmarc ist zufrieden: „Man hat etwas getan. Das gibt einem ein gutes Gefühl.“

Ach ja, und zur Scheckübergabe bekamen die engagierten Schüler von einem „anonymen Spender“ ein Nikolaus-Frühstück ausgegeben. Auch das gehört zu einer typischen KGS-Aktion: Nicht vergessen, einmal ein verdientes „Danke“ zu sagen.


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