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Geschrieben von Boris Janssen am 25. Juli 2012
Aktuell

E-Mails für Johann Schroth

Ein Männlein steht im Kurpark – und fällt fast um. Am Schroth-Denkmal ist eine Gefahr schnell und unbürokratisch beseitigt worden. Am besten erzählt die Geschichte ein launiger E-Mail-Wechsel.

Fast hätt's ihn vom Sockel geholt: Die kleine Schroth-Statue im Kurpark musste neu einbetoniert werden.
Fast hätt's ihn vom Sockel geholt: Die kleine Schroth-Statue im Kurpark musste neu einbetoniert werden.

Am Stammtisch weiß man es genau: Bevor Behörden oder sonstige öffentliche Institutionen mal die Hände rühren, gehen im besten Fall nur ein paar Monate ins Land. Da muss sich schon jemand die Hachsen brechen, ehe am Gehweg ein Geländer ausgetauscht wird.

Aber vielleicht hat der Stammtisch gar nicht immer recht. Vielleicht muss sich nur jemand finden, der das kaputte Geländer der Stadt auch meldet – schließlich kann der Bauhof nicht jeden Tag alle in Frage kommenden Objekte vorsorglich durchrütteln. Vielleicht passiert nach einem Hinweis doch so schnell wie möglich etwas. Vielleicht sogar selbst dann, wenn der Hinweisgeber freundliche Worte wählt.

Im Fall der kleinen Schroth-Statue im Kurpark hat das jedenfalls prima funktioniert. Aber diese Geschichte wird am besten mit einem (echten) E-Mail-Wechsel erzählt.

   

Am Freitag, 13.07.2012, 11:26 (dem Tag, an dem das Sommerfest wegen Regens nicht stattfinden konnte), schrieb Boris Janssen (LauterNEUES) an Dagmar Doppe, Touristinformation Bad Lauterberg:

   

Hallo Frau Doppe,

wann wird's mal endlich wieder Sommer??? Tja, bei diesen tiefsommerlichen Temperaturen und Feuchtigkeitsverhältnissen wohl noch lange nicht. Da war es ja die richtige Entscheidung, das Sommerfest zu verschieben...

Aber eigentlich wollte ich nur kurz etwas zu einem ganz anderen Wackelkandidaten schreiben: Weiß der Kur- und Touristikbetrieb, dass die Schroth-Statue im Kurpark ein wenig an Standfestigkeit eingebüßt hat? Als mein dreijähriger Sohn gestern Abend den Herrn Schroth begrüßen wollte, erwies sich das bronzene Männlein als recht entgegenkommend. Nun wollten wir den Guten nicht gleich vom Sockel stoßen, aber er bewegt sich zumindest schon in beide Richtungen ganz ordentlich. Ein bisschen Beton sollte sicher helfen, die labile Persönlichkeit wieder zu festigen.

Diesen Hinweis nur zur Vorsicht - wir wollen ja nicht, dass der Schroth noch irgendwem auf den Fuß fällt - oder Kindern auf den Dötz. Oder stellen Sie sich vor, jemand kriegt das spitz und schnappt sich den Schroth für den eigenen Vorgarten...

Viele Grüße und ein schönes Wochenende

 

Boris Janssen

  

 

Am Freitag, 13.07.2012, 11:56, schrieb Dagmar Doppe, Touristinformation Bad Lauterberg an Boris Janssen (LauterNEUES):

     

Hallo Herr Janssen,

  

das ist schön, dass Sie uns darauf aufmerksam machen. Ich selbst habe noch nichts davon gehört. Aber ich habe Ihre Mail an meinen Chef weitergeleitet.

Man gut, dass nichts passiert ist.

 

Liebe Grüße

  

Dagmar Doppe

  

  

 Am Montag, 23.07.2012, 10:39, schrieb Frank Hartmann, Leiter des Kur- und Touristikbetriebes Bad Lauterberg an Boris Janssen (LauterNEUES):

  

Hallo Herr Janssen,

  

vielen Dank noch mal für die Info. Der ehrwürdige Herr Schroth wollte sich anscheinend heimlich vom Sockel schleichen. Im Laufe der Jahre hat der Gute nach und nach seine Befestigungsschrauben aus dem Beton gelöst. Dieses Vorhaben hat ein Mitarbeiter ihm jetzt gründlich vermiest und Johann hoffentlich für die nächsten Jahre neu einbetoniert...

  

Mit freundlichen Grüßen

  

Frank Hartmann

  

  

Am Montag, 23.07.2012, 12:31, schrieb Boris Janssen (LauterNEUES) an Frank Hartmann, Leiter des Kur- und Touristikbetriebes Bad Lauterberg:

  

 Hallo Herr Hartmann,

wer kann es dem Schroth letztlich verübeln, wenn man tagein, tagaus dem Harzer Wetter ausgesetzt ist. Kaum Leben im Kurpark, kaum Spaziergänger, die sich mit einem beschäftigen – und dann muss auch noch das Sommerfest verschoben werden...

Tja, aber nun kommt der Sommer ja vielleicht doch noch in Schwung – und der Herr Schroth kann sich ein wenig erwärmen.

Schön, dass der Statue so schnell geholfen wurde, bevor noch etwas passiert.

 Viele Grüße

  

Boris Janssen

  

 Am Dienstag, 24.07.2012, 10:45, schrieb Boris Janssen (LauterNEUES) an Dagmar Doppe, Touristinformation Bad Lauterberg:

  

  

Hallo Frau Doppe,

  

(…)

Übrigens: Wir finden der E-Mail-Verkehr zu Herrn Schroth wäre, so wie er ist, eine prima Geschichte für LauterNEUES. Erklärt fast ganz von selbst, wie man auf kurzem, formlosem Weg ein Problem aus der Welt geschafft hat. Viele Menschen nöckern immer über den Zustand von was auch immer, aber wenn es niemand meldet, wie soll dann Abhilfe geschaffen werden...?

   

Viele Grüße

  

Boris Janssen

  

Am Dienstag, 24.07.2012, 11:24, schrieb Frank Hartmann, Leiter des Kur- und Touristikbetriebes Bad Lauterberg an Boris Janssen (LauterNEUES):

  

 Hallo Herr Janssen,

  

habe nichts dagegen, wenn die Geschichte auf LauterNEUES erscheint.

Dazu passend: Herr Schroth wurde nach Ihrer Meldung sogar als vermisst gemeldet. Da am Freitag dank des Wetters eine Reparatur nicht möglich war, habe ich den guten Mann aus Sicherheitsgründen vom Hausmeister abbauen lassen. Prompt kam am Montag kurz nach Dienstbeginn die Meldung aus der Gartenbauabteilung (die Jungs hatten Freitag schon Feierabend): Schroth ist weg – den muss am Wochenende jemand entwendet haben. Schroth hatte es sich aber nur in der Garage gemütlich gemacht, bis er wieder aufgebaut wurde. Es ist schön, dass ein so kleiner Mann so viel Aufmerksamkeit erfährt.

  

 Mit freundlichen Grüßen

  

Frank Hartmann


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