Geschrieben von ski am 20. Juli 2012
"Freue mich schon darauf, das Band durchzuschneiden"
Thomas Oppermann und die SPD-Ratsfraktion begutachteten den Baufortschritt der B243neu - Trotz unerwarteter Probleme im Zeitplan


Bereits vor einem Jahr hatte sich Thomas Oppermann, der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion persönlich über den Bau der B243neu informiert. Inzwischen sind denn auch die Fortschritte beim Bau des gut acht Kilometer langen Abschnitts, der zehn Brückenbauwerke beinhaltet, deutlich zu sehen. Bei einem Kurzbesuch am Mittwoch nahm Oppermann zusammen mit dem stellvertretenden Landrat Klaus Liebing, Bürgermeister Dr. Thomas Gans und Vertretern der SPD-Ratsfraktion und des Vorstands die Baustelle in Augenschein. Wie Günter Hartkens, der Leiter für den Geschäftsbereich Goslar des Niedersächsischen Landesamts für Straßenbau und Verkehr, erklärte, ist der Bau auch noch immer im Zeitplan, trotz einiger unerwartet aufgetretener Schwierigkeiten.
Tatsächlich hat sich nämlich ein Problem mit Karstlöchern im Gelände aufgetan, die auch in Bereichen aufgetreten sind, in denen die Planer nicht damit gerechnet hatten. Diese Karstlöcher sollen nun demnächst zertrümmert werden, indem ein Gewicht von mehreren Tonnen mit einem Kran aus dreißig Metern Höhe fallen gelassen wird. Dabei wird dann in der näheren Umgebung mit Lärm und Erschütterungen zu rechnen sein. Abschnitt für Abschnitt soll so der Boden verdichtet werden, erst dann kann der Oberbau der Straße aufgebracht werden. Dennoch sei der Fertigstellungstermin Oktober 2013 derzeit noch realistisch haltbar.
Bauoberleiter Jürgen Leuchtmann vom ausführenden Ingenieurbüro erklärte den Besuchern auch noch die technischen Besonderheiten der einzelnen Brückenkonstruktionen, von denen die Odertalbrücke am Koldungshang, im Fachjargon LAU 1 genannt, aufgrund ihrer besonderen Konstruktion das Lieblingsstück der Brückeningenieure sei. Die Betonarbeiten des knapp 500 Meter langen Bauwerks sind nun fertiggestellt; bevor die Deckschicht aus Splittmastixasphalt aufgebracht werden kann, wird derzeit noch die mehrlagige Abdichtung aus Epoxydharz, Bitumen und Gußasphalt im Heißeinbau aufgetragen. Der stählerne Halbbogen hat bereits den Korrosionsschutz in leuchtendem Blau erhalten.
Thomas Oppermann zeigte sich erfreut: "Nach zwanzig, dreißig Jahren Wartezeit geht es jetzt für die Lauterberger sichtbar vorwärts - sozusagen geradezu im Zeitraffer". Wenn das Projekt dann in Richtung Nordhausen weitergehe, werde auch der Harz mit der Verkehrsanbindung nach Süden gut aufgestellt sein. Bei der Fertigstellung nächstes Jahr werde er das Projekt dann acht Jahre lang begleitet haben. Augenzwinkernd im Hinblick auf die nächste Wahl meinte er: "Ich freue mich schon darauf, das Band durchzuschneiden - so etwas ist immer ein toller Termin, für Politiker jeder Partei".
Den Bad Lauterberger Lokalpolitikern macht allerdings speziell die Odertalbrücke im Hinblick auf die Verkehrssicherheit schon ein wenig Sorge, angesichts eines Gefälles von bis zu sechs Prozent und der Verwindung in der Rechts-Links-Kurve. Trotz Glättemeldeanlage und Stahlseilen im Geländerlauf: "Was, wenn da ein Lkw mal bei Blitzeis aus der Kurve rutscht?"
Der Bürgermeister dachte angesichts des beeindruckenden Bauwerks aber auch noch an etwas ganz anderes: "Könnte man da nicht vor der Öffnung für den Verkehr ein Einweihungsfest veranstalten, bei dem die Bürger als Fußgänger und Radfahrer auch mal auf die Brücke können?"
Thomas Oppermann hatte zuvor noch kurz die Gelegenheit genutzt, um sich mit Gans auszutauschen und sich das Rathaus zeigen zu lassen, musste dann allerdings aus Termingründen seinen eigentlich geplanten Besuch beim Muschinsky-Sommerfest absagen; schließlich war am Abend noch eine Sitzung und am nächsten Tag die Abstimmung über die Finanzhilfen für Spanien im Bundestag angesetzt.