.

Diese Webseite verwendet Cookies. Mit der weiteren Nutzung von LauterNEUES erklären Sie sich damit einverstanden.

Mittwoch, 21. Oktober 2026
Login



Geschrieben von ski am 23. Dezember 2021

Aktuell

600 Impfdosen für 18.000 Kinder

Eine Kinder-Impfaktion in Göttingen war sofort ausgebucht - aber Kinder-Impfaktionen im Landkreis soll es nicht geben

Pauline wird von Dr. Weise geimpft
Pauline wird von Dr. Weise geimpft
Die PTAs Melanie Löser und Lisa Trümper bereiten die Ampullen vor
Die PTAs Melanie Löser und Lisa Trümper bereiten die Ampullen vor
Auch das Teddybärkrankenhaus war am Start
Auch das Teddybärkrankenhaus war am Start
Und der Weihnachtsmann kam auch vorbei
Und der Weihnachtsmann kam auch vorbei

Am Wochenende vom 17.-19.12. fand in Göttingen eine Impfaktion für 5-11jährige Kinder statt. Darauf hatten viele Eltern längst gewartet. Seit Ende November hatte die EMA eine Corona-Schutzimpfung für 5-11jährige Kinder zugelassen, doch die STIKO hatte sich mit ihren Empfehlungen Zeit gelassen. Da auch die Impfstoffbestellung eine Vorlaufzeit benötigt, sind Kinderimpftermine derzeit absolute Mangelware. Die meisten Kinderarztpraxen impfen erst ab Januar. Doch dann beginnt bereits die Schule wieder, wo es derzeit immer wieder zu Corona-Fällen kommt. Viele Familien hätten die Ferienzeit gern genutzt, um den Kindern eine Impfung zu ermöglichen, damit sie mit einem Immunschutz in die Klassen zurückkehren können.

Gerne hätten wir auch unsere Leserinnen und Leser über die Möglichkeit der Advents-Impfaktion der UMG in Göttingen hingewiesen. Als die Pressemitteilung herauskam, war es jedoch schon zu spät: binnen ein paar Minuten waren die Termine ausgebucht. Kein Wunder: es waren gerade einmal 600 Impfdosen. Angesichts von rund 18.000 Kindern zwischen 5 und elf Jahren in Stadt und Landkreis, für die dies zunächst das einzige Impfangebot darstellt, ist das natürlich nicht einmal ein Tropfen auf dem heißen Stein. Das hindert aber die Stadt und den Landkreis nicht daran, sich selbst für die gelungene Impfaktion auf die Schulter zu klopfen. Zur Adventsimpfung am Samstag kamen Göttingens Oberbürgermeisterin Petra Broistedt, Prof. Dr. Lorenz Trümper, Vorstand der Krankenversorgung der UMG, und Prof. Dr. Jutta Gärtner, Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, sowie Ulrich Lottmann, Pressesprecher des Landkreises Göttingen, in Vertretung für Kreisrätin Marlies Dornieden, in die Adolf-Reichwein-Schule und lobten die Aktion, bei der auch das Teddybärkrankenhaus gleich im Vorraum Kuscheltiere „impfte“ und den Kindern viele Fragen beantwortete und Ängste nahm.

Durchgeführt wurde die Impfaktion, die in einer Göttinger Schule stattfand,  allerdings hauptsächlich von der Universitätsmedizin Göttingen, die das rund 50-köpfige medizinische Personal stellte und die Terminvergabe über die Webseite abwickelte. „Einige Kinderärzte sind eigentlich im Ruhestand, aber sie haben gesagt, bei dieser Aktion machen wir gerne mit“, so Stefan Weller, der Sprecher der UMG. Er betont aber, dass es keine Bevorzugung von Kindern des Personals der UMG bei der Terminvergabe gegeben habe.

 „Uns freut diese große Nachfrage“, sagte Prof. Dr. Jutta Gärtner, die mit Kinderärzt*innen aus der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der UMG die Kinder impfte. „Das zeigt, dass es einen enormen Bedarf und ein großes Interesse der Eltern an den Impfungen von Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren gibt. Die Impfungen helfen vorzubeugen: Fünf von 10.000 Kindern erkranken schwer an Corona, selbst wenn sie eine Coronainfektion ohne Symptome hinter sich gebracht haben. Es trifft nicht mehr zu, dass Kinder keine schweren Verläufe haben. Die Impfung schützt vor der Weitergabe des Virus von infizierten Kindern an ihre Eltern und Großeltern und vor Schul- und Kita-Schließungen“.

Dennoch: im Landkreisgebiet ist derzeit keine weitere Kinder-Impfaktion seitens des Gesundheitsamtes geplant. Man plane aber, dass im neuen Jahr Kinderimpfungen im Impfzentrum Göttingen-Siekhöhe stattfinden können, so ein Sprecher. Genaueres sei aber noch nicht bekannt.  Der Landkreis äußerte sich auf unsere diesbezüglich Presseanfrage lieber gar nicht. Eine niedrigschwellige Möglichkeit für U-12-Kinderimpfungen im Gebiet des Landkreises ist also weiterhin nicht in Sicht.

Fotos: UMG


.................................................................................................................................................

Bild der Woche