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Geschrieben von Aktionsbündnis Südniedersachsen gegen rechtsextreme Coronaleugner:innen – für Solidarität und wissenschaftsfundierte Coronapolitik am 21. Februar 2022
Aktuell

Holocaust-Verharmlosung in Herzberg am Harz

Kommentar des Aktionsbündnisses zu Zwischenfällen bei Demos

Herzberg. Foto: Thomas Binder, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Herzberg. Foto: Thomas Binder, Lizenz: CC BY-SA 4.0

Immer wieder kommt es bei Demos und "Spaziergängen" gegen die Corona-Maßnahmen zu Zwischenfällen mit rechtem Hintergrund, so auch in Herzberg. Das "Aktionsbündnis Südniedersachsen gegen rechtsextreme Coronaleugner:innen – für Solidarität und wissenschaftsfundierte Coronapolitik" schreibt dazu:

Uns fehlen (fast) die Worte:

Wieder einmal hat eine Teilnehmerin der sogenannten „Freiheitsdemos“ der Anti-Coronamaßnahmen-Demonstranten und Spazier-Marschierer in Herzberg am Harz offen gegen jede Regel des menschlichen Anstands verstoßen:

- Am 24.01.2022 kam es zum Zeigen des strafbewehrten „Hitlergrußes“ durch eine sogenannte „Spaziergängerin“. Die Polizei ermittelt in der Angelegenheit.

- Am 16.02.2022 verharmloste die bekannte Duderstädter Ärztin Javid-Kistel als eingeladene und freundschaftlich begrüßte Hauptrednerin den Holocaust und damit das unmenschliche Leiden der Juden und die an ihnen begangenen Verbrechen während des deutschen Nationalsozialismus. Sie verglich öffentlich (und ungehindert durch die Versammlungsleitung) den industriell geplanten und vollzogenen Völkermord an rund sechs Millionen Juden unmittelbar mit dem Impfangebot gegen das COVID-19-Virus!

Wir erinnern aus dem Gefühl tiefsten Entsetzens an die fantastische Rede einer Vertreterin der Freiburger Liberalen Jüdischen Gemeinde Chawurah Gescher im Januar dieses Jahres anlässlich einer Gegendemonstration gegen dortige Coronaleugner. Wir stellen uns mit ihr gegen die unverfrorene Verleumdung und böswillige Geschichts­klitterung, die an Schamlosigkeit nicht zu überbieten ist und zitieren, ebenso wie sie, die Worten des Talmud, weil uns das an dieser Stelle mehr als angemessen erscheint:

„Halte dich fern von einem bösen Nachbarn. Geselle dich nicht zu schlechten Menschen und wähne nicht, dass die Strafe ausbleiben werde.“ (Talmud: Sprüche der Väter 11, 4.9)

Keine berechtigte Angst vor einer Impfung, keine Wahnvorstellung von Nano-Chips und Graphenoxid, keine berechtigte oder unberechtigte Kritik an Politik, an Wissen­schaft, an politischen Entscheidungen:

Nichts rechtfertigt das Marschieren mit den neuen alten braunen Horden, um ihnen den Weg zu bereiten. Was wir wöchentlich bei den vorgeblichen Anti-Corona-Spaziergängen erleben, das sind zunehmend auch präfaschistische Erzählungen - und jeder Mensch, der daran teilnimmt, macht sich in gleicher Weise schuldig und trägt den Faschismus wieder in unsere Mitte. Es gibt dafür keine Entschul­digung.

Man marschiert nicht gemeinsam mit Leuten, die Verschwörungsnarrative und Antisemitismus in die Welt tragen! Man marschiert nicht mit Nazis!


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