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Geschrieben von ski am 29. März 2022
Aktuell

Ein „Grünes Klassenzimmer“ für Bad Lauterberg

Der Harzklub will mit der „Uhlenflucht“ neue Wege gehen

Volkmar Rudolf (2. Vorsitzender) und Klaus Wiedemann (1. Vorsitzender) auf der Fläche, wo das Grüne Klassenzimmer entstehen soll
Volkmar Rudolf (2. Vorsitzender) und Klaus Wiedemann (1. Vorsitzender) auf der Fläche, wo das Grüne Klassenzimmer entstehen soll
Das Harzklubheim "Uhlenflucht" ist auch ein Wanderheim mit 12 Betten
Das Harzklubheim "Uhlenflucht" ist auch ein Wanderheim mit 12 Betten
Die Fläche bietet sich für ein grünes Klassenzimmer an, finden Rudolf, Wiedemann und Heimwartin Pia Hanot
Die Fläche bietet sich für ein grünes Klassenzimmer an, finden Rudolf, Wiedemann und Heimwartin Pia Hanot
Auch das Gelände rund um die Uhlenflucht bietet viele Möglichkeiten
Auch das Gelände rund um die Uhlenflucht bietet viele Möglichkeiten
Hier soll beispielsweise eine große Köthe entstehen. Der Regionalverband Harz wird hierzu Schautafeln errichten
Hier soll beispielsweise eine große Köthe entstehen. Der Regionalverband Harz wird hierzu Schautafeln errichten
Auf einem Rundweg könnte ein Lehrpfad entstehen
Auf einem Rundweg könnte ein Lehrpfad entstehen

Der Bad Lauterberger Harzklub muss und will sich weiterentwickeln. Denn nicht nur die Altersstruktur der Mitglieder macht Sorgen, auch das Harzklubheim und Gästehaus „Uhlenflucht“ am Lönsweg wird nur noch sporadisch genutzt. Wie kann die Zukunft des Harzklub-Zweigvereins Bad Lauterberg also aussehen? Der Vorstand hat dafür Ideen, aus denen ein ganzes Konzept entstanden ist: das „Grüne Klassenzimmer“. Klaus Wiedemann und Volkmar Rudolf stellten diese Pläne kürzlich erfolgreich vor dem LEADER-Gremium vor und dürfen so mit Fördergeldern in Höhe von rund 22.000 Euro rechnen. Auch der Rat der Stadt Bad Lauterberg hatte bereits zuvor einstimmig beschlossen, die nötige Co-Finanzierungvon rund 6.000 Euro zu übernehmen.

Doch was genau soll denn nun an der Uhlenflucht entstehen?

Das Vereinshaus und das Außengelände, die sich idyllisch direkt am Waldrand befinden, sollen in Zukunft von Schulen, Kindergärten und Gruppen aller Art genutzt werden können, denn es bietet sich für alle Arten von Aktionen in der Natur geradezu an. Gerade, weil es beispielsweise in Laufweite der Grundschule ist, könnte dort immer mal wieder der Unterricht nach draußen verlagert werden. Auch Naturschutzgruppen wie der NABU könnten hier Kindern wie Erwachsenen etwas über die heimische Flora und Fauna vermitteln, oder Ranger könnten Kinder und Jugendliche über unseren Wald aufklären. Ein „Grünes Klassenzimmer“, das auch als Ausgangspunkt für Touren in die Umgebung dienen kann. Und das Gelände rund um die Uhlenflucht bietet sich gleich noch für Informationstafeln und einen Lehrpfad an.
Im Garten der Uhlenflucht sollen Sitzgruppen entstehen, die in der Höhe verstellt werden können. So können Groß und Klein bequem daran arbeiten. Beschattet werden soll das von Bäumen. Platz genug ist auf jeden Fall vorhanden –  rund 30 Personen sollen dann im „Grünen Klassenzimmer“ unter freiem Himmel lernen und aktiv sein können. Und wenn es regnet? Dann steht innen der große Saal der Uhlenflucht zur Verfügung. Auch eine kleine Küche ist dabei, so dass sich Gruppen auch problemlos verpflegen können. Die alte, kleine Köthe im hinteren Teil des Gartens wird dazu allerdings weichen. Sie ist ohnehin baufällig. Aber direkt vor der Uhlenflucht, am „August-Horre-Platz“, dort könnte eine neue, große Köthe entstehen, die auch innen mit Schautafeln ausgestattet ist und beispielsweise über die Harzer Traditionen aufklärt. Diese lädt auch Wanderer und Mountainbiker zum Pausemachen ein – oder kann für Gruppenarbeit genutzt werden, so die Ideen des Harzklubvorstands. Auch Aktionen für Gästekinder oder von der Stadtjugendpflege oder von den Vereinen der Stadt könnten dort in Zukunft stattfinden. Und Gruppen von außerhalb können natürlich auch von den Gästezimmern der Uhlenflucht profitieren und mehrtägige Angebote machen.

Inspiration holte man sich von unter anderem von dem erfolgreichen umweltpädagogischen Zentrum "Waldhof Silberhütte" bei Harzgerode. "Man muss ja das Rad nicht neu erfinden", so Klaus Wiedemann.

Maßnahmen könnten 2024 abgeschlossen sein

Doch zunächst ist noch einiges an Vorarbeit zu leisten. Als erstes soll der Zugang zum Vereinsgelände verändert werden, damit er barrierefrei ist. „Schließlich sollen alle vom grünen Klassenzimmer profitieren können“, sagt Klaus Wiedemann, der 1. Vorsitzende des Bad Lauterberger Zweigvereins. Die Fördergelder werden auch für Sitzmöbel und Beleuchtung benötigt. Die Bepflanzung mit Bäumen und auch das Anlegen einer Blühwiese sind geplant. Der Regionalverband Harz wird später die Schautafeln dazu anbringen. Natürlich muss der Verein auch einiges an Eigenleistung erbringen – außen wie innen soll nämlich das Harzklubheim auf Vordermann gebracht und auch optisch ein bisschen „entstaubt“ werden. Und, nicht zu vergessen: die Uhlenflucht mitsamt dem Grünen Klassenzimmer benötigen WLAN - „ohne geht es natürlich heute nicht mehr“, da sind sich Wiedemann und Rudolf einig.


Die ersten baulichen Maßnahmen sollen in diesem Sommer anlaufen, aber das ganze Projekt wird natürlich seine Zeit benötigen, gerade angesichts der möglichen Verzögerungen, die durch Pandemie, Materialknappheit etc. entstehen können. Die Verantwortlichen rechnen aber damit, dass die ganzen Maßnahmen 2024 abgeschlossen werden können.

Naturschutztag am 11. Juni zusammen mit dem Harzklub Barbis

Das „Grüne Klassenzimmer“ ist allerdings nicht der einzige Kraftakt, den sich der Bad Lauterberger Harzklub vorgenommen hat: dieses Jahr wird auf jeden Fall ein arbeitsreiches für die Aktiven. Denn am 11. Juni steht erst einmal der Naturschutztag unter dem Motto „Wasser weist Wege“ an, der in Zusammenarbeit mit dem Harzklub Barbis durchgeführt wird. Dazu sind im Bad Lauterberger Kurpark viele Aktionen geplant. Und schon am 3. Juli findet der Harzer Heimattag statt. Weiterhin steht natürlich die Sanierung des Bismarckturms auf der Agenda, ganz zu schweigen von den üblichen Aktivitäten des Vereins wie die Gestaltung von Heimatnachmittagen, geführten Wanderungen, die Pflege des Wegenetzes und so weiter.

Aber die Energie, die der Harzklub in Projekte wie das Grüne Klassenzimmer steckt, wird sich langfristig auszahlen, hoffen Wiedemann und Rudolf. Denn auf diese Weise soll die Uhlenflucht neu belebt werden, vor allem aber will der Harzklub die Natur und sein Engagement den Kindern und Erwachsenen näherbringen und so auch der drohenden Überalterung des Vereins und dem Mitgliederschwund etwas entgegensetzen.


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