Geschrieben von ski am 29. Januar 2014
„Die Qualität hat sich verändert“
Facebook-Gefahren und (Cyber)-Mobbing: Präventionstage der KGS


Schülerin Meike wollte nur eine schöne Geburtstagsparty feiern. Doch ein falsch gesetztes Häkchen auf der Facebook-Einladung hat fatale Folgen, die sie noch lange zu spüren bekommt. Nicht nur die Party artet in einen Flashmob aus, auch ihre Fotos werden auf üble Weise bearbeitet und weiterverbreitet. Auch an der Uni werden sie sie noch verfolgen, denn das Internet vergisst nichts.
Das ist der Einstieg für eines der Themen, mit denen sich die Sechstklässler bei den Präventionstagen an der KGS am Montag und Dienstag befasst haben. Denn es ist ganz wichtig, die Kinder möglichst früh für die Gefahren des Netzes zu sensibilisieren. Schließlich besitzen praktisch alle schon ein Handy, zumeist ein Smartphone. Und damit sind Fotos schnell geschossen und verbreitet. Jeder kann alles sofort ins Netz stellen. Aber nur, weil man es kann, heißt das noch lange nicht, dass man das auch darf.....
„Seit drei Jahren machen wir die Präventionstage für alle Sechstklässler. Und man merkt auch schon einen gewissen Effekt, es sind jetzt schon etwas weniger, die in der sechsten Klasse bei Facebook angemeldet sind“, erklärt Lehrer Jan Elstrod. Doch der Gruppenzwang ist ganz erheblich, und neben Fotos, mit denen man die Rechte anderer verletzt, sind auch Beleidigungen schnell mal gepostet. Daher beteiligt sich auch die Polizei an den Präventionstagen und informiert über die rechtliche Situation.
Auch die Folgen von Mobbing und Gewalt sind Themen, die bei den Präventionstagen in den verschiedenen Stationen behandelt werden. Damit aber an den zwei Tagen nicht nur zugehört, sondern auch aktiv gehandelt wird, hat die KGS den Jugendhilfeträger Manyways aus Osterode mit ins Boot geholt. Das wurde durch die Finanzierung durch die Kreisjugendpflege möglich. Max Reister, Katja Bauer und Fred Watzek haben einen Parcours in der Sporthalle aufgebaut, der von den Kindern nur gemeinsam in der Gruppe bewältigt werden kann. Sport ist eine gute Möglichkeit, Frust abzubauen: „Wir wollen den Kindern zeigen, dass man seine Wut auch mal an einem Wutklotz auslassen kann, oder man sucht sich einen ebenbürtigen Gegner beim Sport“, so Max Reister.
Ärger habe es früher auch schon immer gegeben, doch die Art und Weise, wie miteinander umgegangen wird, hat sich verändert, es gebe heute mehr psychischen als körperlichen Terror. „Statt mit einem blauen Auge gehen die Kinder heute eher mit Bauchschmerzen wegen dem psychischem Druck nach Hause“.