Geschrieben von PM am 25. Oktober 2022
Der Harz und seine Beziehung zu den Kolonien Ost-Afrikas
Zwei Veranstaltungen zu Spuren kolonialer Zeitgeschichte in Bad Lauterberg
• Sonntag, 30.10.2022, 16:30h
Mensa der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Bad Lauterberg, Zechenstraße 112, 37431 Bad Lauterberg im Harz.
Anja Seelke: „Kwaheri Askari – Auf Wiedersehen, Askari“. Der Junge aus der Lettow-Mappe. Eine Lesung vor Portraits.
• Sonnabend, 05.11.2022, 16:30h
Mensa der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Bad Lauterberg, Zechenstraße 112, 37431 Bad Lauterberg.
Buchvorstellung: Hermann von Wissmann und Bad Lauterberg – eine Spurensuche.
Die koloniale Vergangenheit ist für das Verhältnis zwischen Deutschen und Afrikanern noch immer und zunehmend von Bedeutung. Zugleich stellt sie sich als „blinder Fleck“ in der Allgemeinbildung dar. Im schulischen Geschichtsunterricht ist sie meist eine Randerscheinung. Dabei ist angesichts von Krieg und Frieden, von Flucht- und Migrationsbewegung, von „Black lives matter“ und aktuellen Rückgabeforderungen afrikanischer Kunst- und Kulturwerke eine Auseinandersetzung mit dem (deutschen) Kolonialismus nicht nur überaus wünschenswert - die Auseinandersetzung ist ein existentiell bedeutendes Thema und die Zeit ist reif, in Kunst, Politik und Bildung eingefahrene Wahrnehmungsmuster zu durchbrechen und überlieferte Narrative kritisch zu hinterfragen.
Mittels zweier Veranstaltungen soll dies in Bad Lauterberg geschehen. Die Stadt im Harz hat eine ganz besondere Beziehung zur kolonialen Vergangenheit: U.a. befindet sich im Kurpark das Denkmal eines wichtigen Wegbereiters des deutschen Kolonialismus in „Deutsch-Ostafrika“, den heutigen Staaten Tansania, Burundi und Ruanda. Sein Name: Hermann von Wissmann. Auch die Hauptdurchgangsstraße trägt seinen Namen. In der ersten Veranstaltung setzt sich die bekannte Künstlerin Anja Seelke unter dem Titel „Kwaheri Askari – Auf Wiedersehen, Askari“ mit Portraits afrikanischer Menschen aus der bekannten kolonialistischen Lettow-Mappe von Walter v. Ruckteschell auseinander, indem sie die Zuhörer mitnimmt auf eine Spurensuche nach den Menschen hinter den Portraits. Mittels ihrer Lesung vor diesen Bildern soll so der entmenschlichende kolonialistische Blick auf die dargestellten Menschen fokussiert werden.
In der Folgeveranstaltung wird das Buch „Hermann von Wissmann und Bad Lauterberg – eine Spurensuche“ ausführlich vorgestellt. Das Buch ist aktualisiertes Ergebnis einer Informationsreihe, welche im Herbst 2021 in der Stadt Bad Lauterberg im Harz stattfand. Es stellt neue geschichtswissenschaftliche Erkenntnisse sowohl über die Person als auch das Leben des Hermann von Wissmann vor. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Buches Schulen und Gesellschaft geschichtliche Erkenntnisse zu Hermann von Wissmann zu vermitteln.
Die Veranstaltungsreihe wird gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie Leben!“, den Landkreis Göttingen, den Jugendring Harzland und bunt statt braun Osterode am Harz e.V.
Zahlreiche Gäste sind herzlich willkommen. Eintritt frei.

